Die erste Unterhaltungsshow der Melodia unter Daniel Zeiter war ein voller Erfolg – die Gastsänger begeisterten

Queen gelebt und Goldach gerockt

Goldach. Mit einem abwechslungsreichen und musikalisch hochstehenden Stilmix aus den 70er- und 80er-Jahren, kombiniert mit einer effektvollen Lichtshow, riss die Melodia das Publikum von den Sitzen.
17. März 2008, 00:30
Corina Tobler

Ein Schuss knallt durch die Wartegghalle. Das getroffene (Latex-)Huhn fällt auf den Posaunisten herab, der sich aber nicht ablenken lässt und im gemütlichen Beatles-Hit «When I'm 64» weiterhin den musikalischen Störefried spielt. Ganz nach dem Motto der Unterhaltung: «Show Must Go On», die Show muss weitergehen.

Funkiger erster Teil

Dieses Motto beziehe sich unter anderem darauf, dass die Melodia auch mit dem neuen Dirigenten Daniel Zeiter das Konzept der bisherigen Shows beibehalten wolle, erklärte Moderator Christoph Seitz. Dass der Verein gleichzeitig auch offen für Neues ist, bewiesen die sechzig Musikanten im ersten Teil der Unterhaltung auf eindrucksvolle Art und Weise. Feinfühlig und hoch konzentriert präsentierten sie Funk und Swing, zwei für sie eher neue Stile. Vor allem bei langen Medleys mit vielen rhythmischen Wechseln waren die «Melodianer» gefordert. Sie meisterten die Stücke aber souverän und fanden den Groove rasch. Phantasievolle Showeinlagen wie etwa eine Chorpassage in «Hi-De-Ho» verpassten der Musik zusätzliche Lockerheit.

Hochkarätige Gastsänger

Nach der Pause dann ein gänzlich anderes Bild: Im eigens designten Queen-T-Shirt stürmten die Musikanten die Bühne. «We Will Rock You», versprachen sie dem Publikum. In der folgenden Stunde gaben sie die grössten Hits der Engländer zum Besten. Unterstützung erhielten sie dabei von Thomas Straumann, Sänger der St. Galler Band Red Cube, und Brigitte Oelke, bekannt als «Killer Queen» aus dem Musical «We Will Rock You». Diese zeigte eindrücklich auf, weshalb sie es mittlerweile zu internationaler Bekanntheit gebracht hat. Mit ihrer Bühnenpräsenz fesselte sie die Zuschauer, ihre Lebendigkeit und die Ausdrucksstärke, mit der sie sang, waren mitreissend, und ihre Stimme schlicht «der Hammer», wie es aus dem Publikum tönte. Auch Thomas Straumann, wohlgemerkt kein Musical-Sänger, sang hervorragend und brauchte den Vergleich mit Oelke keineswegs zu scheuen.

Der Funke sprang über

Auf demselben hohen Niveau wie die Sänger bewegte sich auch die Melodia und sorgte des Öfteren für Gänsehaut. Das Zusammenspiel untereinander und mit den Sängern klappte ausgezeichnet. Die fast schon monumentalen Melodien und die aufwendige Lichtshow schufen echte Queen-Atmosphäre. Daniel Zeiter, der übrigens die meisten der Queen-Arrangements selbst geschrieben hatte, war von der Stimmung in der Wartegghalle begeistert. «So macht es richtig Spass, auf der Bühne zu stehen. Toll, dass die Leute so mit der Musik mitgegangen sind!» Tatsächlich wurde das Publikum von der Euphorie auf der Bühne sofort erfasst. Ob Jung oder Alt, alle Anwesenden schienen zumindest für einen Abend Queen-Fans geworden zu sein.

Am Ende des Konzerts hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz. Stehend schwenkten die Besucher ihre Arme im Takt und sangen aus voller Kehle mit, als die Melodia «We Are the Champions» als Zugabe zum besten gab.


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