Tofu zum Zmittag

Philip Hochuli aus Rehetobel hat das erste vegane Kochbuch der Schweiz veröffentlicht. Um die Welt noch weiter zu verbessern, bietet er auch Kochkurse an. Laurien Gschwend
04. Februar 2013, 01:34

Frauen, die mit ihrem Freund zusammenleben, wissen: Die meisten Männer lieben Fleisch. Sie probieren zwar freundlicherweise unser Gemüsegericht, trotzdem verlangen sie irgendwann wieder ein saftiges Steak mit Butternudeln.

Bei Philip Hochuli ist dies anders: Der 21jährige VWL-Student lebt seit drei Jahren vegan. Dies nicht, weil Veganismus momentan im Trend liegt, sondern aus Überzeugung. «Die Nutztierhaltung hat negative Auswirkungen auf unser Klima. Das finde ich nicht in Ordnung», sagt Philip Hochuli. Doch nicht nur ökologische Faktoren führten den Studenten zu seiner Lebensumstellung. «Seit ich keine Eier, Milchprodukte und kein Fleisch mehr esse, habe ich viel mehr Energie», sagt er.

Schockerlebnis

Als Philip Hochuli einmal in der Mittelschule den Film «We Feed The World» sah, hatte er eine Art Erleuchtung. «Mir wurde bewusst, wie mit den Tieren in der konventionellen Landwirtschaft umgegangen wird – und dass diese nur leben, damit wir etwas zu essen haben.» Also beschloss der Student vor zweieinhalb Jahren, seine Ernährung drastisch umzustellen. Da er nicht ständig Fertigprodukte aus Reformläden konsumieren wollte, begann er, selbst zu kochen. «Ich entdeckte beim Kochen eine Leidenschaft. Es machte mir sehr viel Spass, mit gesunden Nahrungsmitteln leckere Speisen zu kreieren», sagt er.

Lieblingsessen behalten

Als der 21-Jährige seine Ernährung umstellte, wollte er seine Lieblingsmahlzeiten wie Lasagne, Onion Rings und Brownies auf keinen Fall verabschieden. Im Gegenteil: Er versuchte, alles mit veganen Produkten wie Tofu, Mandelmus und Edelhefe nachzukochen. Von den leckersten Gerichten erstellte er eine Liste. Irgendwann kam ihm dann die Idee, diese Rezepte nicht einfach für sich selbst zu behalten, sondern sie an andere junge Menschen zu bringen, die ebenfalls ihre Ernährung umstellen möchten, aber auf nichts verzichten wollen. «Über ein Jahr lang habe ich mit meinen selbstkreierten Rezepten ein Dossier erstellt. Ich wollte möglichst wenig Geld ausgeben und alles selber machen. Während den Sommerferien fertigte ich mit einer jungen Fotografin Bilder der verschiedenen Speisen an», sagt der VWL-Student, der mit seiner Mutter in Winterthur lebt. Ein Verlag in Deutschland half ihm dann dabei, sein eigenes Kochbuch zu produzieren. Seit Anfang dieses Jahres ist es auf dem Markt.

Wissen weitergeben

Wer interessiert an der veganen Küche ist, kann bei Philip Hochuli Kochkurse besuchen. «Ich gebe in Zürich, Frauenfeld, Bern, Basel und bald auch in Kreuzlingen und St. Gallen Kochkurse», sagt er. In den Kursen kocht die Gruppe fünf verschiedene Gerichte.

Philip Hochuli ist auch politisch aktiv: Er ist Präsident der Jungen Grünen in Winterthur. Sein Ziel ist es, die Welt von den positiven Folgen der pflanzlichen Ernährung zu überzeugen. Der Student ist stolz auf sich: «Mit dem Kochbuch konnte ich einen grossen Schritt in die richtige Richtung machen.»

Das Kochbuch «Junge Vegane Küche» gibt es über www.books.ch für 36 Franken.

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