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Tagblatt Online, 26. September 2007 00:30:59

Biberli und Bananen als Doping

AlpsteinBike entwickelt sich zum Treffpunkt für Plausch-, Hobby- und Freizeitsportler

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Projektleiterin Christiana Sutter schickt eine Toggenburger Gruppe auf den 92 km langen Rundkurs. (Bild: Bild: uhu)

BikespOrt. Zwischen 600 und 700 Hobby-Biker/innen genossen die von Christiana Sutter (Unterwasser) organisierte Rundfahrt durch das obere Toggenburg, das Rheintal und das Appen-zellerland. Die müden Glücklichen zeigten sich begeistert.

Urs Huwyler

Traumhaft, sensationell, unglaublich schön, anstrengend und trotzdem erholsam sei es, überschlugen sich die Teilnehmer unterwegs auf der AlpsteinBike-Route fast vor lauter Superlativen. «Endlich», fügte einer an, «gibt es wieder einen Anlass, bei dem ich ohne Startnummer mitmachen kann. Einfach zum Plausch.» Eine Aussage, die so oder ähnlich auch von leistungsorientierten Hobbysportlern immer wieder gehört wurde. Der frühere Bündner Weltcup-Skirennfahrer Andreas Sprecher war unter den keuchenden Abenteurern anzutreffen. «Ich bin ein Strassenfahrer, doch ein Kollege hat mich zur Teilnahme überredet. Die Tour ist einzigartig», schwärmte der Olympia-Vierte von Sapporo 1972.

Den Nerv getroffen

Morgens um zehn Minuten vor sieben starteten die ersten Helden der markierten Wege an einem der vier Checkpoints zur Tort(o)ur. In Unterwasser wurden die Starter anfangs von Christiana Sutter begrüsst. «Du auch?», war mehrmals zu hören. Darunter befanden sich Teilnehmer, die am Toggenburger Cup starteten oder auch künftig Rennen mit Startnummern bestreiten. «Das gemeinsame Erlebnis steht im Vordergrund. Der Ehrgeiz besteht darin, die gesamte Strecke zu überstehen. Die Zeit ist sekundär», sagten die beiden Wattwiler Fredy Metzger und Markus Gabathuler unabhängig voneinander, bevor sie sich (noch) lachend verabschiedeten.

Christiana Sutter nahm die durchwegs positiven, teils euphorischen Rückmeldungen zufrieden entgegen. Mit ihrem Projekt scheint sie den Nerv der Breitensportler trotz vieler Vorbehalte bei der Planung und der Premiere 2006 getroffen zu haben. «Wir werden nach einer Analyse weitere Verbesserungen anbringen», kommentierte die bei Swiss Olympic angestellte Doping-Kontrolleurin die Schinderei zwischen Unterwasser, Rüthi, Brülisau und der Schwägalp. Denkbar wäre beispielsweise, die Teilnehmer zu kennzeichnen. Sicher nicht mit einer Art Nummer, sondern beispielsweise einem Band am Lenker. Je nach Startort könnte die Farbe gewechselt werden. Damit liesse sich das Problem der Trittbrettfahrer eliminieren. Es waren verschiedentlich Biker auf dem markierten Parcours unterwegs, die sich die Gebühr sparen wollten. Auch bekämen die besorgten Beobachter des Zweirad-Treibens noch weniger Biker-Ansammlungen zu sehen. Bei einer Streckenlänge von 92 km und über 3000 m Höhendifferenz verteilen sich 600 bis 700 Fahrer besser als die Wanderer.

Treffpunkt Checkpoint

Zu Treffpunkten unter den Gleichgesinnten wurden die Checkpoints. Wer konnte, erzählte wie es ihm bisher ergangen war und wie er die Krämpfe überwand. Fast schon symbolischen Charakter hatte jene Männerriege-Gruppe, die auf dem Risi-Pass picknickte und die Aussicht genoss, in Wildhaus eine Gartenwirtschaft besuchte und in Rüthi beim nächsten Restaurant-Besuch das Mittagessen einnahm. Für Älpler-Teigwaren in Unterwasser war es bei Melitta und Barbara Sutter noch zu früh. Wie aus sicherer Quelle zu erfahren war, sollen die Pläuschler mit den brutal brennenden Oberschenkeln bis zum Beginn der abendlichen Klassenzusammenkunft am Ausgangspunkt eingetroffen sein.

Als legales Doping entpuppten sich an den Stempel-Orten gefüllte Biberli und Bananen als Energiespender. Manche Alpstein-Finisher hatten das Startgeld von zehn Franken bereits beim ersten Halt schon in jeder Beziehung rein geholt, weil neben Pflästerli auch Riegel und Getränke gratis abgegeben wurden. Im Minimum vier Bananen, vier Biberli, vier alkoholfreie Biere, je vier gesunde Stängel beider Sorten für zehn Franken, bei einem solch lukrativen Angebot lohnt es sich auch für Familien, den Körper am Ende einer Saison zu testen.

Wer in Unterwasser startete, konnte sich zudem durch den Skiclub-Nachwuchs zu einem fairen Preis das Bike putzen lassen. Nur dürfte dann zu Hause niemand geglaubt haben dass er/sie von morgens früh beim AlpsteinBike 92 km lang unterwegs gewesen sei.





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