St.Galler Tagblatt Online, 07. August 2012 17:00:17
Kampf um Milchpreis geht in die nächste Runde
Der Milchpreis wird noch einige Zeit für hitzige Diskussionen sorgen. (Bild: Keystone / Martin Ruetschi)
Nachdem sich die Branchenorganisation nicht auf einen Richtpreis für das dritte Quartal hatte verständigen können, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Milchpreis unter Druck kommt. Der Bauernverband ist verärgert.
(sda) Der Milchpreis sorgt weiterhin für rote Köpfe. In den letzten Tagen haben einige Milchverarbeiter die Preise für Molkereimilch gesenkt. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zeigte sich verärgert und bezeichnete den Schritt als «unverständlich».
Ernsthafte Bemühungen gefordert
Die Senkung verschärfe die schwierige wirtschaftliche Situation der Milchproduktionsbetriebe weiter, schreibt der SBV in einer Mitteilung vom Dienstag. Er fordert, dass die Produzenten und Verarbeiter sich «endlich ernsthaft um eine Stabilisierung des Milchmarkts» bemühen.
Dazu müssten die bereits beschlossenen marktstabilisierenden Massnahmen wie die Segmentierung umgesetzt werden. Mit dieser wird der Milchpreis abhängig von der realisierten Wertschöpfung abgestuft. Gegen die Segmentierung wehren sich aber die Verwerter und Milchproduzenten.
Keine Überraschung
Die Reaktion des SBV kommt nicht überraschend. Nachdem sich die Branchenorganisation (BO) Milch im Juli nicht auf einen Richtpreis für das dritte Quartal hatte verständigen können, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Milchpreis gesenkt werden würde.
Dieser befindet sich auf einem historisch tiefen Niveau. Gemäss jüngsten Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) beträgt er noch 58 Rappen pro Kilo Milch.
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