In einer Woche beginnt die zweite Ausstellung des Vereins Kunsthalle Toggenburg, mit dabei ist Camping-Wagen Arthur

Mit Camping-Arthur zur Kunst-Iburg

Wattwil. Weil die Shedhalle zurzeit nicht zur Verfügung steht, gehen die Ausstellungen des Vereins Kunsthalle auf Wanderschaft. Erste Station ist die Iburg. Mit dabei ist jeweils Arthur, der Camping-Wagen.
07. September 2007, 00:30
Hansruedi Kugler

Arthur hat das Zeug zum Maskottchen. Er symbolisiert das derzeitige Nomadentum des Kunstvereins. Vor einem Jahr hatten die Kunstförderer mit bekannten Namen wie Pipilotti Rist, Schang Hutter oder Carl Bucher ziemlich viele Besucher in die Shedhalle auf dem ehemaligen Heberlein-Areal geholt. Die Shedhalle soll in den nächsten Monaten saniert werden. Das Baukonsortium Rietwies wird bis Ende Jahr darüber entscheiden, sagt der beteiligte Architekt Rémy Frei. Falls der Umbau realisiert werden kann, steht auch die Shedhalle ab Spätherbst 2008 für Veranstaltungen zur Verfügung. Eine Nutzungs-Vereinbarung mit dem Kunstverein gibt es noch nicht. Aber das Baukonsortium steht der Kunsthallen-Idee positiv gegenüber.

Kunst auf Wanderschaft

Vorerst befindet sich der Verein auf Wanderschaft: Die Iburg, verschiedene Bahnhof-Wartesäle, die Rittberghalle in Dietfurt und die ehemalige Brauerei Burth in Lichtensteig sollen in den nächsten Jahren mit zeitgenössischer Kunst bespielt werden. Mit einem Mini-Budget von 16 000 Franken hat der Kunstverein die kommende Ausstellung auf der Iburg auf die Beine gestellt. Acht Ostschweizer Kunstschaffende werden die Iburg mit Kunst-Interventionen während drei Wochen neu beleben.

Als Litfass-Säule, Treffpunkt und Symbol des nomadisierenden Kunstvereins wird dabei Arthur, der Oldtimer-Camping-Anhänger während der ganzen Ausstellungsdauer auf dem Bräkerplatz mitten in Wattwil stehen.

Arthur hat keine Papiere

Gefunden haben die Leute des Kunstvereins ihren Arthur im Internet. Gekostet hat er nichts. Kein Wunder, denn der Boden war völlig durchgerostet und Fahrzeugpapiere waren auch nirgends mehr aufzufinden. Der Camping-Wagen musste also auf einen Anhänger verladen und so aus dem Appenzellischen ins Toggenburg gebracht werden. Seit den Sommerferien steht Arthur beim Tageszentrum Krummenau (dort werden Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung eine Tagesstruktur geboten) und wird dort aufgemöbelt. Eine ideale Zusammenarbeit, findet Jürg Nef, der Leiter des Tageszentrums und Vorstandsmitglied des Kunstverein: «Wir helfen damit der Kunsthalle und können gleichzeitig unseren Leuten eine vielfältige Arbeit anbieten.» Tatsächlich: Mit Press-Span-Platten wird ein neuer Boden eingelegt, Arthur muss neu verkabelt und bemalt werden.

Bequemer Fussweg zur Iburg

Für die Kunstausstellung auf der Iburg brauchte es neben den Kunst-Enthusiasten auch diverse Sponsoren. Elektro Bichler verlegt gratis die Stromversorgung, die E. Weber AG stellt zwei toi-toi Toiletten zur Verfügung und Max Kappler, Bauer und Nachbar der Iburg hilft den Kunstschaffenden beim Transport. Die Gemeinde Wattwil hat einen Kulturbatzen von 500 Franken gesprochen und hat eine «unpräjudizielle Veranstaltungsbewilligung» erteilt. Was so viel meint wie: Andere Veranstalter sollen sich bei Anfragen nicht auf diese Bewilligung berufen können. Man will aus der Iburg keinen Festplatz machen. Ausnahmen werden selten gemacht: So spielte das Toggenburger Orchester im Juni 1997 auf der Iburg. Die Gemeinde unterstützt die Ausstellung trotzdem: Sie stellt die Iburg und den Bräkerplatz zur Verfügung und das Bauamt wird den Fussweg vom Parkplatz zur Iburg so herrichten, dass die Besucher bequem zur Ausstellung gelangen.


Arthur-Programm

Freitag,14.9.: Eröffnung auf dem Bräkerplatz, ab 14 Uhr. Samstag, 15.9.: Vernissage auf der Iburg, 15 Uhr.

Samstag, 22.9.: Aktion Alptrachten, Aktion, Gisa Frank, 16 Uhr. Sonntag, 23.9.: Lesung Peter Weber, 11 Uhr.

Die Ausstellung ist täglich zu den normalen Öffnungszeiten der Iburg von 10 – 19 Uhr geöffnet.

Öffentliche Führungen an den Samstagen vom 22.9., 29.9. und 6.10.


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