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Tagblatt Online, 09. April 2012 09:04:00

Thomas Lüthi: «Das war unfair»

Der Schweizer Trainingsdominator in Katar nicht auf dem Moto2-Podest

Thomas Lüthi - im ersten Rennen um den Sieg gebracht. Zoom

Thomas Lüthi - im ersten Rennen um den Sieg gebracht. (Bild: Keystone / Di Nolfi)

Mit dem möglichen Triumph vor Augen ist Thomas Lüthi im Moto2-GP von Katar vom nachmaligen Sieger Marc Márquez um den verdienten Lohn gebracht worden. Letztlich blieb dem Berner nur der 5. Platz. Ebenfalls Punkte gab es für Randy Krummenacher; er wurde 11.

(si)

«Das war unfair», ärgerte sich Thomas Lüthi über das Manöver von Suter-Markenkollege Márquez. Der 19-jährige Spanier drängte eingangs der letzten Runde den führenden Schweizer immer weiter an den Pistenrand. Lüthi blieb nichts mehr anderes übrig, als den «Notausgang» übers Gras zu nehmen, wodurch er gleich vier Positionen einbüsste. «Ich konnte am Ende der Geraden nur noch geradeaus fahren, sonst wäre ich gestürzt», klagte Lüthi, der nach dem Rennen so wütend war, dass er den über seinen Sieg jubelnden Márquez auf der Ehrenrunde kräftig in die Seite boxte.

Dieser Hieb, der im Normalfall als unsportlich beurteilt und geahndet wird, wird für Lüthi allerdings ebenso wenig Folgen haben wie das grenzwertige Überholmanöver für Márquez. Lüthi und sein Manager und Teamchef Daniel Epp sprachen noch vor der Siegerehrung bei der Rennleitung vor.

Epp: «Konkurrent ausgeschaltet»

Epp spekulierte danach darüber, dass bei einem anderen Fahrer als Márquez, der als kommender Top-Star der Szene gilt, «ein anderer Entscheid gefällt worden wäre. Ich unterstelle Márquez sogar eine Absicht hinter diesem Manöver. Es hätte genügend Platz gehabt für beide in dieser Situation. Doch Márquez wusste, dass er so den letzten verbliebenen Konkurrenten um den Sieg ausschalten konnte.»

Thomas Lüthi seinerseits sagte, dass «ich mich schon auf den Fight in der letzten Runde gefreut hatte. Ich hätte Márquez am Ende der Geraden fürs Erste den Vortritt gelassen und dann versucht, ihn wieder zu überholen.» Ihm nütze hingegen gar nichts, dass «sich Márquez nachträglich bei mir entschuldigt hat. Zwar ist die Moto2-Klasse eine wilde und harte Kategorie, doch er verhielt sich unfair», so der von der Pole-Position gestartete Berner, der fünf Runden vor Schluss des Rennens die Führung übernommen hatte.

Nur 11 statt 25 Punkte gewonnen

Der 5. Schlussrang ist für Lüthi, der auf dem Circuit in Katar alle Trainings und das Qualifying dominiert hatte, eine herbe Enttäuschung: «Es ist schade, wir nehmen einige Punkte weniger mit als erhofft.» Statt der möglichen 25 Punkte für den Sieg (oder deren 20 für den 2. Platz), hat der 125er-Weltmeister von 2005 nur elf Punkte auf dem Konto.

Die Plätze hinter Márquez, dem letztjährigen WM-Zweiten, der seinen bereits 18. GP-Sieg feierte, belegten der Italiener Andrea Iannone und der Spanier Pol Espargaro.

Ein starkes Rennen zeigte Randy Krummenacher. Der Zürcher, der nur von Position 21 gestartet war, eroberte als Elfter seine ersten WM-Punkte seit letztem Juli, als er auf dem Sachsenring Vierter geworden war. Dominique Aegerter hingegen verpasste als 18. die Top 15 überraschend deutlich. «Es ging nichts, ich hatte den nötigen Speed nicht», so der Berner. Marco Colandrea klassierte sich in seinem ersten Moto2-Rennen im 27. Rang.

Die Rennen in Katar in Zahlen

MotoGP (22 Runden à 5,38 km/118,36 km): 1. Jorge Lorenzo (Sp), Yamaha, 42:44,214 (165,328 km/h). 2. Dani Pedrosa (Sp), Honda, 0,852. 3. Casey Stoner (Au), Honda, 2,908. 4. Cal Crutchlow (Gb), Yamaha, 17,114. 5. Andrea Dovizioso (It), Yamaha, 17,420. 6. Nicky Hayden (USA), Ducati, 28,413. - 10. Valentino Rossi (It), Ducati, 33,665. 12. Colin Edwards (USA), Suter-BWM, 58,008. - Schnellste Runde: Stoner (4.) in 1:55,541 (167,632 km/h). - 21 Fahrer gestartet, 18 klassiert.

Moto2 (20 Runden/107,6 km): 1. Marc Márquez (Sp), Suter, 40:34,225 (159,130 km/h). 2. Andrea Iannone (It), Speed Up, 0,061. 3. Pol Espargaro (Sp), Kalex, 1,351. 4. Esteve Rabat (Sp), Kalex, 1,639. 5. Thomas Lüthi (Sz), Suter, 3,981. 6. Scott Redding (Gb), Kalex, 6,678. - 11. Randy Krummenacher (Sz), Kalex, 12,750. 18. Dominique Aegerter (Sz), Suter, 28,802. 27. Marco Colandrea (Sz), FTR, 1:19,054. - Schnellste Runde: Márquez (15.) in 2:00,645 (160,537 km/h). - 33 Fahrer gestartet, klassiert.

Moto3 (18 Runden/96,84 km): 1. Maverick Viñales (Sp), FTR Honda, 38:40,995 (150,204 km/h). 2. Romano Fenati (It), FTR Honda, 4,301. 3. Sandro Cortese (De), KTM, 18,013. 4. Luis Salom (Sp), Kalex KTM, 18,200. 5. Miguel Oliveira (Por), Suter Honda, 18,745. 6. Zulfahmi Khairuddin (Mal), KTM, 19,052. - Schnellste Runde: Viñales (3.) in 2:07,276 (152,173 km/h). - 32 Fahrer gestartet, 25 klassiert.




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