Space Odyssey 2011

Weltraum Wenn alles klappt, fliegt Franz Kaiser 2011 als einer der ersten Schweizer Touristen ins All. Vor der Ruhe im Orbit muss er aber den Medienrummel auf der Erde ertragen.
07. Februar 2009, 01:00
Katja Fischer

Franz Kaiser will in den Weltraum – wenigstens für fünf Minuten. Eine längere Zeitdauer in der Schwerelosigkeit wird dem 49jährigen auch nicht beschieden sein. Denn Franz Kaiser ist kein Astronaut, er ist einer der ersten Schweizer Weltraumtouristen. 200 000 Dollar ist ihm der drei Stunden lange Weltraumflug wert (siehe Kasten). Ein Sonderangebot im Gegensatz zu den russischen All-Flügen, die nicht unter 20 Millionen Dollar zu haben waren. Allerdings dauerte diese Variante auch drei Wochen.

Flug ins All statt Haus am See

Den Minutenpreis seiner Reise will Kaiser nicht ausrechnen. Der bescheiden wirkende Zürcher Oberländer ist kein Millionär, der nichts Besseres mit seinem Geld anzufangen weiss. Er habe die ganze Summe noch gar nicht beisammen. «Für die Reise verzichten meine Frau und ich vorerst auf ein eigenes Haus», erzählt er am Freitag in St. Gallen. Der Geschäftsführer einer IT-Firma ist an die Ferienmesse gekommen, um die Werbetrommel für De-luxeTargets zu rühren. Das Luxus-Reisebüro mit Sitz in St. Gallen bietet die Touristenflüge ins Weltall exklusiv für die Schweiz an. Bislang haben erst eine Handvoll Schweizer einen Flug reserviert, weltweit sind es rund 300 Personen, darunter Promis und Superreiche.

Franz Kaiser ist es jedoch lieber, wenn auf seinem Flug keine Promis mit dabei sind. «Die würden nur ablenken.» Dabei ist er für Schweizer Verhältnisse bald selbst ein Promi. Medien im ganzen Land interessieren sich für den Schweizer Weltraumtouristen. Entsprechend routiniert beantwortet er die immer gleichen Fragen. Auch den Vorwurf, dass man so viel Geld sinnvoller investieren könnte, ist sich Kaiser gewohnt. «Die Leute sagen mir, ich soll mir doch besser ein schönes Auto kaufen. Aber mir bedeutet dieses einmalige Erlebnis mehr. Keine Angst, es später zu bereuen? «Überhaupt nicht, diese enorme Beschleunigung von 3500 km/h und dann der Blick auf die Erde, so etwas vergisst man doch sein ganzes Leben nicht.»

Nicht erforschen – erleben

Die Faszination für das Weltall ist beim gebürtigen Österreicher allerdings nicht sehr ausgeprägt. Zwar wollte er Astronaut werden, hat den Flug der «Apollo» auf den Mond verfolgt, und er schaut gerne Science-Fiction-Filme, aber Teleskope oder wissenschaftliche Bücher über das Weltall suche man in seiner Wohnung vergeblich. «Mir geht es ja auch nicht um die Erforschung des Weltalls, sondern um den Flug und die Schwerelosigkeit, das Erlebnis», sagt er und posiert ein weiteres Mal geduldig für die Fotografen.


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