Thurgau: 06. Februar 2010, 01:03

Deutscher Widerstand gegen Outlet

Die deutschen Gemeinden Konstanz, Singen und Radolfzell haben Einsprache gegen den Bau eines Outlet-Centers in Wigoltingen erhoben, das doppelt so gross wäre wie das Lago in Konstanz. Sie stützen sich dabei auf ein Gutachten ab.

Ralf Baumann

konstanz. Als Gründe führt die Konstanzer Stadtverwaltung die zunehmende Verkehrsbelastung, eine Schwächung der Innenstädte und des Detailhandels sowohl in Südbaden als auch im Thurgau sowie die Verletzung der geltenden Raumordnung an. Auch die Stadt Radolfzell sieht ihre schutzwürdigen Interessen durch das geplante Outlet-Center verletzt. Singen hat ebenfalls Einsprache eingereicht.

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Die drei südbadischen Städte haben gemeinsam ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die möglichen Auswirkungen des Outlet-Centers auf die Städte und den Handel beschreibt. In allen untersuchten Orten (Konstanz, Singen, Radolfzell, Stockach, Kreuzlingen, Frauenfeld und Winterthur) sei mit erheblichen strukturgefährdenden Auswirkungen zu rechnen. Betroffen seien insbesondere Konstanz und Kreuzlingen, heisst es in dem Gutachten. Zahlreiche Geschäftsaufgaben wären die Folge.

Agglomeration wird geschwächt

Im Weiteren fordert die Stadt Konstanz, die Auswirkungen des Verkehrs auf Konstanz zu untersuchen; bis jetzt habe man nur die Folgen für die nähere Umgebung von Wigoltingen angeschaut.

Der Bau eines riesigen Einkaufszentrums widerspreche zudem dem kantonalen Richtplan. Wigoltingen sei als «zentraler Ort in Entwicklungsräumen» definiert, in dem die Ladenfläche maximal 1000 Quadratmeter betragen dürfe – 30mal weniger als geplant.

Die Agglomeration Kreuzlingen/Konstanz würde durch das Outlet-Center nachweislich geschwächt, ist man in Konstanz überzeugt.

Dass Frauenfeld, Weinfelden und Kreuzlingen auf eine Einsprache gegen das Outlet-Center verzichtet haben, stösst in Konstanz auf Unverständnis. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank will nun mit seinen Amtskollegen auf Schweizer Seite und den Kantonsbehörden das Gespräch suchen, wie er am Donnerstag ankündigte.

Legitimität unsicher

Ob die Einsprachen aus Deutschland legitim sind, werden die Juristen klären müssen. In Konstanz geht man davon aus, dass die Genehmigung eines solchen Projektes der internationalen Espoo-Konvention über die Umweltverträglichkeitsprüfung im grenzüberschreitenden Rahmen unterliegt.

Michael Hübner, Pressesprecher der Stadt Singen, sagte, man wisse von den begrenzten rechtlichen Möglichkeiten. Radolfzell will nach Prüfung der Einsprachen überlegen, Widerspruch einzulegen.

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