Tagblatt Online, 13. Juli 2012 11:49:08
Grünes Licht für Asylunterkunft auf dem Lukmanierpass
Der Bund kann 100 Asylsuchende in einer Militärunterkunft auf dem Lukmanierpass unterbringen. Der Vorstand der Standortgemeinde Medel (GR) hat am Mittwochabend grünes Licht für das Vorhaben gegeben.
(sda)
Der Entscheid für die Nutzung der Gebirgsunterkunft auf der Passhöhe als Asylunterkunft sei einstimmig gefallen, sagte Gemeindepräsident Peter Binz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Entscheidend seien positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung gewesen. «Wir können einen Beitrag leisten, und wir wollen ihn leisten», fasst Binz die Stimmung im 500-Seelen-Dorf zusammen. Vor der künftigen Situation habe man allerdings durchaus Respekt.
Einmaliges Unterfangen
Vorgesehen ist, die in einer alpinen Landschaft gelegene Anlage im Sommerhalbjahr 2013 als Bundeszentrum für 100 Asylsuchende zu nutzen. Die einzelnen Personen sollen aber nicht monatelang, sondern jeweils nur einige Wochen auf dem Pass wohnen. Das Unterfangen soll einmalig sein und im Folgejahr nicht wiederholt werden.
Medel ist schon die zweite Bündner Gemeinde, die bereit ist, Asylsuchende in einer Militärunterkunft aufzunehmen. Im 134 Einwohner zählenden Dorf Sufers auf der San-Bernardino-Route hat der Gemeindevorstand Anfang Juli einem Bundeszentrum zugestimmt. Dort soll die Anlage voraussichtlich diesen Herbst in Betrieb genommen werden. In beiden Gemeinden noch ausstehend ist eine Vereinbarung mit den zuständigen Bundesstellen über die Details des Betriebes. Gemeindepräsident Binz rechnet aber damit, dass man sich wird einigen können.
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Kommentare lesen
zombie1969 (15. Juli 2012, 11:08)
Respekt!
"Vor der künftigen Situation habe man allerdings durchaus Respekt"
Beitrag kommentierenDann bleibt zu hoffen, die Asylbewerber die dort untergebracht werden, verhalten sich ebenfalls respektvoll. Insbesondere da sie ja im Heimatland verfolgt werden und hier lediglich Schutz suchen.
deich (13. Juli 2012, 12:52)
Mal anders
Es ist erfreulich, wenn sich eine weitere Bündner Gemeinde anbietet, dem Bund im Asylbereich entgegen kommen zu wollen, auch wenn die Örtlichkeit auf dem Lukmanier wohl nur vorübergehend zweckmässig - in mancherlei Beziehungen - erscheint. Aber immerhin! Man hört derzeit mehr von Gemeinden, die sich ganz stringent dagegen wehren, mit "Asyl" in ihren Grenzen konfrontiert zu werden. Aus Medel (Hauptort Curaglia) tönt es anders. Die Gemeinde ist bereit, mit Bern das Mögliche abzustecken. Konkordanzdemokratie: Es gibt sie noch!
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