Tagblatt Online, 05. August 2012 00:00:00
3000 Hilferufe von Touristen
Endstation für Touristen ohne Pass: Grenzübergang vonSlowenien nach Kroatien. (Bild: Laif)
Tausende Schweizer geraten auf ihren Reisen in Schwierigkeiten. Seit die Notfallnummer des Bundes rund um die Uhr inBetrieb ist, hat sich die Zahlder Hilferufe verdoppelt.
Stefan Bühler
«Wir empfehlen den Leuten, sich gründlich auf die Ferien vorzubereiten», sagt Hans-Peter Heiniger. Zum Beispiel, wenn sie planen, mit dem Auto für Badeferien nach Kroatien zu reisen: «Wir erhalten im Sommer nahezu jedes Wochenende Anrufe von Schweizer Touristen, die an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien nicht weiterkommen, weil sie keinen gültigen Pass dabei haben.»
Im Unterschied zu allen anderen Staaten in der Nähe der Schweiz genügt eine Identitätskarte oder ein abgelaufener Pass für die Einreise nach Kroatien nicht – und die Grenzwächter vor Ort kennen offensichtlich kein Pardon: Wird kein Pass vorgewiesen, bleibt der Schlagbaum unten. In dieser Situation wählen die blockierten Touristen die Nummer der Helpline des Aussendepartements (EDA) in Bern: +41 800 24 7 365. Und hier erfahren sie, dass ein neuer Pass über die Schweizer Konsulate in Wien oder Mailand organisiert werden kann, dass das aber nicht innert Stunden zu machen sei. Manchmal ist sogar die Rückkehr in die Schweiz nötig – der Ferienbeginn ist dann gründlich vermasselt.
Heiniger leitet das zehnköpfige Team der EDA-Helpline, die sei Anfang 2011 besteht und auf diesen Sommer hin zum 24-Stunden-Betrieb ausgebaut worden ist. Ein Angebot, das auf grosses Interesse stösst: Im Juli verzeichnete das Team 3000 Anfragen, 2500 sind es im Durchschnitt pro Monat seit Jahresbeginn. Das ist nahezu eine Verdoppelung der Anrufe im Vergleich zum letzten Jahr.
Angerufen wird von Schweizern aus dem Ausland, wenn etwa wegen eines Diebstahls die Reisedokumente abhandengekommen sind und die Airline trotz Ticket den Rückflug verweigert. Auch bei Unfällen und Todesfällen von Schweizern im Ausland melden sich die Angehörigen bei der Helpline. Und im Falle von Katastrophen: «Nach Fukushima erhielten wir auch Fragen, wie riskant eine Reise nach Kalifornien sei oder ob man auf den Malediven noch Fisch essen dürfe», sagt Heiniger.
Angerufen wird auch aus der Schweiz. Dabei stehen Fragen zu Visa-Formalitäten im Vordergrund. «Das ist ein Dauerbrenner», sagt Heiniger, «meist müssen wir die Leute aber an die Botschaften der Länder verweisen, in die sie reisen wollen.»
Seit Ende Juni können sich Touristen und Geschäftsreisende beim EDA zudem auf der Plattform «itineris» online registrieren, bereits haben über 10 000 Personen von dem neuen Angebot Gebrauch gemacht. Sollte sich in ihrem Zielland die Sicherheitslage ändern, werden sie vom EDA via SMS darauf aufmerksam gemacht. Den ersten Ernstfall haben Heiniger und seine Leute schon hinter sich: «In Tadschikistan kam es vor wenigen Tagen zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Nun haben wir mit Schweizer Touristen, die im Pamir-Gebirge unterwegs sind, Kontakt aufgenommen und sie gewarnt.» Die Schweizer konnten das Krisengebiet unbeschadet verlassen.
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adolfk31 (05. August 2012, 13:48)
Ja....es gibt eben gar noch
bedürftige Schweizer und nicht nur Wirtschaftsflüchtlinge .... Und um diese kümmert man sich amtlich erst seid 2 Jahren ? ….. Wie viel bezahlen unsere Botschaften alleine an deren Rückführungen seid Jahren ?
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