Tagblatt Online, 24. Juli 2012 09:36:59
Vier Tote bei Waldbränden in Spanien
Ein Feuerwehrmann kämpft in der Region Alt Emporda in Katalonien, Spanien, gegen die Flammen. (Bild: Keystone / EPA)
Der Waldbrand in der spanischen Region Katalonien nahe der Grenze zu Frankreich ist ausser Kontrolle. Mindestens vier Menschen starben, weitere 24 wurden verletzt. Auch in Italien und Kroatien toben schwere Brände.
(sda/dapd/dpa/apa) Waldbrände im Nordosten Spaniens haben bereits vier Menschen das Leben gekostet. Auf der Flucht vor den Flammen kamen am Sonntag ein Franzose und eines seiner drei Kinder ums Leben, als sie von einer etwa 20 Meter hohen Klippe ins Meer stürzten. Das Drama ereignete sich in Portbou an der Grenze zu Frankreich.
Der 60-jährige Vater sei auf Felsen aufgeschlagen und sofort tot gewesen, die 15-jährige Tochter ertrunken, sagte Vizebürgermeisterin Elisabet Cortaba. Die Mutter habe sich eine Rückenverletzung zugezogen und befinde sich in kritischem Zustand. Der Sohn und die andere Tochter hätten keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten, sagte Cortaba.
Unklar war, ob die Familienmitglieder von der Klippe gesprungen oder gestürzt waren. Einige Augenzeugen hätten berichtet, die Franzosen hätten «sich hinuntergestürzt», andere hingegen hätten gesagt, sie seien «gefallen», sagte der Hafenchef von Portbou, Tony Buixeda.
Die Franzosen und rund 150 weitere Touristen hatten am Sonntagabend wegen der Flammen ihre Fahrzeuge verlassen müssen und waren hangabwärts in Richtung Strand geklettert, wie Cortaba sagte. Die Franzosen seien vom Rest der Gruppe getrennt worden und hätten die Klippe erreicht. Dort habe es angesichts der heranrückenden Flammen nur einen einzigen Ausweg gegeben, sagte Cortaba.
Herzanfall beim Löschen erlitten
Bei den am Sonntag ausgebrochenen Bränden in der Region Katalonien kamen bisher mindestens zwei weitere Menschen ums Leben, darunter ein Mann, der beim Löschen der Flammen um sein Haus einen Herzanfall erlitt. Bei diesen Opfern habe es sich ebenfalls um Franzosen gehandelt, teilte ein Sprecher des französischen Aussenministeriums, Bernard Valero, mit.
Die Flammen zerstörten bisher 90 Quadratkilometer Fläche. Mehr als 1400 Menschen mussten wegen der Brände die Nacht in Unterkünften verbringen. Die Feuerwehr entsandte mehr als 80 Teams, um gegen die Waldbrände anzukämpfen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden zudem drei Löschflugzeuge entsandt.
Brände auch in Italien
Schwere Brände tobten trotz einer Schlechtwetterfront auch in Italien weiter. Eine 20 Hektaren grosse Fläche Wald ist bei einem Feuer zerstört worden, das am späten Sonntag in Capannori unweit der Stadt Lucca entstanden war. Feuerwehrmannschaften waren die ganze Nacht im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.
Zwei Helikopter und zwei Flugzeuge mussten ausrücken, um den Brand zu löschen. Für Menschen und Wohnungen gab es keine Gefahr. Drei neue Brände wurden am Montag unweit von Genua gemeldet und zerstörten mehrere Hektaren Wald. Starke Winde erschwerten die Arbeit der Feuerwehrmannschaften.
Bei schweren Bränden waren vergangene Woche grosse Flächen im Pollino-Nationalpark in der süditalienischen Region Kalabrien zerstört worden.
Ein Toter in Kroatien
Bei Waldbränden an der nordkroatischen Adriaküste kam am Montag ein Feuerwehrmann ums Leben; Hunderte von Touristen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.
Der 45-jährige Feuerwehrmann sei am Montag beim Kampf gegen einen Buschbrand in der Nähe von Moscenicka Draga auf der Halbinsel Istrien plötzlich zusammengebrochen und gestorben, sagte ein Sprecher dem staatlichen Fernsehsender HRT. Die genaue Todesursache werde noch untersucht. Ein weiterer Brand brach am Morgen im Umland der Hafenstadt Rijeka aus.
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