Leserbriefe

Minarett - ein Symbol der Eroberung!

30. August 2006, 00:30

Zu «Moschee mit Minarett in Planung», «Wiler Zeitung» vom 29. August.

Es ist ganz klar, dass die Religionsfreiheit wichtig und zu wahren ist. Die Stadtbevölkerung Wils ist Minderheiten gegenüber bisher wahrhaft genug aufgeschlossen: Die seinerzeitige Umnutzung der Liegenschaft zum islamischen Vereinslokal stiess auf keinerlei Widerstand. Man gesteht den Muslimen ihr Recht auf Ausübung der Religion zu und ermöglicht auch einen separaten Religionsunterricht.

Im Jahr 1970 gab es in Deutschland zwei Moscheen, 1990 bereits 1500 und 1997 über 2700. Heute gibt es in Deutschland drei Millionen Muslime und die Entwicklung geht so weiter. Auch in der Schweiz ist die Zahl der Moslems rasant gestiegen. Lebten 1960 erst 2703 Menschen islamischen Glaubens in der Schweiz (davon 130 Schweizer), waren es zehn Jahre später schon 16 533 Menschen (davon 400 Schweizer). Diese Zahl verzehnfachte sich bis 1990. Heute wird die Zahl der Moslems auf mehr als 200 000 geschätzt. Damit bilden sie nach Katholiken und Protestanten bereits die drittgrösste Religionsgemeinschaft, deutlich vor der jüdischen Gemeinde.

Toleranz wird bestraft

Die Toleranz der Europäer wird aktuell mit bedrohlichen terroristischen Anschlägen bestraft, die vielen Menschen das Leben gekostet haben. Auf eine klare und unmissverständliche Distanzierung der Wiler Muslimgemeinschaft wartete man vergeblich. Nachdem bereits ein Baugesuch für ein Minarett in Wangen bei Olten SO eingereicht wurde, hat die islamische Gemeinschaft auch in Langenthal BE ein Baugesuch eingereicht. Nun ist Wil an der Reihe: Ein Minarett zusammen mit einem Gebetsraum, einer Turnhalle, einem Innenhof, diversen Nebenräumen, einem Restaurant, einem Laden, einem Klassenzimmer, einem Frauentreff, einem eigenen Kindergarten und einem Aufbahrungsraum. Das Grossprojekt würde ein richtiges islamisches Grosszentrum in Wil entstehen lassen. Dies direkt an der Autobahn, wo täglich Tausende von Menschen vorbeifahren und bei ihrer Fahrt durch Wil das Minarett zur Kenntnis nehmen, was einen zweifelhaften Ruf unserer Stadt verstärken wird. Es gehe um ein symbolisches Minarett, werden leichtgläubige Bürger beruhigt. «Nur» symbolisch?! Das Minarett symbolisiert nach islamischem Verständnis die Eroberung des umliegenden Gebiets. Ich frage mich: Geht es bei einem symbolischen Minarett nicht um mehr als um eine blosse Frage der Religionsfreiheit? Und in welchem islamischen Staat könnten katholische Kirchen gebaut werden? Wenn heute in der Türkei (EU-Beitrittskandidat!) keine neue christliche Kirche gebaut werden darf, spricht niemand von Diskriminierung. Den Bau von Minaretten und Kuppelaufbauten lehne ich aus städtebaulichen, ästhetischen und denkmalpflegerischen Gründen ab. Ich bin der Meinung, dass religiöse und baulich markante Symbole nicht im normalen Verfahren bewilligt werden dürfen. Es ist wichtig, dass durch die Baubehörden keine politisch-religiösen Tatsachen geschaffen werden, ohne dass das Volk mitreden und mitentscheiden kann.

Sozialer Frieden auf dem Spiel

Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis unter dem Deckmantel der unbestrittenen Religionsfreiheit auch eine Beschallung der Umgebung von Minaretten oder die Ausrufung von Gebeten gefordert wird. Dieser Entwicklung gilt es Einhalt zu gebieten, andernfalls wird der soziale Frieden in der Schweiz aufs Spiel gesetzt. Darum werde ich in der Septembersession des Kantonsrates eine Motion einreichen, welche dieses Ziel erreichen soll.

Lukas Reimann Kantonsrat SVP Ulrich-Rösch-Strasse 13 9500 Wil


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