Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 10. Juli 2012 05:58:15

Ein Name wie ein Medikament

Internationale Briefe werden künftig nicht mehr von der Schweizerischen Post ausgetragen, sondern vom neu gegründeten Unternehmen Asendia. Zoom

Internationale Briefe werden künftig nicht mehr von der Schweizerischen Post ausgetragen, sondern vom neu gegründeten Unternehmen Asendia. (Bild: KEYSTONE / Gaetan Bally)

Die Schweizerische Post und die französische La Poste haben ihr jeweiliges, internationales Briefgeschäft fusioniert, das neue Unternehmen trägt den Namen Asendia. Erklärtes Ziel ist es, die Deutsche Post als Marktführer im internationalen Briefverkehr abzulösen.

P. S.

Was im Dezember angekündigt wurde, ist vollzogen: Die Schweizerische Post und die französische La Poste haben ihr jeweiliges internationales Briefgeschäft in ein gemeinsames Unternehmen eingebracht, an dem sie je zu 50 Prozent beteiligt sind. Der dafür kreierte Name Asendia lässt gefühlsmässig eher auf ein Medikament in Form von in Wasser zischenden Tabletten schliessen als auf ein Logistikunternehmen.

Die je hälftige Beteiligung macht deutlich, dass die mit diesem Geschäft betrauten Einheiten beider Postunternehmen mit Umsätzen zwischen 700 und 800 Millionen Franken etwa gleich gross sind. Da die Import- bzw. Exportgeschäfte in der Schweiz und in Frankreich weiterhin von den Mutterfirmen betreut werden, ergibt sich für Asendia ein Umsatz von rund 500 Millionen Franken – dies bei einem weltweit auf 12 Milliarden Franken veranschlagten Gesamtvolumen. Wie angekündigt wird die Verantwortung zwischen beiden Mutterhäusern aufgeteilt: Das eine stellt den Verwaltungsratspräsidenten, das andere den Geschäftsführer.

Den Vorsitz des Verwaltungsrats übernimmt der Schweizer Briefpost-Chef Ulrich Hurni. Geschäftsführer wird Marc Pontet, ehemaliger stellvertretender Geschäftsführer und Verkaufschef der französischen La Poste Global Mail. Ziel des neuen Unternehmens sei es, in zwei bis drei Jahren die Deutsche Post als Marktführer im internationalen Briefverkehr abzulösen, wurde der schweizerische Postchef, Jürg Bucher, am Montag zitiert. Asendia startet mit über 1000 Angestellten. In der Schweiz ist von einem Abbau von 50 bis 100 Stellen auszugehen. Man sei bestrebt, keine Kündigungen auszusprechen, sondern Betroffenen postintern Alternativen anzubieten, heisst es.

Die Schweizerische Post hat seit 2002 Erfahrung mit einem grenzüberschreitenden Joint Venture, der TNT Swiss Post AG mit Hauptsitz im Aargau, an der die niederländische TNT Express und die Schweizerische Post je 50 Prozent halten und die sich auf geschäftliche Expresspost konzentriert. Beide Partner und ihre Kunden profitieren gegenseitig von ihren Distributionsnetzen; just darum geht es nun letztlich auch bei der Zusammenarbeit mit der französischen Post.





Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

facebook.com / tagblatt

 ...