Fast 50 000 Ausländer leben im Thurgau, wie der gestern erschienene Integrationsbericht des kantonalen Departements für Justiz und Sicherheit ausweist. Viele sind gut integriert, doch nicht alle sind über die Angebote von Schulen oder Berufsbildung erreichbar. Sowohl der Bund wie der Kanton stellen das Erlernen der deutschen Sprache in den Mittelpunkt ihrer Integrationsbemühungen.
Drei Gruppen macht der Bericht aus, die gezielt erreicht werden sollen: «Nichterwerbstätige Ausländerinnen und Ausländer aus bildungsfernen Ländern», meist aber Frauen aus Ex-Jugoslawien, der Türkei und Portugal und deren Kinder im Vorschulalter. Die dritte Gruppe stellen spät zugewanderte, nicht mehr schulpflichtige Jugendliche dar.
Rund 180 Personen aus 30 Ländern gehen im «Haus Sapone» ein und aus. In den Schulzimmern im Haus finden die Deutschkurse der Frauenfelder Fachstelle für Integration statt. Doch die Sprachkurse sind nur der Kern einer ganzen Palette von Angeboten. Frauenfeld ging mit der Fachstelle voran, als sie 2001 im Rahmen des Massnahmenpakets Integration mit dem Bundesamt für Migration einen Leistungsvertrag abschloss und so zum «regionalen Kompetenzzentrum Integration» wurde.
Kreuzlingen folgte bald darauf nach. Beide Zentren richten sich aber in erster Linie an die jeweiligen Regionalplanungsgruppen.
Im Integrationsbericht setzt sich der Kanton als Ziel, zwei weitere solche Zentren in Romanshorn und Weinfelden aufzubauen. Erste Schritte seien bereits getan, sagt Oliver Lind, der Integrationsbeauftragte des Kantons. So hätten die Gemeinden bereits eigene Integrationsbeauftragte. Aber die Verhandlungen mit dem Bund sind noch nicht abgeschlossen.
Die Gelder aus dem Massnahmenpaket Integration des Bundesamtes für Migration seien aber entscheidend, sagt Lind.
Auch bei den Sprachkursen bestehen noch Lücken. Neben den Regionen Frauenfeld und Kreuzlingen mit ihren Kompetenzzentren gibt es auch Angebote von Schulen oder dem Heks, vor allem in Weinfelden und im Oberthurgau von Amriswil und Romanshorn aus. 41 Gemeinden decken die von Bund und Kanton unterstützten Angebote ab. Doch vor allem im Hinterthurgau und am Untersee sind die Angebote dünn gesät.
Auch hier will der Kanton ein möglichst flächendeckendes Angebot sicherstellen.
Wie schnell dies verwirklicht werde, hänge ebenfalls davon ab, wie viel Geld der Bund spreche, sagt Lind. Der Kanton hat mit dem Bundesamt für Migration einen Rahmenvertrag für die Jahre 2008–2011 abgeschlossen. Darin ist aber vorgesehen, dass der Bund seine Beiträge laufend reduziert.
Flossen 2008 noch 352 000 Franken vom Bund in Deutschkurse im Thurgau, sollen es 2011 noch 244 000 sein. Mehr als die Hälfte der Kosten – 2009 kosteten die Angebote 1,1 Millionen Franken – tragen jeweils Gemeinden, Hilfswerke und die Kursteilnehmer selbst.
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