St.Galler Tagblatt Online, 23. April 2012 16:00:00
Textilverband will Kurs von 1.30
Jakob Schläpfer: Die St. Galler Firma denkt nie ans Aufgeben und hat schon etliche Aufs und Abs erlebt. (Bild: Michel Canonica)
ZÜRICH. Der Textilverband Schweiz fordert so rasch wie möglich einen Eurokurs von 1.30, längerfristig 1.35 Franken. Die Branche sieht wenig erfreuliche Aussichten. Die Exporte sind letztes Jahr um 5,2 Prozent gefallen.
Die Textilbranche ist für die Ostschweiz wichtig. Dass der Franken derzeit so stark ist, macht zum Beispiel der St.Galler Bischof Textil AG zu schaffen, die 90 Prozent ihrer Stickereiprodukte exportiert. Der Schweizerische Textilverband Schweiz (TVS) fordert deshalb «dringend und entschlossen» einen Euro-Mindestkurs von 1.30 Franken, wie Präsident Andreas Sallmann an der heutigen Jahresmedienkonferenz in Zürich erklärte. Das eigentliche Ziel der Branche sei aber 1.35.
Die Herisauer AG Cilander hat die Anzahl Ferienwochen von fünf auf vier reduzieren müssen, beschafft mehr Waren in Euro und erhöht die Preise, wo es möglich ist. Die Beratungsfirma Ecopol rechnet mit einem weiteren Abbau der Beschäftigung in der Textilbranche. Um der Krise zu widerstehen, ist Cilander in die Sparte der technischen Textilien eingestiegen, derweil die Eschler-Gruppe ihre Produktion von Bühler und Münchwilen nach Deutschland und Thailand verlegt. Bis Mitte Jahr fallen deshalb 75 Stellen weg. (du/che)
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