Tagblatt Online, 11. Juli 2012 00:27:38
Prämien steigen 2013 moderat
Der Anstieg der Krankenkassenprämien beträgt im kommenden Jahr laut Comparis weniger als 3 Prozent. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)
Laut Comparis beträgt der Anstieg der Krankenkassenprämien im kommenden Jahr weniger als 3 Prozent. Dies hat eine Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes bei den grössten Versicherern ergeben.
For., Bern
Die Comparis-Umfrage bestätigt die Einschätzung von einzelnen Branchenexponenten. 2013 werden die Prämien in der Grundversicherung voraussichtlich moderat steigen. Comparis ermittelte aufgrund einer Umfrage bei den grössten Krankenkassen einen Anstieg von unter 3 Prozent. Bei diesen sind rund 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung versichert. Allerdings könne der Prämienanstieg bei einzelnen Versicherern deutlich höher ausfallen, teilt Comparis in einem Communiqué mit.
Positiv auf die Entwicklung der Prämien wirke sich das geringe Kostenwachstum im vergangenen und im laufenden Jahr aus. Die Kassen könnten sogar die teilweise zu knappen Reserven aufstocken, sagt Felix Schneuwly von Comparis. Darin sieht der Krankenkassen-Experte jedoch auch eine Gefahr. Höhere Reserven böten Anreize, bei der Prämienberechnung knapper zu kalkulieren. Dies dürfte sich dann negativ auf die Prämien für 2014 auswirken.
Für 2014 rechnet Comparis auch aus anderen Gründen mit einem höheren Prämienanstieg. Nach der Umstellung auf Fallpauschalen per Anfang Jahr gelten viele Spitaltarife erst provisorisch. Zudem sind die Spitäler wegen des inzwischen gelösten Streits um die Lieferung von Patientendaten an die Krankenkassen im Verzug mit der Fakturierung. Beide Faktoren führen laut Schneuwly dazu, dass das Kostenwachstum im laufenden Jahr tendenziell unterschätzt wird.
Kostentreibend wirken sich auch zusätzliche Arztpraxen aus. Nach der Aufhebung des Zulassungsstopps haben rund 1000 Ärzte eine neue Zulassung für die Abrechnung mit der Krankenkasse erhalten. Schneuwly rechnet damit, dass die Hälfte dann auch tatsächlich eine eigene Praxis eröffnet. Wenn man davon ausgeht, dass eine Praxis im Schnitt 500'000 Franken Umsatz im Jahr generiert, steigen damit die Kosten um 250 Millionen Franken. Dies entspricht einem Prämienprozent.
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