St.Galler Tagblatt Online, 08. Februar 2012 08:35:00
Santorum mischt wieder mit
Früherer Senator triumphiert in Vorwahlen in drei US-Staaten – Niederlage für Romney
Ist wieder im Rennen: Präsidentschaftskandidat Rick Santorum. (Bild: Reuters)
Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der amerikanischen Republikaner ist der ultrakonservative Bewerber Rick Santorum nach Siegen in Minnesota, Colorado und Missouri zurück im Rennen.
(sda/dapd)
In den Vorwahlen der Republikaner in den USA hat ein Aussenseiter gleich dreimal triumphiert. Der ehemalige Senator von Pennsylvania, Rick Santorum, siegte in den Staaten Minnesota und Colorado.
Zuvor entschied der erzkonservative Katholik bereits die Abstimmung in Missouri für sich. Dort war das Ergebnis allerdings nicht bindend, die Delegierten für den Parteitag der Republikaner werden erst im kommenden Monat an einem sogenannten Caucus bestimmt.
Romney unter Druck
«Der Konservativismus lebt und ist guter Dinge», rief Santorum seinen Anhängern am Abend zu. Mit seinem dreifachen Sieg setzte der Aussenseiter den Favoriten Mitt Romney unter Druck.
Erzkonservative Republikaner beäugen den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts nach wie vor mit Argwohn, weil er früher moderate Ansichten zu Abtreibung und Homosexuellenrechten vertrat. Santorum präsentiert sich dagegen als Hardliner. Zuletzt hatte Romney die Vorwahlen im bevölkerungsreichen Staat Florida gewonnen.
Für Santorum waren die Siege am Dienstag die ersten, seitdem er sich Anfang Januar in Iowa mit nur wenigen Stimmen Vorsprung durchgesetzt hatte. In Colorado erklärte der örtliche Parteivorsitzende Ryan Call Santorum zum Sieger der Vorwahlen.
«Konservative Alternative»
Nach der Auszählung von 79 Prozent der Wahlbezirke lag der ultrakonservative Kandidat mit 38 Prozent der Stimmen knapp vor Romney mit 35 Prozent. In seiner Siegesrede richtete sich Santorum allerdings nicht gegen seinen innerparteilichen Konkurrenten Romney, sondern gegen US-Präsident Barack Obama.
«Ich bin nicht die konservative Alternative zu Mitt Romney, ich bin die konservative Alternative zu Barack Obama», rief Santorum. Nach der Auszählung von 83 Prozent der Wahlbezirke in Minnesota erhielt Santorum 45 Prozent der Stimmen, der texanische Abgeordnete Ron Paul 27 Prozent, Romney 17 Prozent und der ehemalige Präsident des US-Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, 11 Prozent.
In Missouri konnte sich Santorum sogar mit 55 Prozent der Stimmen gegen Romney durchsetzen, auf den 25 Prozent entfielen. Sein Sieg in Minnesota brachte Santorum weitere 13 Delegierte für den Parteitag der Republikaner im August ein, an dem der Präsidentschaftskandidat der Republikaner bestimmt wird.
Romney weiter in Führung
Derzeit verfügt Romney über 101 Delegierte, Gingrich über 32, Santorum über 30 und Paul über neun. Für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat sind die Stimmen von 1144 Delegierten notwendig. Romney stellte sich in seiner Rede in Denver als Aussenseiter des Systems Washington dar.
Als einziger habe er niemals im Politikbetrieb der Hauptstadt gearbeitet, sondern habe vor allem in der privaten Wirtschaft Erfahrung gesammelt. Romney griff US-Präsident Obama an und kritisierte die Bilanz seiner Wirtschaftspolitik.
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