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Tagblatt Online, 27. Juni 2012, 11:58 Uhr

Lehrer fordern mindestens sechs Prozent mehr Lohn

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Viele Schulen suchen derzeit nach Lehrerinnen und Lehrern. (Bild: Keystone / Arno Balzarini)

Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich unterbezahlt. In Berufen mit vergleichbaren Anforderungen verdienen Angestellte gemäss einer Studie zwischen 10 und 85 Prozent mehr. Auf das nächste Jahr sollen die Löhne der Lehrer daher leicht erhöht werden.


(sda)

Für 2013 fordert der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) eine Reallohnerhöhung von mindestens sechs Prozent. Zudem müsse die Teuerung jährlich ausgeglichen werden. Auch brauche es eine gesetzlich verankerte Lohnperspektive für Lehrer.

10 bis 85 Prozent höher lägen die Löhne in «anforderungsgleichen Berufen» in Privatwirtschaft und Verwaltung, heisst es in einer Medienmitteilung des LCH vom Mittwoch. Er beruft sich auf eine Salärvergleichsstudie von PricewaterhouseCoopers aus dem Jahr 2010. Diese Unterbezahlung müsse beseitigt werden.

Kantone, die beim Teuerungsausgleich noch Rückstände aufwiesen, müssten diese beseitigen. Die derzeit leicht negative bis schwache Teuerung erleichtere diese Aufgabe. Lehrerinnen und Lehrer würden in der Regel keine eigentliche Berufskarriere mit Aussicht auf mehr Lohn kennen, wie dies in anderen Branchen üblich sei, schreibt der LCH weiter. «Deshalb brauchen wir eine gesetzlich verankerte Lohnentwicklung.» Die «heute vorherrschende Willkür» gehöre beseitigt.

«Lage spitzt sich zu»

An den Schweizer Schulen gebe es zu wenig ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen, und die Lage spitze sich zu, hält der Dachverband fest. In einer Umfrage des Deutschschweizer Schulleiterverbands kurz vor Beginn des Schuljahrs 2012/13 hätten 40 Prozent der Schulleiter die vorgenommenen Stellenbesetzungen als zumindest teilweise ungenügend erachtet.

Nur etwa fünf Prozent der Befragten hätten angegeben, die Ausbildung der Lehrperson und das Profil der ausgeschriebenen Stelle stimmten immer überein. Gemäss Prognosen des Bundesamtes für Statistik werde sich 2020 der Bedarf an Lehrpersonen für die Primarstufe gegenüber 2012 um 29 Prozent erhöhen.

Angesichts des Mangels an Lehrpersonen und der gestiegenen Anforderungen sei es unverständlich, dass die meisten Arbeitgeber den Kopf immer noch in den Sand steckten, hält die Lehrerschaft fest. Immerhin hätten einzelne Kantone reagiert und deutliche Korrekturen vorgenommen.



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