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Tagblatt Online, 11. August 2012 11:53:00

Laut Widmer-Schlumpf ziehen Deutsche kaum Gelder ab

Weiterhin ist es offen, ob die Abgeltungssteuer in Deutschland durchkommt oder nicht. Im Bild die Schweizer Botschaft in Berlin. Zoom

Weiterhin ist es offen, ob die Abgeltungssteuer in Deutschland durchkommt oder nicht. Im Bild die Schweizer Botschaft in Berlin. (Bild: Keystone/Kumm)

Die Unsicherheit um das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz hält an. Einmal mehr macht die Bundespräsidentin auf die Vorteile aufmerksam, die Deutschland aus der Abgeltungssteuer erwachsen würden.

(sda)

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf sieht keine Anzeichen dafür, dass deutsche Gelder in nennenswertem Ausmass von der Schweiz nach Singapur abgezogen werden. Am Vortag hatte bereits die UBS solche Transaktionen in Abrede gestellt.

Wie die Finanzministerin in einem Interview in den Samstagausgaben der «az Aargauer Zeitung» und der «Südostschweiz» sagte, haben sich die Banken verpflichtet, solche Transfers aus steuerlichen Gründen nicht vorzunehmen.

Zudem sei das Steuerabkommen mit Deutschland «darauf ausgelegt, dass Gelder nicht irgendwohin verschoben werden, sondern hier nachbesteuert werden zu akzeptierbaren Bedingungen».

Verunsicherung streuen

Mit den Berichten über den Kauf von Steuer-CD werde versucht, Verunsicherung zu streuen. Die Vermutung, dass man möglichst viele Deutsche noch dazu bringen wolle, ihre Vermögen offenzulegen, sei nicht von der Hand zu weisen.

Mit dem Abkommen gebe es aber bald die Möglichkeit, die Vermögen korrekt nachversteuern zu lassen. «Die Daten-CD haben keinen Wert mehr, wenn das Steuerabkommen in Kraft ist. Die deutschen Vermögen in der Schweiz gelten dann als versteuert», sagte Widmer-Schlumpf.

Falls Deutschland das Steuerabkommen ablehne, bleibe dem Land nur der bisherige Weg, nämlich mit Amtshilfe einzelnen Verdachtsfällen nachzugehen oder «mit rechtlich fragwürdigen CD-Käufen» nach dem Zufallsprinzip Steuerdelikte aufzuspüren. «Die Deutschen müssen sich gut überlegen, ob sie das wollen.»

Keine Amtshilfe bei geklauten Daten

Die Schweiz werde jedoch keine Amtshilfe bei Gesuchen leisten, die auf geklauten Daten basierten. Zu eruieren, ob ein Gesuch auf gestohlenen Daten beruhe, sei zwar aufwendig, aber möglich. Das Steuerabkommen biete deshalb die beste Möglichkeit, die Besteuerung sämtlicher Konten von deutschen Steuerpflichtigen in der Schweiz zu gewährleisten.

«Das Problem mit dem Missbrauch des Bankgeheimnisses müssen wir so oder so lösen: Wir wollen keine unversteuerten ausländischen Vermögen mehr in der Schweiz haben», sagte Widmer-Schlumpf.




Leser-Kommentare:
2 Beiträge

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adolfk31 (12. August 2012, 15:57)
Hoffentlich ....

ist Ihre Gerstensuppe besser als politischen Prognosen ....

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unangan (11. August 2012, 23:25)
"Die Daten-CD haben keinen Wert mehr, "

na dann. . Frau Bundesrätin...
Sie, Frau Bundesrätin sind sicher eine sehr gebildete "Fachfrau". Doch was Sie uns, Frau Bundesrätin mitteilen, hat mit der Wirklichkeit der "weltweiten Geldpolitik" nichts... aber auch gar nichts zu tun...!!!..
Wir Schweizer mit unserer Bankenwirtschaft stehen in Konkurrenz zu weltweiten Bankeninteressen in Konflikt.
Wenn Sie, Frau Bundesrätin meinen, dass die Interventionen von Finanzministern zu unversteuerten Geldern, so "einfach" mit irgend welchen Steuernabkommen aus der Welt geschafft werden.... smile...
Steinbrück... sattelte "schnell Mal" seine Pferde... und Andere werden nicht nur die Pferde satteln, sondern gleich mit "Pulver und Gewehr" los reiten. ..............Wetten....!!!...

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