Wirtschaft: 18. September 2008, 01:05

KfW verpulvert Steuergelder

300 Millionen Euro an Lehman Brothers überwiesen kurz vor deren Kollaps

Sehr zum Ärger des deutschen Finanzministers Steinbrück hat die staatliche Förderbank KfW Lehman Brothers kurz vor deren Insolvenz mit 300 Millionen Euro alimentiert.

Fritz Dinkelmann/Berlin

Die KfW-Bankengruppe (die frühere Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist eine staatliche Anstalt mit dem Auftrag, den Mittelstand zu fördern, Existenzgründungen zu ermöglichen und kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) Investitionskredite zu gewähren. Die KfW ist auch im Wohnungsbau und im Bildungswesen aktiv. Das Kapital der Bankengruppe wird zu vier Fünfteln von der Bundesrepublik Deutschland und zu einem Fünftel von den Bundesländern gehalten. Für Verbindlichkeiten und Kredite der KfW haftet der Bund, also der Steuerzahler.

«Unerklärlich, ärgerlich»

Ihnen soll die Bankengruppe jetzt erklären, wie es dazu kam, dass die KfW kurz vor dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers am Montag 300 Mio. € (480 Mio. Fr.) überwiesen hat. Laut Bankangaben versuchten die KfW-Manager, diese Transaktion noch zu stoppen, was aber misslang. Ein Sprecher des deutschen Finanzministeriums forderte gestern eine unverzügliche Aufklärung dieses «Fehlverhaltens». Die Überweisung sei «unerklärlich, ärgerlich und werde Konsequenzen haben». Laut Informationen der Nachrichtenagentur DPA soll KfW-Chef Ulrich Schröder heute Donnerstag Rechenschaft ablegen über eine Panne, die den Sparkurs von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) empfindlich stört – und darüber hinaus eine Bank in Verlegenheit bringt, die schon bei der Rettung der Mittelstandsbank IKB mehrere Milliarden Euro aufbringen musste, auch das staatliche Gelder.

Einlagensicherungsfonds in Not

Die Pleite von Lehman Brothers bringt aber auch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) in Not. Der Kollaps von Lehman könnte dem Einlagensicherungsfonds den bisher grössten Schadensfall der deutschen Wirtschaftsgeschichte bescheren. Das «Handelsblatt» spricht unter Berufung auf Finanzexperten von einem Schaden in Höhe von bis zu 6 Mrd. €, eine Summe, die vom BdB weder bestätigt noch dementiert wurde. Der Verband liess gestern lediglich verlauten, dass Anleger in Deutschland sich trotz der aktuellen Turbulenzen am Finanzmarkt keine Sorgen machen müssten um ihre Ersparnisse. In Deutschland griffen die Sicherungssysteme, die Banken seien «robust».



Share
« zurück
Kommentare Beitrag kommentieren
Zu diesem Text sind keine Kommentare vorhanden

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!
Copyright © St.Galler Tagblatt AG
Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von www.tagblatt.ch ist nicht gestattet.
Anzeige
Anzeige
Unfälle & Verbrechen
150 Stangen Zigaretten gestohlen

RORSCHACH. Diebe sind in der Nacht auf Dienstag in einen Kiosk an der Kronenstrasse in Rorschach eingebrochen und haben 150 Stangen Zigaretten sowie Bargeld entwendet. ... »

Falscher Gemeindearbeiter gesucht

FLAWIL. Ein unbekannter Mann hat sich am Montagnachmittag bei einer 87-jährigen Frau als Gemeindemitarbeiter ausgegeben und sich so Zutritt zum Haus verschafft. Nun wird der Mann gesucht.... »

Geld und Schmuck aus Einfamilienhäusern gestohlen

STAAD. Eine unbekannte Täterschaft hat am Montagnachmittag im Quartier Risegg beim Einbruch in zwei Einfamilienhäuser Bargeld, Schmuck und einen Laptop erbeutet.... »

Anzeige
Anzeige

Unfälle & Verbrechen
Rollerfahrer schwer verletzt

WATTWIL. Am Montagnachmittag ist auf der Wilerstrasse ein 49-jähriger Rollerfahrer bei einer Frontalkollision mit einem Auto schwer verletzt worden. Er musste mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden.... »

Drei Häuser im alten Dorfkern von Thusis in Brand

THUSIS. In einem dreistöckigen Wohnhaus im alten Dorfkern von Thusis ist am Dienstagmorgen ein Brand ausgebrochen. Die Flammen haben anschliessend auf die beiden angrenzenden Häuser übergegriffen. Vier Personen sind mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital gebracht worden. ... »

Zechprellereien geklärt

GRAUBÜNDEN. Die Polizei hat vergangenen Dienstag einen 30-jährigen Serben festgenommen. Er hatte in diversen Kantonen, darunter im Graubünden, mehrfach Zechprellerei in Hotels begangen. ... »

Alkoholisiert gegen Haus geprallt

SCHWARZENBACH. In der Nacht auf Sonntag ist ein 19-jähriger Autolenker ins Schleudern geraten, hat beide Fahrspuren überquert und ist frontal gegen eine Hausfassade geprallt. Der Lenker verletzte sich leicht. ... »

Alkoholisierter übersieht Auto

TRÜBBACH. Am Sonntagnachmittag hat ein 69-jähriger, vermutlich alkoholisierter Autofahrer ein rechts abbiegendes Fahrzeug übersehen. Dessen Lenker wurde zur Überwachung ins Spital eingeliefert. ... »

Brand in Wohnung

BAD RAGAZ. Am Sonntagabend ist in Bad Ragaz in einer Wohnung ein Brand ausgebrochen. Die 91-jährige Bewohnerin musste zur Beobachtung ins Spital gebracht werden. ... »

Kontrolle über Auto verloren

BOTTIGHOFEN. Bei einer Kollision zwischen zwei Autos am Montag in Bottighofen hat sich eine Person unbestimmte Verletzungen zugezogen.... »

Wieder hält Lawinen-Wochenende Rega in der Luft

ZÜRICH. Gleich fünf Lawinen am Samstag und sechs am Sonntag beschäftigten die Rega-Einsatzzentrale. Die Rettungs- und Partner-Helikopter mit Hundeteams und Rettern des Schweizer Alpen-Clubs SAC waren gefragt.... »

Speicher, Auto, Unfall
Um eigene Achse gedreht

SPEICHER. Eine Autofahrerin hat am Sonntag kurz nach 9 Uhr die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren. Sie war auf der schneebedeckten Strasse ins Rutschen geraten. Die Frau blieb unverletzt. ... »

Verkehrsunfall in Urnäsch

URNÄSCH. Eine Frau hat am Samstagvormittag einen Selbstunfall verursacht. Dabei entstand Sachschaden in der Höhe von rund 5000 Franken.... »

Archivsuche

Anzeige
Anzeige
Login

zum Seitenanfang
Dienstag, 9. Februar 2010, 14.42 Uhr
© St.Galler Tagblatt – Publikation der TAGBLATT MEDIEN