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Tagblatt Online, 9. Juni 2011, 01:03 Uhr

Brühl hin und her gerissen

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Bei nasskalten Verhältnissen kann sich weder Malley (Gilberto Reis, links) noch Brühl (Thomas Inauen) einen Vorsprung erspielen. (Bild: Vanessa Cardoso)

FUSSBALL. Im Hinspiel der zweiten Aufstiegsrunde zur Challenge League erreicht Brühl auswärts gegen Malley ein 1:1. Die Gäste müssen den Ausgleich erst in der 92. Minute hinnehmen. Trotzdem ist die Ausgangslage vor dem Rückspiel gut.

Patricia Loher/Lausanne

Im ersten Moment liessen die mitgereisten Anhänger und natürlich auch die Spieler den Kopf ein wenig hängen. Dabei ist ein Auswärts-1:1 in einer nach Europacup-Formel ausgetragenen Aufstiegsrunde ein Resultat, das weiterhin alle Möglichkeiten offenlässt. Nur waren die Brühler dem Sieg gegen Malley lange wirklich nahe. Am Ende fehlten ihnen ein paar wenige Sekunden, um die Türe zur Challenge League sehr weit aufzustossen. Das 1:1 für Malley fiel erst in der 92. Minute. Kam hinzu, dass den Waadtländern der Ausgleich in Unterzahl gelang: Nach 64 Minuten wurde Aziz Demiri nach der zweiten Verwarnung des Feldes verwiesen.

Auswärtstor durch Istrefi

Nach 27 Minuten hatte Brühl das so wichtige Auswärtstor erzielt. Der Angriff der St. Galler war schön gewesen, der Ball lief wie an einem Schnürchen: Philip Züger flankte von rechts, Valdet Istrefi setzte den Ball via Pfosten zum 1:0 ins Tor. Brühl ging mit der ersten gefährlichen Aktion in Führung. Unverdient war der Vorsprung allerdings nicht. Die Gäste hatten geschickt gespielt. Sie griffen nie kopflos an, dafür versuchten sie die so berühmten Nadelstiche zu setzen. Das Selbstvertrauen der Ostschweizer wurde schnell offensichtlich. Sie setzten auf ihre solide Verteidigung um Routinier Marc Zellweger, und dank ihrer flinken Offensivabteilung waren sie in der Lage, schnell umzuschalten und auszunutzen, wenn der Gegner in der Vorwärtsbewegung Fehler beging. So kam den Brühlern natürlich entgegen, dass sie in Führung gingen. Malley, das sich zuvor ebenfalls nicht allzu viele gute Chancen erarbeitet hatte, sah sich jedenfalls gezwungen, mehr Ideen zu entwickeln. Nur taten sich die Waadtländer schwer, sich vom Gegentor zu erholen. Brühl dagegen erarbeitete sich je länger, desto mehr Spielanteile. Die mitgereisten Anhänger, welche die alte Holztribüne im Stade Bois-Gentil mehr oder weniger für sich einnahmen, oder auch der in Lausanne wohnhafte Ur-Brühler Richard Dürr hatten allen Grund, sich über den Auftritt ihrer Mannschaft zu freuen. Sie verwaltete den Vorsprung lange souverän und machte die Räume weiter geschickt eng. Allerdings erspielten sich die St. Galler in der zweiten Halbzeit durch Valmir Pontes Arantes zwei hervorragende Chancen, um die Vorentscheidung herbeizuführen und sich eine noch bessere Ausgangslage für das Rückspiel zu erarbeiten.

Eine Warnung, ein Gegentor

Malley, das in der ersten Runde gegen Schötz ebenfalls ein spätes Tor erzielt hatte, produzierte viele Fehler. Nach dem Platzverweis deutete einiges darauf hin, dass es nicht mehr würde entscheidend reagieren können. Allerdings kamen die unermüdlichen Waadtländer, welche die Qualifikation in ihrer Gruppe auf Rang vier abschlossen und nur dank des Verzichts von Le Mont in die Aufstiegsspiele nachrutschen, nach 84 Minuten zu ihrer besten Möglichkeit des Spiels. Der freistehende Stürmer setzte den Ball allerdings neben das Tor. Dieser Abschlussversuch hätte für die Brühler eine Warnung sein sollen und beinahe wäre es ihnen durch Alban Morina noch gelungen, das 2:0 zu erzielen. Doch Brühls Stürmer scheiterte ebenfalls, und nach 92 Minuten gelang Malley schliesslich noch der Ausgleich. In Anbetracht des Spiels, das lange ausgeglichen verlaufen war, hatten sich die Gastgeber dieses 1:1 verdient. Das Rückspiel im Paul-Grüninger-Stadion wird am Samstag ausgetragen. Für Brühl steht die Türe noch immer offen.



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