Tagblatt Online, 05. Juli 2012 05:53:00
Gefahr für Bern vorerst gebannt
Bern ist am Mittwoch nur knapp davongekommen: Aare am Mattenquartier (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)
Die Bewohner der Stadtberner Quartiere Matte, Marzili, Dalmazi, Altenberg und Felsenau können aufatmen. Nach dem plötzlichen Anschwellen der Aare durch einen Nebenfluss am Abend hat sich die Lage merklich entspannt. Vorerst ist nicht mehr mit Überflutungen zu rechnen.
(sda) In der Stadt Bern hat die Feuerwehr am Mittwochabend wegen Hochwassergefahr die Bevölkerung mit Sirenen alarmiert. Nach heftigen Niederschlägen im Raum Thun befürchtete die Feuerwehr, dass die Aare in der Bundesstadt über die Ufer treten würde.
«Es war ein Wettkampf gegen die Zeit», sagte Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern. Nach heftigen Regenfällen am Nachmittag führte die Zulg, die im Raum Steffisburg am Tor zum Berner Oberland in die Aare fliesst, plötzlich grosse Wassermengen sowie Schwemmholz mit.
Wasserwalze auf Bern
Die heftigen Regenfälle im Gebiet Eriz hatten dazu geführt, dass gemäss der Messstation des bernischen Amts für Wasser und Abfall die Zulg bei Heimberg um etwa 17 Uhr innert Kürze von ein paar wenigen Kubikmetern Wasser pro Sekunde auf 190 Kubikmeter anschwoll – dass also eine wahre Wasserwalze daherkam. Ebenso rasch, wie der Fluss anschwoll, sank der Pegel gemäss dem Diagramm wieder.
Um etwa 20 Uhr hatte das Wasser Bern erreicht, wo die Aare maximal 420 Kubikmeter pro Sekunde führte, dann aber ebenfalls ziemlich rasch wieder an Höhe verlor.
Messstation mitgerissen
Weil dieses Ereignis überraschend eingetreten sei und weil eine Messstation mitgerissen worden sei, habe das kantonale Amt für Wasser und Abfall relativ spät Informationen erhalten. Dafür habe man dann aber rasch darauf reagiert, versicherte Märki.
Das Amt schloss den Hochwasserentlastungsstollen in Thun, damit nicht noch zusätzliche Wassermassen auf die Bundesstadt zukamen. In den Stadtberner Quartieren Matte, Marzili, Dalmazi, Altenberg und Felsenau, die unmittelbar an der Aare liegen, bauten die Einsatzkräfte überall Sperren ein.
Schwemmholz aus der Aare gehievt
Die Feuerwehr stellte fest vorbereitete Elemente wie Verschalungen auf und setzte grosse Schläuche ein. Sie unterstützte die Anwohner, die Sandsäcke vor Eingangstüren aufstellen wollten. Im Mattequartier fischte derweil ein riesiger Kran Schwemmholz aus der Aare und entlastete den grossen Deich.
Die Anwesenden und die Anwohner der betroffenen Quartiere, die generell mit relativer Gelassenheit auf die Gefahr reagierten, wurden aufgefordert, exponierte Keller zu räumen. Wegen der Gefahr vor einer Überflutung sollten auch die Fahrzeuge aus der Gefahrenzone gebracht werden, hiess es etwa per Lautsprecher.
Gegen 21 Uhr entspannte sich die Situation merklich. «Wenn es jetzt nicht plötzlich irgendwo heftig regnet, dann muss man nicht mehr mit einer Verschärfung der Situation rechnen», sagte Feuerwehrsprecher Märki.
Die Feuerwehr werde aber nicht gleich ihr Material wegräumen, fügte er an. Zwar bestand am späten Mittwochabend keine spezielle Gefahr mehr, doch die Einsatzkräfte wollten die Situation weiter beobachten.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Märki lediglich von einem Gebäude Kenntnis, in welches Wasser eingedrungen war. Von anderen Schäden wusste er nichts.
Massnahmen bewähren sich
Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause sagte, es habe sich bewährt, dass seit den letzten Hochwassern die Feuerwehr das Aufstellen mobiler Sperren trainiert habe. Bewährt hätten sich auch gewisse Verbauungen, die als Reaktion auf die seinerzeitigen Hochwasser entlang der Aare angebracht worden waren.
Wie immer berichteten die Autoren des Matteblogs auf dem Internet über die neusten Ereignisse. «Die Schwemmholzbilder erinnern ungut an das 2005», schrieben sie. Damals floss die Aare wegen des hohen Pegels und Verstopfungen durch Schwemmholz quer durchs Quartier, und dies führte dazu, dass viele Bewohner evakuiert werden mussten.
Die nach den Hochwassern von 1999 und 2005 ergriffenen Massnahmen zum raschen Eingreifen bei Hochwasser – wie etwa der Einsatz eines Krans zum Wegschaffen von Schwemmholz – hätten Wirkung gezeigt, notierten die Autoren des Blogs dann etwas später.
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gallenblog.wordpress.com (04. Juli 2012, 20:50)
Zahlenspiele
ZB.
Beitrag kommentierenSpeicherstr. +20%
Alter Zoll +4%
Riethüsli +2,4%
Rorschacher Str. Ost +2,1%
während Rosenbergstrasse, Unterer Graben, Splügenstrasse kein oder nur wenig Mehrverkehr hatten, also wo ein A1-Ausbau kaum merkliche Entlastung bringt.
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