Wirtschaft: 09. Februar 2010, 16:00

UBS: Milliarden-Gewinn im Schlussquartal

Oswald J. Grübel (rechts) und CFO John Cryan an der Bilanzmedienkonferenz
Oswald J. Grübel (rechts) und CFO John Cryan an der Bilanzmedienkonferenz. Bild: Keystone

Mit einem Milliardengewinn im letzten Quartal des vergangenen Jahres poliert die UBS nach langem Leidensweg ihr Image wieder auf. Die Konzernleitung wittert Morgenluft - doch sind da immer noch all jene Kunden, die in übergrosser Zahl ihre Vermögen von der Grossbank wegtragen.

1,205 Mrd. Fr. hat die UBS zwischen Oktober und Dezember verdient; Zum ersten Mal seit fünf Quartalen wieder eine schwarze Zahl. Der Jahresverlust von 2,74 Mrd. Fr. ist weit weniger schlimm, als Analysten vorausgesagt hatten und machen das historische Minus von 21,3 Mrd. Fr. im verheerenden 2008 fast vergessen.

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Der Geldabfluss allerdings, der den Vertrauensverlust der Kunden in die grösste Schweizer Bank spiegelt, behält seine dramatischen Ausmasse: 147,3 Mrd. Fr. zogen Kunden ab, aufgeschreckt durch die Steuerkonflikte mit dem Ausland, die italienische Steueramnestie und vor allem den ramponierten Ruf der UBS.

Die Konzernführung weiss, dass sie den Abfluss stoppen muss: Wenn man auch in den kommenden Quartalen weiter profitabel sei, trage das sicherlich zur Vertrauensbildung bei, sagte UBS-Chef Oswald Grübel vor den Medien.

Er wies gleichzeitig darauf hin, dass der Wiederaufbau der Reputation seine Zeit brauche.

Der globale Stellenbestand der UBS, die sich zu den wichtigsten Instituten der Welt zählt, ist innert Jahresfrist um 16 Prozent auf 65'200 gesunken. Für Löhne wendet die Bank 12,8 Mrd. Fr. auf. Wieviel davon sie genau als Boni an Angestellten verteilt, verrät die Bank indessen nicht.

Die Wende im vierten Quartal verdankt die UBS primär ihrer Investmentbank: Die Sparte, welche die UBS in ihre tiefe Krise gerissen hat, weist im vierten Quartal zum ersten Mal seit Mitte 2007 mit 297 Mio. Fr. wieder einen Gewinn aus, auch wenn im Gesamtjahr immer noch ein Verlust von 6,9 Mrd. Fr. verbucht wurde. (sda)



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1 Kommentare Beitrag kommentieren
von Freidenkender
09.02.2010 08:09 Uhr

Ergebnisausweise mit grossen Fragezeichen

Dieser Ergebnis-Ausweis mag etwas sein für naive und unkritische Erdenbewohner. Seit den weltweiten Bankendebakeln können Banken ihre Aktiven so bewerten, wie es ihnen gerade in den Kram passt. Entsprechend kann manipuliert und frisiert werden. Was heute ausgewiesen wird, ist nicht das, was effektiv dahinter steht, sondern das, was man unter Berücksichtigung aller Umstände dem Markt am besten vorgaukelt. Die früher geltenden klaren Bewertungsvorschriften wurden im Zuge der Finanzkrise mit den riesigen unverkäuflichen Aktivbeständen derart gummiartig abgeändert, weil sonst die meisten international tätigen Banken die Insolvenz hätten erklären müssen. Seither setzt man einfach auf den Faktor Zeit in der Hoffnung, dass sich die Werte der Kellerleichen-Bestände wieder erholen. Entsprechend werden diese jeweils bewertet. Es gab wohl realistisch keine andere Möglichkeit, einen Kollaps zu verhindern, aber reell ist das ganze überhaupt nicht. Zurück bleiben erhebliche Fragezeichen.


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