St.Galler Tagblatt Online, 08. März 2012 11:40:00
Romneys Lager gibt Gegnern keine Chance mehr
Aufforderung zum Rückzug – Santorum will Gingrichs Anteil erben
Mitt Romneys Anhänger möchten die Verfolger möglichst bald abschütteln. (Bild: Keystone / EPA)
Das Wahlkampfteam Romneys hat den anderen Bewerbern um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner nahegelegt, sie sollten mangels Chancen endlich aufgeben. Santorum drängt seinerseits Gingrich auszuscheiden, um mit dessen Stimmen aufzuholen.
Ruth Spitzenpfeil
Im Rennen um die Nomination der Republikaner in den USA hat sich zum Leidwesen der Parteistrategen auch nach dem «Super Tuesday» das Feld immer noch nicht ausgedünnt. Das soll sich bis zu den nächsten Vorwahlen ändern, wünschen sich die beiden führenden Bewerber.
Gegen die Mathematik
Mitt Romneys Lager rechnete den Konkurrenten vor, sie könnten ihn ohnehin nicht mehr einholen und sollten aufgeben. Gemäss den Zählungen verschiedener Medien hat Romney nach den Vorwahlen vom Dienstag in 10 Staaten nun mehr als 400 der für die Krönung am Parteitag nötigen 1144 Delegiertenstimmen auf sicher.
In einer Erklärung des Wahlkampfteams Romneys heisst es, die anderen Bewerber würden «die grundlegenden Prinzipien der Mathematik ignorieren» wenn sie glaubten, jetzt noch gewinnen zu können. Die einzigen Siegeschancen, welche durch ihr Weitermachen erhöht würden, seien diejenigen von Präsident Obama, schreibt Romneys Kampagnenleiter Rich Beeson.
Schwenk zu Mitte
Wer das natürlich nicht gerne hört, ist Rick Santorum, dem Romney am «Super Tuesday» wiederum nicht den entscheidenden Knock-Out hat zufügen können. Santorums Anhänger werfen Romney vor, dieser werde seine zur Schau getragenen konservativen Positionen aufgeben, sobald sein schärfster Gegner aus dem Rennen sei. Romney würde dann wieder zu dem verkappten Liberalen, der er eigentlich sei, vermuten sie, und bei Themen wie Abtreibung oder Gesundheitsreform auf eine moderate Linie einschwenken.
Santorum sieht mit Hilfe der konservativen Basis der Partei durchaus noch Aussichten, auf den letzten Metern zu gewinnen. Dafür müsste er aber alle diese Stimmen auf sich vereinigen. Dabei steht ihm nach wie vor Newt Gingrich im Wege.
Gingrich soll Santorum unterstützen
Gingrich müsse jetzt aufgeben, heisst deshalb die Forderung aus dem Wahlkampfteam des selbsternannten Champions der Rechten in den USA. Die konservativen Anliegen müssten jetzt gebündelt werden und Santorum als die einzige echte Alternative aufgebaut werden, sagte dessen Berater Stuart Roy. Gingrich sei das entscheidende Hinderniss. Man drängt ihn deshalb nicht nur zum Aufgeben, sondern danach auch zu einem Bekenntnis zu Santorum. Gingrich solle seine Anhänger auffordern, nun zu jenem überzulaufen.
Romney selbst gibt sich unterdessen gelassen: «Wir haben Zeit, wir haben die Ressourcen und einen Plan, noch vor dem Parteitag alle Delegierten zusammenzubekommen.»
Die Etappen bis zur Präsidentschaft
10. März: Vorwahlen in Kansas und einigen US-Überseegebieten
13. März: Vorwahlen in Alabama, Mississippi und Hawaii
20. März: Vorwahlen in Illinois
24. März: Vorwahlen in Louisiana
3. April: Vorwahlen in Maryland, Wisconsin und Washington DC
24. April: Vorwahlen in New York, Pennsylvania, Connecticut, Delaware, Rhode Island
29. Mai: Vorwahlen in Texas
5. Juni: Vorwahlen in Kalifornien, New Jersey, New Mexico, South Dakota, Montana
26. Juni: Vorwahl in Utah
27. bis 30. August: Nominations-Parteitag der Republikaner in Tampa
3. bis 6. September: Nominations-Parteitag der Demokraten in Charlotte
6. November: Wahl des Präsidenten
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