Tagblatt Online, 27. Juli 2012 14:49:00
«Tschümperlin hat sich verrannt»
SVP-Präsident Toni Brunner. (Bild: Keystone)
Andy Tschümperlin, Chef der SP-Bundeshausfraktion, will verhindern, dass Ueli Maurer 2013 Bundespräsident wird. «Diese Attacke nehme ich nicht ernst», sagt SVP-Präsident Toni Brunner.
Am letzten Wochenende wirbelte der Schwyzer Nationalrat Andy Tschümperlin Staub auf. Er werde sich persönlich dafür engagieren, dass Verteidigungsminister Ueli Maurer im Dezember nicht zum Bundespräsidenten gewählt werde. Der SVP-Magistrat sei dieses Amtes nicht würdig, verkündete Tschümperlin via «Sonntags-Blick».
Ungeschickt
Was meint Toni Brunner dazu? «Ich kann Andy Tschümperlin nicht ernst nehmen», sagte der Präsident der SVP am Freitag am Rande eines Pressegesprächs. Wenn der SP-Fraktionschef tatsächlich plane, Ueli Maurer zu diskreditieren, dann müsste er schon geschickter vorgehen. Eine solche Attacke lanciere man sicher nicht via Boulevardpresse, schon gar nicht Monate vor dem Wahltermin, wenn man erfolgreich sein wolle.
Toni Brunner seinerseits dreht den Spiess um: «Ich gehe davon aus, dass sich die SP im Dezember an die usanzmässigen Gepflogenheiten hält und Ueli Maurer zum Vizepräsidenten wählt.» Zudem erwarte er, so Brunner, dass die Sozialdemokraten der SVP bei nächster Gelegenheit endlich einen zweiten Sitz in der Regierung zubilligten. «Sonst wüsste ich nicht, was die SVP noch im Bundesrat verloren hat."
Erledigt
Andy Tschümperlin habe sich mit seiner sommerlichen Aktion schlicht verrant, lautet das Urteil des SVP-Präsidenten. Diese Einschätzung hat einiges für sich. In den letzten Tagen haben mehrere SP-Fraktionskollegen auf Tschümperlins Offensive sehr reserviert reagiert. Ob sich der Schwyzer Nationalrat innerhalb seiner eigenen Fraktion isoliert hat, wie Toni Brunner zu glauben weiss, bleibt abzuwarten.
Der SVP-Präsident jedenfalls ist nicht gewillt, den Fehdehandschuh aufzugreifen. «Für mich ist die Sache erledigt.»
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Kommentare lesen
deich (27. Juli 2012, 16:07)
Bemühen
Brunner's Frage, ob die SVP im Bundesrat noch etwas "verloren hat", stellt sich tatsächlich zumindest solange, wie die Partei stets mit "Opposition" wedelt, sobald ihr etwas "nicht passt". Konkorante Zusammenarbeit ist anders. Also "Toni", bemüh dich! Dass da ein SP-Mann für einmal daneben langte, ist Allgemeinwissen. Das schluckst du mit einem Glas Toggenburger Milch runter.
Beitrag kommentierenInventa (27. Juli 2012, 17:36)
Luftheuler
Schon wieder so ein Luftheuler
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