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Tagblatt Online, 30. Januar 2012 06:17:00

Latinos kein entscheidender Faktor bei Republikanern in Florida

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Thomas J. Spang

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(Bild: )

Florida2012Vorwahlen - Nancy Acevedo 1

Wer die republikanischen Präsidentschafts-Debatten gesehen und in der Zeitung über Florida gelesen hat, muss den Eindruck bekommen, Einwanderung sei das alles entscheidende Thema im Sonnenstaat. Ein oft nachgebetetes Klischee, das sich gut liest, aber leider nicht ganz richtig ist.

 

Nancy Acevedo (52) von der ?National Republican Hispanic Alliance? erklärt mir warum. Die meisten Latinos in Florida stammten aus Kuba oder Puerto Rico. Zusammen 49 Prozent. Herkunftsgebiete, die automatisch ein Aufenthaltsrecht in den USA haben. Mexiko oder Mittelamerika, von wo viele undokumentierte Emigranten stammen, machen in Florida nur 15 Prozent an der Latino-Bevölkerung aus.

Puerto Rico ist ein “Commonwealth”-Staat, der nicht offiziell zu den USA gehört. Dessen Einwohner haben aber volle Staatsbürgerrechte, sobald sie in die USA einreisen. D.h. Puerto-Ricaner die zum Beispiel Florida leben, dürfen sich an den Präsidentschaftswahlen beteiligen.

Die Kubaner gelten als politisch verfolgt und dürfen deshalb bleiben. Seit Gedenken gilt die Faustformel, dass Kubaner, die wie auch immer das amerikanische Festland erreichen, nicht wieder zurückgeschickt werden dürfen. Familienzusammenführung ist aus US-Sicht kein Problem.

“Einwanderung ist deshalb kein großes Thema,” meint Nancy. Insgesamt hat jeder zehnte Wähler bei den republikanischen Primaries einen Latino-Hintergrund. “Uns geht es hier genauso um die Wirtschaft, Jobs und die Ausbildung unserer Kinder”, erklärt Nancy was die Lations in Florida bei den Vorwahlen bewegt.

Das bestätigt mir Daniel Lopez (45), ein Versicherungsagent, den ich bei einer Romney-Kundgebung in einer Farbfabrik von Orlando treffe. Er kam 1991 auf das Festland, um hier besser bezahlte Arbeit zu finden. ?Wir brauchen jemanden, der die Wirtschaft wieder flott machen kann?, hebt er das zentrale Anliegen der konservativen Latinos in Florida hervor. “Einwanderung wird nur dann wichtig, wenn Sie zum Beispiel jemanden aus Mexiko oder Zentralamerika heiraten wollen.”

So kann man sich täuschen, wenn man Dinge ungeprüft wiederholt. Einwanderung ist gewiss in vielen anderen Bundesstaaten ein großes Thema, aber nicht in Florida.





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