Tagblatt Online, 15. Mai 2012 12:16:00
Kurzarbeit und verlängerte Arbeitszeiten bei Arbonia Forster
Einige Mitarbeitende müssen für den gleichen Lohn mehr arbeiten. (Bild: Ralph Ribi)
ARBON. Die Industriegruppe AFG Arbonia Forster hat für rund 100 Angestellte Kurzarbeit eingeführt. Für alle anderen Mitarbeitenden in der Schweiz gelten spätestens ab August verlängerte Arbeitszeiten.
Betroffen von der Kurzarbeit sind seit Dezember rund 100 Angestellte im Bereich Stahlrohre in der Division Stahltechnik. Stefan Kern, Mediensprecher der AFG Arbonia-Forster-Holding AG, bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung «Blick» vom Dienstag.
«So rasch wie möglich aufheben»
Im Bereich Stahlrohre habe sich der Auftragseingang nicht erwartungsgemäss entwickelt, sagte Kern auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Die Personalkommission war involviert und hat der Einführung der Kurzarbeit zugestimmt.»
Wie lange die Mitarbeitenden nur 80 Prozent arbeiten dürfen, ist noch unklar. «Wir wollen die Kurzarbeit so rasch wie möglich wieder aufheben», sagte Kern. Ein Datum konnte er nicht nennen.
Auch für rund 100 Angestellte der Oberflächentechnik war im Dezember Kurzarbeit eingeführt worden. Diese war vor rund zwei Wochen aber aufgehoben worden.
Für die von der Kurzarbeit betroffenen Angestellten gelten die verlängerten Arbeitszeiten gemäss Kern nicht: Sie arbeiten 80 Prozent der regulären 42-Stunden-Woche.
Mehrarbeit wird ausgeweitet
Bereits im Januar hatte AFG die Arbeitszeit der rund 1000 Mitarbeitenden der AFG-Divisionen Küchen und Kühltechnik, Stahltechnik und Oberflächentechnologie von 42 auf 44 Stunden verlängert. Diese Mehrarbeit bei gleichem Lohn ist gemäss Kern bis Ende Juni 2013 befristet.
Wie letzte Woche bekannt wurde, wird die Mehrarbeit ab August auf die rund 600 Mitarbeitenden der AFG-Divisionen Heiztechnik und Sanitär sowie Fenster und Türen ausgeweitet. Davon ausgenommen sind einzig jene, die dem Schreiner-GAV unterstehen.
Die Mehrarbeit gilt laut Kern für diese Mitarbeitenden bis Ende Juli 2013, dann soll sie aufgehoben werden. «Das ist das erklärte Ziel», sagte Kern.
Die AFG Arbonia-Forster-Holding musste im vergangenen Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 70 Millionen Franken hinnehmen. Mit rund 6000 Mitarbeitenden in der Schweiz und im Ausland wurde 2011 ein Umsatz von 1,347 Milliarden Franken erzielt. (sda)
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Kommentare lesen
unangan (15. Mai 2012, 20:15)
wer die neueste "Arbeitsphilosophie" von Arbonia Forster angreift.....
war...darauf wette ich... ein Fan vom "Gipsermeister" aus dem Rheintal fasziniert, wie der es schaffte, Banken, Aktionäre zu bluffen... "Wer hoch hinaus will"... wird in der Regel auch tief stürzen.
Beitrag kommentierenWelcher Arbeiter das neue Arbeitsregime bei Arbonia-Forster nicht mit tragen will, dem steht es frei die Arbeitsstelle zu wechseln. Mit der Folge, dass ihm, dem Arbeitsstellenwechsler in naher Zukunft das selbe Arbeitsregime der neuen Stelle aufgezwungen wird. So funktioniert nun Mal die Abhängigkeit der "Arbeitenden Bevölkerung". Und dies seit der Industriallisierung vor mehr als hundert Jahren. Gut oder schlecht..???.. ist hier nicht die Frage.. sondern einfach die Logik der industriellen Produktion.
adolfk31 (15. Mai 2012, 15:32)
Kein Wunder ....
Wenn man Verantwortung an gestandene HSG Aktivisten delegiert, die bereits schon eine "Swiss Air" erfolgreich und eigenhändig verbankrotisiert haben gogen .... Forster Arbonia Aktien Kurs Entwicklung : Vor Jahren CHFR. 120.00 ! - Und heute CHFR. 14.40 (immerhin noch ziemlich mickrige 12 Prozent) – Aber eben … von der Industrie mit viel Liebe und Applaus delegiert … als Erfrischung in den Beamtenstab … aber auch da mit überbordenden Geistes Blitzen schnöde verkannt und abgedonnert … warum nicht als vielleicht geeigneter unbewaffneter, umwelt- schonenden Velo Strampli als eigentlichen Selbstständigen, Glarner Schabziger verteilenden Entwicklungshelfer, in den Jemen, Süd-Sudan oder gar noch Afghanistan am Öl Berg ? Problem gelöst ?
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