Tagblatt Online, 13. Juli 2012 12:00:00
Uri wehrt sich gegen den Bau einer zweiten Röhre
Noch ist nicht entschieden, wie der Gotthard-Strassentunnel saniert werden soll. (Bild: Keystone)
Im Kanton Uri macht sich Widerstand gegen den Bau eines zweiten Strassentunnels durch den Gotthard breit. Die Regierung lehnt auch eine Autoverladestation ab. Für diese Haltung erntet die Urner Exekutive Kritik von verschiedenen Seiten.
(sda)
Die Urner Regierung kämpft weiterhin gegen einen zweiten Strassentunnel durch den Gotthard. Autos und Lastwagen sollen während der sanierungsbedingten Tunnelsperrung auf die Schiene ausweichen. Allerdings lehnt die Regierung auch eine Autoverladestation im Kanton Uri ab. Ende Juni hat sich der Bundesrat für den Bau eines zweiten Strassentunnels am Gotthard ausgesprochen. Damit soll eine Totalsperrung des Alpendurchgangs während der Tunnelsanierung in den 2020er Jahren verhindert werden.
Die Urner Regierung weiss in ihrem Kampf gegen eine zweite Röhre auch die Bevölkerung hinter sich. Mit dem Bau eines zweiten Strassentunnels, so die Befürchtung, würde die Kapazität auf der Nord-Süd-Achse erhöht. Das aber verbietet die Verfassung gemäss der vom Schweizervolk angenommenen Alpeninitiative.
Verladestation im Norden und Süden
Wenn keine zweite Röhre gebaut wird, müsste der Tunnel während zwei bis drei Jahren geschlossen werden. Autos und Lastwagen müssten dann mit der Bahn transportiert werden. Dazu brauchte es Verladestationen im Norden und im Süden. Die Urner Regierung will von einer solchen Einrichtung im eigenen Kanton jedoch nichts wissen.
Bereits Bundesrätin Doris Leuthard hatte bemängelt, dass Uri zwar die zweite Röhre ablehne, aber nicht Hand biete für eine Verladestation. Auch der Urner SP-Landrat Toni Moser hat in einer Interpellation auf diese widersprüchlichen Signale hingewiesen. Diese Haltung irritiere und fördere indirekt den Bau der zweiten Röhre.
Gegen Lärm und Luftverschmutzung
Doch die Urner Regierung bleibt hart. Die Verladestation müsse nördlich von Uri, also in einem andern Kanton, realisiert werden. In den am Donnerstag veröffentlichten Antworten auf zwei Vorstösse zu diesem Thema weist sie auf den grossen Landbedarf zwischen 52 000 und 61 000 Quadratmetern für eine solche Verladeanlage hin.
Uri habe bis jetzt grosse Bereitschaft für die Schaffung von Infrastrukturen gezeigt, schreibt die Regierung. Der Talboden sei durch den Bau des neuen Basistunnels während zweier Jahrzehnte stark beeinträchtigt. Eine weitere Beanspruchung einer grossen Landfläche für die Verladestation würde zu einer weiteren Belastung Uris durch Lärm und Luftverschmutzung führen. Die Anregung von Landrat Moser, ein unzweideutiges Signal nach Bern zu senden und sich für die Verladestation auszusprechen, wenn dadurch die zweite Röhre verhindert werden könne, lehnt die Urner Regierung kategorisch ab.
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Kommentare lesen
orgetorix (13. Juli 2012, 19:12)
Den armen europäischen Staateen unter die Arme greifen!
In Basel, bzw. knapp ausserhalb,sowie in den Regionen SH,ZH und AG sind grosse SBB-
Beitrag kommentierenLadestationen für PKW'S zu bauen und im Tessin, bzw. in Italien dasswelbe. Die LKWs sind via F und A umzuleiten, die sind für die CH Volkswirtschaft nicht relevant!
fozzibär (13. Juli 2012, 17:18)
Gegen Lärm und Luftverschmutzung
Zweit- und Drittwohnungen hätte man da eigentlich schon noch viel lieber und der dadurch entstehende Lärm und die Luftverschmutzung würde man noch so gerne in Kauf nehmen!!
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