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Tagblatt Online, 13. Mai 2012 00:36:00

Mormone Romney spricht vor evangelikaler Kaderschmiede

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Thomas J. Spang

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(Bild: )

Romney Liberty

Warum spricht Mitt Romney nicht über seinen eigenen Glauben, wenn er über Religion redet? Ein wenig merkwürdig mutet das schon an. Erst recht, wenn er als Mormone vor den Absolventen einer einflussreichen evangelikalen Kaderschmiede auftritt. In der vom verstorbenen Fundi-Führer Jerry Falwell gegründeten Liberty Universität in Lynchburg, Virginia zog es der republikanische Präsidentschaftskandidat vor, allgemein über “Judeo-Christliche” Werte zu räsonieren.

Romney ratterte routiniert die übliche Litanei an Leib- und Magenthemen der christlichen Rechten herunter. Wie sehr er für die Ehe als Institution zwischen Mann und Frau sei und wie wenig er davon hält, Religion aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. “Was Du glaubst, was Du schätzt, wie Du lebst, zählt”, sagte Romney den Studenten, die vergeblich darauf warteten, mehr darüber zu erfahren, was der Kandidat selber glaubt.

Die Studentenzeitung der Bibelschule publizierte vor der Rede eine Pro- und Contra-Kolumne, in der zum Teil heftige Kritik an der Einladung formuliert wurde.

Sein Mormonentum ist für eine Mehrheit der Wähler kein Thema und wird den Ausgang der Wahlen im November nicht beeinflussen. Viele evangelikale Konservative sind aber alles andere als begeistert über seine Kandidatur. Und einige betrachten die Romneys Kirche nicht als Teil der christlichen Glaubensfamilie.

So gesehen war die Rede eine verpasste Chance, ein wenig mehr von seinem Glauben zu erklären. Wer hat Einfluss auf sein spirituelles Denken? Wie grenzte er seine Verantwortung als Führer aller Amerikaner von seiner Religion ab? Gedenkt er den starken Missionsauftrag der Mormonen durch seine einflussreiche Position zu fördern?

Einen Teil dieser Fragen hatte Romney vor vier Jahren schon einmal ansatzweise beantwortet. In diesem Jahr hält er sich aber auffällig bedeckt. Dabei bleibt den Evangelikalen gar nicht so viel anderes übrig als den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zu unterstützten. Ist deren Abneigung gegen Barack Obama doch so viel stärker.

Aber Mit wäre nicht Mitt, fändet er wirklich einmal mutige Worte statt immer nur herum zu lavieren und mit dem Strom zu schwimmen.

In letzten  Umfragen erklärten 59 Prozent aller Evangelikalen, sie seien entschlossen, ihre Stimme für Romney abzugeben. Unter den fundamentalistischen Weißen liegt die Unterstützung für ihnbei 72 Prozent.





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