Tagblatt Online, 03. Dezember 2011 01:06:33
Hectors Weihnachts-Abc
Noch 20 Tage bis Weihnachten: Für die einen (1) ist das eine halbe Ewigkeit, für die meisten (2) eine kurze Zeit mit unendlich vielen Erledigungen und Terminen. Für Gruppe 1 haben wir aufgeschrieben, was uns dieses Jahr im Endspurt vor Weihnachten beschäftigt – und was auch für Gruppe 2 jetzt eine Wohltat sein könne. Bettina Kugler
ugust: Das wäre der rechte Zeitpunkt, den Wunschzettel zu schreiben, damit das Christkind nicht pressieren muss und wirklich alles noch in Auftrag geben kann, was das Kinderherz begehrt. Oder ist bei Euch der Weihnachtsmann zuständig für die Geschenke? Und wie schafft er es mit der weltweiten Auslieferung pünktlich zum 24. (oder 25.) Dezember? Fragen über Fragen – zugegeben, in Badekleid, mit Glacestängel in der Hand haben wir leider verschwitzt, das alles zu klären. Erinnert hat uns ein frecher Kinderroman, der just im August beginnt: Mit der Entscheidung, Weihnachten dieses Jahr nicht bei Oma zu feiern. Ob dann noch alles gut kommt mit den staubtrockenen Guezli und den Geschenken? Noch ist genügend Zeit, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Mit Silke Lambecks Buch Das Weihnachtsmannprojekt (ab 9, Bloomsbury, Fr. 20.50), das auch gestresste Weihnachtsfrauen im Hintergrund zum Lachen bringt.
acken: Endlich dürfen wir mithelfen und selber Teig kneten. Wie es in einer Bäckerei zu- und hergeht, könnte Dir der Wegglifritz erzählen! Weil seine Ohren ein bisschen zu gross geraten sind, darf er nicht in den Laden – dafür wird er Gehilfe in der Backstube. Das ist Lesefutter im besten Sinne, und Brotrezepte gibt es dazu. (Heinz Hodel, Der Wegglifritz, mit Illustrationen von Nina Binkert, ab 5, Elfundzehn, Fr. 29.50).
hristkind: Nicht zu verwechseln mit dem Jesuskind. Wir nehmen an, Du weisst Bescheid, wie es zur Welt gekommen ist. Es lohnt sich trotzdem immer wieder, die Weihnachtsgeschichte nachzulesen – besonders, wenn sie so klangvoll und verständlich neu erzählt wird wie von Sybil Gräfin Schönfeldt in Das Neue Testament für Kinder. Zum Weiterlesen und Betrachten, ausdrucksvoll illustriert von Klaus Ensikat (Tulipan, Fr. 40.90).
sel: Er schleppt dem Samichlaus den schweren Sack und trägt Maria und Jesus nach Ägypten. James Krüss lässt ihn in einem I-a-Gedicht zum Schmunzeln aus der Krippe plaudern (Du findest es, neben vielen Geschichten, im Buch Wie lange noch? Die schönsten Adventsgeschichten in 24 Tagen, herausgegeben von Sabine Ludwig; ab 5, Aufbau, Fr. 28.90). Aber ein Einhorn? Das hat, so der Esel, auf diese ehrenvolle Aufgabe verzichtet. Wie es dazu kam, erzählt Jeanette Winterson in Der Löwe, das Einhorn und ich (ab 5, Bloomsbury, Fr. 21.90). Natürlich aus der Sicht des Esels. Du siehst ihn oben.
ernsehen: Nicht die originellste Art, die Wartezeit zu verkürzen. Wenn es trotzdem sein muss: Traditionell zeigt die ARD am 24.12. den Film «Der kleine Lord» nach dem Buch von Frances H. Burnett (ab 13.55 Uhr). Einmal im Leben muss man ihn gesehen haben. Alle, die jetzt schon wissen wollen, wie Cedric zum Adligen ausgebildet wird und das Herz des griesgrämigen Grafen Dorincourt erobert: Es gibt die Geschichte auch als Lesung auf 4 CDs (276 Min., Oetinger Audio).
eschenke: Sollten nicht viel kosten, aber von Herzen kommen.
immel: Ihn haben wir ständig im Blick, in der Hoffnung auf Schneegestöber. Bis es so weit ist, hören wir beflügelnde Musik von Henze und Strawinsky in einer federleichten Geschichte: Himmelweit (1 CD, Edition See-Igel).
lsebill: So heisst die Katze, die schon in einem früheren Buch von Hanna Johansen «bloss die Katze» war. Jetzt weihnachtet es sehr… und Ilsebill kann sich nur wundern über die Verzückung allüberall. Wieder nimmt sie kein Blatt vor die Barthaare – ein Vorlesespass zum Schnurren! (Es weihnachtet sehr… und ich bin immer noch die Katze. Ab 5. Hanser, Fr. 14.90).
alender: Am liebsten ist Hector ein Adventskalender mit süsser Füllung. Aber es macht auch Spass, einen zu basteln. Kleine Kartons mit Sternenpapier bekleben oder bemalen, numerieren, oben lochen und auf ein Geschenkband fädeln. Hinein kommen Gebasteltes, Gemaltes, Gutscheine, Gedichte…
angeweile: Wenn es ganz schlimm wird, soll Dir der Kinderarzt ein Rezept schreiben für diese 100 Karten mit Sprachspielen, Rätseln, Anregungen zum Zeichnen und Erfinden – per Post verschicken kannst Du sie auch! Der Zauberkasten heisst Vöillg rihctig (kein Druckfehler) und kommt aus der Sprachwerkstatt von Gerda Anger-Schmidt und Renate Habinger (Nilpferd in Residenz, ab 5, Fr. 23.70).
äuse: Sind jetzt scharfe Konkurrenten um Gebäck, das bis zum 24.12. unter Verschluss gehalten wird. – Wer noch nie eine auf frischer Tat ertappt hat, soll Die Weihnachtsmaus von James Krüss lesen (ab 4, Boje, Fr. 19.50). Annette Swoboda hat sie am Tatort porträtiert!
ikolaus: Bei uns Samichlaus genannt, stammt er aus der türkischen Hafenstadt Myra und war im 4. Jahrhundert als Bischof für seine Freigebigkeit berühmt. Zum Beispiel soll er drei armen Mädchen Goldklumpen durch den Schornstein geworfen haben – die landeten in Strümpfen, die dort zum Trocknen aufgehängt waren.
apagei: Leentje wünscht sich nichts sehnlicher, seit ihr sprechender Papagei gestorben ist. Wird es noch klappen bis Heiligabend? Der Vogel muss bei Wintersturm die weite Reise von London nach Amsterdam antreten, und der beste Kapitän für ein solches Abenteuer ist James Krüss (Der Weihnachtspapagei. Ab 8, Carlsen TB, Fr. 8.90).
ituale: Machen das Fest stimmungsvoll, für jede Familie unverwechselbar. Es sind die lieben Gewohnheiten: Das Festmenu, die Frage, wer wann mit wem in die Kirche geht (und was die anderen heimlich in dieser Zeit treiben…), welcher Christbaumschmuck nie fehlen darf (und wer ihn aufhängt…) Auch Herr Juri hat an Weihnachten seine Prinzipien. Sonst ist er ein schräger Vogel – aber an Heiligabend will er «alles so, wie es sein muss». Was das bedeutet? Erhard Dietl hat es witzig illustriert (Frohe Weihnachten, Herr Juri. Ab 4, Gerstenberg, Fr. 20.50).
chneeflocken: Am schönsten, wenn sie vom Himmel hoch herkommen. Du kannst sie aber auch backen: 200 g Butter, 100 g Puderzucker, Mark von 3 Vanilleschoten, 120 g Mehl, 250 g Maizena gut mischen; Teig 1 Stunde kalt stellen, dann kirschgrosse Kugeln formen, auf ein Blech mit Backpapier legen. Bei 180 Grad im vorgeheizten Ofen (Mitte) ca. 12 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen, dick in Puderzucker wälzen.
annenbaum: Ohne wäre Weihnachten halb so schön. Trotzdem verdrücken wir ein paar Mitleidstränen beim Lesen von Andersens gleichnamigem Märchen.
nterwegs: War auch die Heilige Familie; erst nach Bethlehem, später auf der Flucht vor König Herodes. Unsereins schickt Postkarten – und hat mit dem Kalender Unterwegs (Carlsen) noch 2012 im Griff.
erstecke: Werden für die Geschenke gebraucht. Anregungen gibt es im Bilderbuch Wo man Geschenke verstecken kann (Regina Schwarz, Julia Dürr; ab 5, Sauerländer, Fr. 24.90).
ünsche: Wir haben uns umgehört, was Ihr dem Christkind aufgeschrieben habt: Riana (8) wünscht sich Schnee und ein Nintendo, Nanouk (8) würde gern mit der ganzen Familie ins Legoland fahren, Samuel (11) einen Engel sehen, Sofie (12) den Rand des Universums; Aline (8) wünscht sich eine saubere Erde, und David (6) wäre gern unsterblich. Das gibt zu tun!
ug: Er bleibt in der Wintergeschichte Stille Nacht von Nancy Walker-Guye und Alessandra Micheletti (ab 4, Aracari, Fr. 23.90) im Schneesturm stecken, weit oben in einem Bergdorf. Niculin, dessen Papa Zugführer ist, erlebt am Heiligen Abend die Weihnachtsgeschichte unmittelbar, vor der dick verschneiten Haustür, samt Herbergssuche und Geburt. Welch wunderbares Geschenk!
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