Thurgauer Volksschule wird 175 Jahre alt – grosser Jubiläumsanlass geplant

Die Schule feiert

frauenfeld. Das Schuljubiläum soll würdig begangen werden – aber auch Impulse für den Unterricht geben. Mit einem Fest, einem Jubiläumsheft und dem «Fehlerbüro» will die Schule diese Ziele erreichen.
26. Februar 2008, 00:30
kaspar enz

Am 13. März 1833 wurde das erste Thurgauer Schulgesetz in Kraft gesetzt, das den Schulbesuch für alle Kinder obligatorisch erklärte. Damit war der Grundstein für die Thurgauer Volksschule gelegt, die dieses Jahr ihr 175jähriges Bestehen feiern kann. «Die Thurgauer Volksschule ist eine Erfolgsgeschichte», sagte Regierungsrat Jakob Stark gestern an einer Medienorientierung. 98 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Thurgau besuchen die Volksschule. Ein Erfolgsbeweis, meinte Stark, denn dies heisse, dass 98 Prozent der Eltern der Volksschule vertrauten.

Festakt in Frauenfeld

Das Jubiläum will das Amt für Volksschule gebührend feiern. Am Nachmittag des 31. Oktober wird in Frauenfeld ein grosses Schulfest stattfinden. Delegationen aus allen Schulgemeinden, mit Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern, Schulbehörden und Eltern werden erwartet. Nach dem Fest wird es einen Festakt mit geladenen Gästen geben.

Wie war die Schule damals?

Mit einem Fest allein will sich die Schule aber nicht begnügen. «Das Jubiläum soll würdig gehalten werden, aber auch Impulse vermitteln», sagte Amtschef Walter Berger. Diese Impulse vermittelt in erster Linie das «Jubiläumsheft». Das Jubiläumsheft ist ein Unterrichtsmittel, in der Hand der Schülerinnen und Schüler. Mit dem Heft sollen die Schüler die Entwicklung der Schule seit ihrer Gründung kennen lernen. Es ist in acht Register nach 25-Jahr-Abschnitten unterteilt. In jedem Abschnitt sind zuerst einige Informationen zur Situation des Schulwesens in der jeweiligen Epoche enthalten, darauf folgen leere Seiten. Hier sollen die Schüler selber aktiv werden.

«In dieser Zeit ist enorm viel entstanden», sagte Projektleiter Beat Benkler. Doch im Geschichtsunterricht ginge sie oft etwas unter. «Kein Heft wird gleich aussehen wie das andere», sagte Benkler, denn die Schüler sollen über die verschiedenen Epochen vor allem erforschen, was sie interessiert. Zielpublikum des Jubiläumsheftes sei die Mittelstufe, aber auch auf der Sekundar- oder Unterstufe könne es eingesetzt werden.

Fehler suchen

Mutig und einmalig nennt Benkler das «Fehlerbüro», ein Projekt der Künstlerin Yvonne Scarabello und von Peter Hügli. Das sei kein geplantes Projekt gewesen, sagte Benkler. Es war eines von fünf eingereichten Projekten. «Es passte nicht recht hinein, doch es gab am meisten zu reden», sagte Benkler. Was ihnen der Lehrer rot angestrichen hat, können aktuelle und ehemalige Schüler der Volksschule ans «Fehlerbüro» einsenden. Aus den Besten wird eine Plakatserie entstehen.

Neben Heft, Fest und «Fehlerbüro» wird auch das Schulmuseum Amriswil eine Sonderausstellung zum Jubiläum einrichten. Jede Klasse erhält einen Besuch mit Führung offeriert. Ausserdem werden die Schulen eingeladen, einen Aktionstag unter dem Motto «Woher kommt unsere Schule, wo geht sie hin?» durchzuführen.


Forschen im Netz

Zum Jubiläumsheft wird es auch eine Materialiensammlung geben – im Internet. Auf die Website «zeitOnline» sollen nach Themen und Epochen geordnet Informationen aufgeschaltet werden. Diese sollen Ausgangspunkt für die Forschungen der Schüler mit dem Jubiläumsheft sein. Die Materialiensammlung wird von einer Arbeitsgruppe zusammengestellt, die aus zwölf Lehrpersonen, einem Vertreter der Pädagogischen Hochschule und des Amtes für Volksschule besteht. Die Seite wird im September aufgeschaltet. (ken)


Stichwort

«Fehlerbüro»

Im «Fehlerbüro» werden Fehler und Unrichtigkeiten, die von Schülern der Thurgauer Volksschule begangen worden sind, gesammelt. Einsenden kann man sie ab sofort an folgende Adresse:

Fehlerbüro, Schule TG, Regierungsgebäude, 8510 Frauenfeld


Leserkommentare

Anzeige: