Zur Mobile-Ansicht wechseln
Tagblatt Online
20. Juli 2010, 09:30 Uhr

Prost dem Hund, zum Wohl dem Büsi

Jedem Tierchen sein Pläsierchen und dem Hund sein Bier. Wer im Silbernapf ungarisches Kalbsragout serviert, der kann seinem Bello dazu verständlicherweise nicht Leitungswasser anbieten.

Das dachten sich auch ein paar findige Hersteller und brauten das erste Rindfleischbier – nein nicht für die Katz – für den Hund. Das Kwispelbier aus Holland ist alkohol- und kohlensäurefrei.

Mit einem Bier hat es also nur noch die Schaumkrone und die Verpackung in Glasfläschen gemeinsam, sowie den stolzen Preis. Aber dem Slogan «Bier voor je beste Vriend!» kann wohl kein (männlicher) Hundebesitzer widerstehen. Frauchen greift da lieber zum japanischen «Wan Wan Sparkling», eine Art Prosecco für das feine Hündchen.

Wem dies dann doch wieder zu snoby ist, für den hat eine kalifornische Firma ein exklusives Mineralwasser für allerlei Getier kreiert. «Aqua Pure Breed» wird in praktischen Plastikschalen angeboten, darin befindet sich reines Gebirgswasser. Man will seinem Hund auf dem Spaziergang oder der Reise ja nicht irgendein Wasser anbieten. Wo kämen wir hin, wenn das Tier aus jeder Pfütze trinken würde.

Und weil auch ein Hund die Abwechslung liebt, gibt es das Gebirgswasser in vier verschiedenen Geschmacksrichtungen. 48 Schalen kosten übrigens rund 60 Dollar. Ein ziemlich teures Schnäppchen. Und eins, das viele unangenehme Fragen aufwirft. Denn ist das nun Dummheit (der reichen Käufer) oder doch eher Schlauheit (der bald reichen Hersteller)? Oder ist das Hundebier nicht viel eher das Ende des Abendlandes, weil damit der Unterschied zwischen auf und unter dem Tisch nicht mehr auszumachen ist? (kaf)



Kommentar schreiben

Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung.

(maximal 950 Zeichen)

* Pflichtfeld

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben.

Die Redaktion sichtet die Leserkommentare und schaltet sie frei. Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu publizieren (s. AGB). Am meisten Chancen haben Kommentare, die direkt auf einen Artikel eingehen. Beiträge mit ehrverletzenden, rassistischen oder unsachlichen Äusserungen publizieren wir nicht. Der Korrespondenzweg ist ausgeschlossen.

  • Für registrierte Nutzer

  • Für nicht registrierte Nutzer

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken.





Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Ostschweizer Trauerportal

tagblatt.ch / leserbilder

FACEBOOK.COM /TAGBLATT