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Tagblatt Online, 07. Mai 2012 21:49:00

Spannung bis zum letzten Kick

Einzig der FA-Cup in England schon entschieden

Lang ist es her, seit die ganze Nation dem FA-Cup-Final schon Wochen zuvor entgegengefiebert hatte. Unter den «grossen» Mannschaften hat eine pragmatische Konzentration auf das Erreichen eines Champions-League-Ranges zu einer eher stiefmütterlichen Behandlung der Cup-Wettbewerbe geführt.

Hanspeter Künzler

Die englischen Teams in der unteren Tabellenhälfte konzentrieren ihre Mittel lieber auf den Ligaverbleib. So sind selbst die Reservemannschaften der «Grossen» heute meist zu stark für die Konkurrenz. Seit 1995 (Everton) hat nur noch Portsmouth (2008) die Dominanz von Manchester United, Arsenal, Chelsea, Liverpool und neuerdings Manchester City durchbrochen. Heuer war die Reihe wieder einmal an Chelsea und Liverpool. Wie so oft in dieser Saison kamen die Red Devils, die dank dem Carling Cup bereits einen neuen Silberpokal im Regal stehen haben, erst nach einer Stunde in Fahrt. Zu diesem Zeitpunkt lagen sie bereits 0:2 im Hintertreffen. Nach der frühen Führung durch Ramires erzielte Drogba das zweite Tor: Er ist der erste Spieler, der in vier Cup-Finals getroffen hat. Ein fulminanter Finish brachte Liverpool nur den Anschlusstreffer.

Im Gegensatz zu Liverpool, in der Premier League nun sogar hinter Fulham und vor allem Everton klassiert, steht Chelsea kurz davor, aus einer verpatzten noch eine grandiose Saison zu machen. Ein Sieg der Blues gegen die Bayern würde allerdings die viertplacierte Equipe der Meisterschaft ins Unglück stürzen, denn der letzte Platz in der Champions League ginge dann an Chelsea. Die Unsicherheit scheint die Anwärter auf diese Position zu lähmen.

Am Samstag patzte Arsenal gegen Norwich (3:3), dabei erlitten die Verteidiger samt dem Goalie Szczesny einen fatalen Rückfall in die schwachen frühen Tage der Saison. Weder Tottenham (1:1 gegen Aston Villa) noch Newcastle (0:2 gegen Manchester City) konnten profitieren. Angesichts der blendenden Form Newcastles, des Überraschungsteams der Saison, hatte man eine City-Niederlage fast schon erwartet. Trainer Mancini stellte aber den Sieg mit einem meisterhaften taktischen Schachzug sicher: Beim Stand von 0:0 tauschte er nach einer Stunde Nasri durch de Jong aus. Der vermeintlich defensive Schritt erwies sich als das Gegenteil. Weil de Jong nun seinen Rücken beschützte, konnte Yaya Touré ungehemmt nach vorn drängen und zwei Tore erzielen.

Nach einem Sieg gegen Swansea (2:0) liegt ManU weiterhin punktgleich mit City auf dem zweiten Platz. Mit einer eigenartig bedrückten Vorstellung versäumte Fergusons Team, das Torverhältnis dergestalt zu verändern, dass eine Wende am letzten Spieltag realistischerweise noch erhofft werden könnte. Manchester City wird noch gegen die Queens Park Rangers spielen, die gewinnen müssen, um den Abstieg zu verhindern. ManU hat beim unberechenbaren Sunderland anzutreten.

Premier League. Ranglistenspitze vor der letzten Runde: 1. Manchester City 86 (90:27). 2. Manchester United 86 (88:33). 3. Arsenal 67. 4. Tottenham 66. 5. Newcastle 65.




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