Das lässt keinen Fussballfan kalt: eine Fussball-WM 2010 ohne Public Viewing. Glaubt man dem Kanton, so gibt es keine Fanmeile, keinen Treffpunkt und vor allem: keine Leinwand, so weit das Auge reicht.
Mit Public Viewings habe das Sportamt nichts zu tun, sagt Peter Bär, Thurgauer Sportamtschef. Jakob Stark, Leiter des Departements für Bau und Umwelt, betont, er habe noch keine Kenntnisse von Übertragungen der Fussball-WM 2010.
Zudem stelle sein Departement keine Räumlichkeiten für Public Viewings zur Verfügung, so Stark weiter. Fabrizio Hugentobler, Leiter des Thurgauer Amtes für Jugend, Sport und Freizeit, teilt mit: «Es gibt noch nichts Konkretes.» Allein in der Thurgauer Kantonspolizei hat Daniel Meili, Verantwortlicher Medien und Öffentlichkeit der Kantonspolizei Thurgau, von geplanten Public Viewings vernommen. Wenn aber konkrete Projekte umgesetzt würden, so Meili, dann beziehe die Kantonspolizei Thurgau diese in ihre Einsatzplanung ein.
Für wenig Hoffnung auf kommunale Initiativen sorgen Amriswil und Romanshorn.
Amriswil werde kein Public Viewing vorbereiten, sagt Hedi Anderes, Informationsbeauftragte der Stadt Amriswil. Romanshorn habe für die WM 2010 nichts geplant, berichtet der Romanshorner Gemeindeschreiber Thomas Niederberger.
«Von der Stadt aus läuft nichts», weiss der Kreuzlinger Stadtammann Andreas Netzle zu berichten, räumt aber ein: «Angenommen, die Schweiz würde in den Viertelfinal kommen, dann machen wir vielleicht etwas.»
Für Silberstreifen am Horizont sorgt demgegenüber Arbon. Die Oberthurgauer Stadt will das Fussballspektakel 2010 von einer WM-Lounge am Fusse des Schlosshügels aus mitverfolgen können. So wollte es die Stadt bereits an der Fussball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006. So will sie es heute.
«Die WM-Lounge 2006 war eine Initiative der Stadt Arbon. Mit dieser Idee trat sie damals an den Arboner Verkehrsverein heran und fragte nach Synergien und einer Zusammenarbeit mit dem Seenachtfest», sagt Monique Trummer Kissling, Informationsverantwortliche der Stadt Arbon.
Mit den Vorbereitungen zum WM-Sommer 2010 steht Arbon nicht allein. Zwei private Anbieter und ein Verein schmieden bereits jetzt Pläne für Public Viewings: Nebst der WM-Lounge in Arbon lancieren die Bodensee-Arena, ebenso das Centro Italiano in Kreuzlingen zusammen mit der AS Calcio Kreuzlingen je ein Public Viewing.
In Frauenfeld richtet der Wirt des Tee- und Kaffeehauses Dreiegg Martin Eggmann eine WM-Bar ausserhalb des Lokals ein. Letzterer plant die Veranstaltung in einem Fabrikgebäude. Drei Übertragungsräume mit je einer grossformatigen Projektionsfläche solle es dort geben, erklärt Martin Eggmann.
Mit der grössten Leinwand im Kanton stellt derzeit die Bodensee-Arena den ersten Platz im Rennen um den besten Zoom auf die Fussball-WM 2010. Acht Quadratmeter Projektionsfläche sollen die Fussballspiele in Südafrika zum Nahereignis werden lassen. Dicht gefolgt wird der Kreuzlinger Anbieter vom Verkehrsverein Arbon (VVA), der die Spiele auf einer grösseren Projektionsfläche übertragen möchte als im Jahr 2006. Wie gross diese definitiv sein wird, darüber kann VVA-Event-Manager Peter Klöckler zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht informieren.
Auch der Frauenfelder Wirt Martin Eggmann zeigt sich noch verhalten, was genauere Angaben zur Übertragungsfläche der Grossleinwände betrifft.
Mit fünf Quadratmeter bietet das Centro Italiano zusammen mit dem AS Calcio Kreuzlingen derzeit die viertgrösste Leinwand. Welches Public Viewing die WM 2010 am stärksten fokussiert, das wird sich in den nächsten Monaten weisen.
Weitere Artikel zu diesem Thema :Veranstalter von Public Viewings sind an bestimmte Vorgaben gebunden. Findet eine geplante WM-Bar und -Lounge oder gar eine Fanmeile auf öffentlichem Grund statt, so benötigen deren Organisatoren eine Bewilligung der Gemeinde oder der Stadt. ... »
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