Tagblatt Online, 11. August 2012 00:08:00
USA-Frauenstaffel gewinnt Prestigeduell
Schlussläuferin Carmelita Jeter (Bild: Keystone)
Und wieder ein Weltrekord. Einer, den man nun wirklich nicht erwartet hatte. Die Frauen-Sprintstaffel der USA siegte gegen die Erzrivalinnen aus Jamaica nicht nur überlegen, sie stellte mit 40,82 auch einen beachtlichen Weltrekord auf. Der alte stammte aus dem Jahr 1985, gelaufen von einer der berüchtigten DDR-Staffeln (Schlussläuferin Marlies Göhr).
Christoph Schmid
Und wieder ein Weltrekord. Einer, den man nun wirklich nicht erwartet hatte. Die Frauen-Sprintstaffel der USA siegte gegen die Erzrivalinnen aus Jamaica nicht nur überlegen, sie stellte mit 40,82 auch einen beachtlichen Weltrekord auf. Der alte stammte aus dem Jahr 1985, gelaufen von einer der berüchtigten DDR-Staffeln (Schlussläuferin Marlies Göhr).
Dafür endete ein anderes olympisches Märchen ohne Happy End: Tirunesh Dibaba, keine 1,60 m gross und mit 47 kg ein Leichtgewicht, in der Leichtathletik aber ein Monument, hat nicht ganz geschafft, was in der Geschichte Olympias bisher nur der finnischen Langstrecken-Legende Lasse Viren gelang – die Wiederholung des Langstrecken-Doubles. Die Äthiopierin wurde nach ihrem Erfolg über 10 000 m nun über 5000 m «nur» Dritte. Dafür schaffte ihre Landsfrau Meseret Defar ein beachtenswertes Comeback. In einem taktischen Rennen, in dem – ganz und gar ungewöhnlich – bis 3000 m weisse Europäerinnen für Tempo sorgten, siegte die Olympiasiegerin von 2004 in Athen in 15:04,25. Ausgerechnet Defar, die 29-jährige Lady, die gegen die jungen Wilden so manchen Spurt verloren hat, setzte sich auf der Zielgeraden gegen jene zwei durch, gegen die sie an den Meetings in Rom und New York jeweils verloren hatte. Die Kenyanerin Vivian Cheruiyot sicherte sich schliesslich Silber, Dibaba tröstete sich mit Bronze. Es scheint, als habe sich Defars «Championship»-Training, das sie mit ihrem Mann und Trainer ganz auf London ausrichtete, also voll und ganz gelohnt.
Gelegenheit zur Revanche im Duell der hochbegabten Läuferinnen aus den Riftvalley-Staaten Äthiopien und Kenya ergab sich keine Stunde später über 1500 m – bloss gewannen dann zwei Türkinnen. Olympiasiegerin in einem langsamen, für Frauen eher atypisch taktischen Rennen wurde völlig überraschend Asli ?akir Alptekin, bisher eine aus der Kategorie «unter ferner liefen». Sie war an den Hallen-WM in Istanbul erstmals aufgefallen, als sie Bronze gewann. Dann wurde sie in Helsinki Europameisterin und verbesserte daraufhin in Paris ihre eher bescheidene Bestzeit von 4:02,16 auf schier unerklärliche 3:56,62. Plötzlich, als 27-Jährige.
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