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Tagblatt Online, 16. April 2012 04:52:00

Romney hält Mutter-Rolle für keine erfüllende Arbeit

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Thomas J. Spang

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Bildschirmfoto 2012-04-15 um 10.41.42 PM

Tagelang versuchte Mitt Romney den verbalen Fehlgriff einer demokratischen Fernseh-Analystin irgendwie mit Präsident Obama in Verbindung zu bringen. Hillary Rosen, die nichts mit dem Weißen Haus zu tun hat, lästerte auf CNN, Ann Romney habe nicht einen Tag in ihrem Leben gearbeitet. Knapp 20 Prozent in den Umfragen hinter Obama bei den Frauen zurück, überschlugen sich die Romneys ihre Empörung über die Unflätigkeit Rosens öffentlich zu machen.

Scheinheilig empörte sich der designierte Spitzenreiter der Republikaner über Obamas angebliche Geringschätzung von Müttern, die zuhause bleiben. Ehefrau Ann knüpfte sich “die Demokraten” auf FOX vor. ?Meine Karriere-Entscheidung war, eine Mutter zu werden?, erklärte Ann, die fünf Jungens großzog. Weiß Gott keine leichte Aufgabe.

Leider messen die Herrschaften wieder einmal mit zweierlei Maß. Handelt es sich bei den Müttern beispielsweise um arme schwarze Frauen, zählt in Romneys Augen Kindererziehung nicht als “Arbeit”.

Am Sonntag verbreitete sich ein Auftritt Romneys vor den Primaries in New Hampshire  wie ein Lauffeuer. Darin hatte der Kandidat selber die Position Rosens vertretenen.

“Als ich Gouverneur war gab es für 85 Prozent der Empfänger von Sozialhilfe keine Arbeitsanforderung”, brüstete sich Mitt mit der Reform des Wohlfahrt-Gesetzes, das unter seiner Federführung von Frauen mit Kindern ab dem zweiten Lebensjahr verlangte, für die erhaltene Unterstützung arbeiten zu gehen. Selbst wenn dies den Staat mehr Geld kostete, indem er für Tagesstätten zahlen müsse, so Romney damals, “möchte ich, dass Individuen Arbeit haben, die sie erfüllt.”

Romney hält Kindererziehung damit selber nicht für Arbeit. Mindestens nicht, solange es sich nicht um Mütter handelt, die als Ehegattinnen reicher Männer “eine Karriere” daraus machen.

Eigentlich wäre der Kandidat nun der Fernseh-Analystin ein “Sorry “schuldig.  Und dem Präsidenten sowieso. Der hat schon immer die Position vertreten, dies sei eine Wahl, die Frauen selber treffen müssen. Sie verdienten die volle Unterstützung ihrer Männer für ihre Entscheidung. Obama kritisierte unmittelbar die Bemerkungen Rosens und betonte die harte Arbeit, die Mütter leisten.

Das war es dann wohl mit dem künstlichen Streit, den Mitt über das “Rosen”-Zitat vom Zaun brach. Das Ende vom Lied: Romney hat sich wieder einmal blamiert, weil er nach all den Salto Mortales schlicht vergessen hatte, welche Position er Anfang des Jahres noch vertreten hatte.





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