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Tagblatt Online, 20. März 2012 02:33:00

Santorum nicht an Arbeitslosenquote interessiert

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Thomas J. Spang

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(Bild: )

Santorum don't care

Die Kandidaten werden müde. Ein sicheres Anzeichen dafür sind die zunehmenden Patzer und die Schärfe des Tons in der Auseinandersetzung. Statt den Präsidenten in seiner politischen Heimat und dem Sitz seiner Wahlkampagne herauszufordern, verbringt Mitt Romney seine Zeit in Illinois damit, den echten Konservativen in dem Rennen herunter zu machen. “Ein wirtschaftliches Leichtgewicht” sei Rick Santorum ätzt Romney. Dieser feuert am Fuße eines Denkmals für den Parteiheiligen Ronald Reagan in dessen Kindheits-Wohnort Dixon nicht minder scharf  zurück. Wann immer die Republikaner einen moderaten Kandidaten aufstellten, hätten sie verloren.

Wahrlich nicht inspirierend.

Santorum schoss den Vogel ab, als er in einem Wahljahr, in dem es um Arbeitsplätze und Wachstum geht, allen Ernstes erklärte, ihn interessiere etwas ganz anderes. “Ich sorge mich nicht, wie die Arbeitslosenquote sein wird. Das interessiert mich nicht, Mein Wahlkampf macht sich weder von Arbeitslosenraten noch von Wachstum abhängig.” Viel Erfolg damit, Rick! Die Wähler werden sich im November daran erinnern.

Als ob der Privater aus Massachusetts dem nicht nachstehen wollte, ließ auch Romney Luft aus seinem ohnehin schon schlappen Wahlkampfballon. Erstmals sagte er auf einer Wahlveranstaltung, was er schon einmal im Februar bei Laura Ingraham Talk-Radio zu Protokoll gegeben hatte: Die Konjunktur gewinnt an Fahrt.  ”Ich denke wir sehen endlich, dass sie zurückkommt. Die Wirtschaft kommt immer zurück nach einer Rezession, natürlich.” Hatte der Kandidat eben nicht noch das Gegenteil behauptet? Und welch ein Argument gegen den Amtsinhaber. Wählt mich, weil sich die Wirtschaft vielleicht schneller erholt hätte. Wirklich?

Präsident Obama kann sich bei soviel Amateurstunde entspannt zurücklehnen. Wer auch immer die Konservativen in die Schlacht führt, muss sich mehr einfallen lassen.

Mit Spannung erwartet wird heute der Ausgang der Vorwahlen in Illinois. Romney gab hier zehn Mal soviel aus und liegt in Umfragen deutlich vor Santorum. Dieser muss langsam zeigen, dass er die Konservativen hinter sich sammeln kann. Gelingt das in Illinois nicht, dürfte auch der Druck auf ihn zunehmen, seine Kandidatur zu überdenken.

Quelle: Real Clear Politics





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