Tagblatt Online, 12. Juni 2012 14:16:40
Drei Szenarien für eine Schweiz ohne Atom
Wer auf Atomkraftwerke, Gaskombikraftwerke und Importe verzichten will, muss sich an das Bild von Windturbinen gewöhnen – auch in den Alpen. (Bild: Keystone / Swisswinds AG)
Wenn die Schweiz künftig ohne Atomkraftwerke auskommen will, hat dies einschneidende Folgen. Die Strombranche hat drei Szenarien präsentiert, die unterschiedliche Auswirkungen auf Alltag und Landschaftsbild haben.
(sda) Die Schweizer Strombranche hat ihre eigenen Vorstellungen entworfen, wie die Schweiz künftig ohne Atomenergie auskommen soll. Auf Basis von mehreren Studien entwickelte der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) drei Szenarien, die er am Dienstag in Bern vorstellte.
Drastische Massnahmen
Jeder der drei Wege sei mit unterschiedlichen Auswirkungen verbunden, teilte der VSE mit. Eine Schweizer Stromzukunft ohne Gaskombikraftwerke und ohne Importe von nicht erneuerbarer Energie sei allerdings nur mit sehr grossen Anstrengungen beim Stromsparen und mit drastischen Massnahmen möglich.
Das Szenario 1 geht zwar von verstärkten Vorschriften für Stromeffizienz und Förderung erneuerbarer Energien aus, rechnet aber mit einem weiter steigenden Strombedarf. Dies bedeutet, dass ein Viertel der Energie weiterhin importiert werden muss. Dazu braucht es laut VSE auch sieben bis 8 Gaskombikraftwerke.
1000 Windkraftwerke
Bei Szenario 2 geht der VSE davon aus, dass 70 Prozent der Energie aus erneuerbaren Formen entstehen, zum Beispiel mit knapp 1000 Windkraftwerken, 8 Wasserkraftwerken und 7000 Photovoltaikanlagen in der Grösse der Anlage auf dem Stade de Suisse in Bern. Trotzdem brauche es noch 4 bis 5 Gaskombikraftwerke.
Szenario 3 nimmt an, dass der Stromverbrauch dank starken Lenkungsabgaben um 7 Prozent zurückgeht. Zudem wird bei diesen Annahmen massiv in erneuerbare Energien investiert, zum Beispiel in 1250 Windkraftwerke, 10 Wasserkraftwerke und Photovoltaikanlagen, die 11 500-mal derjenigen auf dem Stade de Suisse entsprechen.
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Kommentare lesen
gallenblog.wordpress.com (14. Juni 2012, 10:26)
Wär ja schlimm...
wenn plötzlich jeder Haushalt, jedes Quartier oder Gemeinde ihre Energie selbst herstellen würde.
Beitrag kommentierenWo bliebe dann noch der Gewinn für Stromkonzerne und deren Besitzer Kantone und Gemeinden.
Durch den Wegfall von Leitungsverlusten bei dezentralen Kraftwerken könnten locker mehrere AKWs abgestellt werden.
Der Konsument muss von Grosskonzernen abhängig bleiben. Dafür sorgt deren Lobby bis in den Bundesrat.
Nold (13. Juni 2012, 08:42)
Wo sind die verbindlichen Antworten der AKW-Gegner?
Wo sind denn jetzt die Atomkraftgegner mit ihren tausenden von ausfürungsreifen Projekten, welche in den Schubladen bereit liegen? Welche Ersatzleistung können durch all diese Projekte gesmthaft sichergestellt werden und wer garantiert für den versprochenen Erfolg? Statt jetzt wieder die Berechnungen der Strombranche in Frage zu stellen, wären von den AKW-Gegnern endlich verbindliche Antworten bezüglich unserer zukünftigen Stromversorgung gefragt!
Beitrag kommentierendeich (12. Juni 2012, 18:08)
Ideen
Das grösste gesellschaftliche (Energie-) Potential liegt wohl im Strom sparen, sowie in der Effizienzsteigerung auf allen technisch aktuell möglichen Ebenen bei gleichzeitiger Weiterentwicklung dieser Technik. Durch das Potential "Technische Kreativität" wird der Werkplatz Schweiz attraktiv und fördert so den Export seiner Produkte. Mit "Stromverschwendung" ist Schluss (sollte es sein!). Windturbinen: Bei den bestehenden Wasserkraftwerken in den Bergen mit ihren oft brutal gestalteten Speicherbecken und Staumauern ist reichlich Raum, um veritable "montane Energieregionen" entstehen zu lassen. Auf jedem Dach ohne denkmalschützerisches Potential ist Photovoltaik angesagt. Grundlast: Wasserkraftwerke optimieren, neue bauen, ebenso Gaskombikraftwerke. Viele autarke "Energiedörfer" entwickeln (Beispiele im Schwarzwald vorhanden!). Lamentieren zählt nicht, hingegen Ideen! Die Schweiz ist aus dieser Sicht wirklich nicht arm. An die Arbeit!
Beitrag kommentierennabru (12. Juni 2012, 17:24)
endlich eine gute Idee
auf jeden Berggipfel anstelle eines Kreuzes eine Windturbine !
))
Beitrag kommentierenUnd wer weiss eines Tages den Strom per Funk übermitteln
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