Tagblatt Online, 20. Mai 2012 16:10:32
Russland oder die Slowakei
Ein Favorit und ein Aussenseiter spielen am Sonntag im Final der Eishockey-WM um den Titel
Jubel bei den Slowaken. (Bild: Keystone / AP)
Die Halbfinals der Eishockey-WM hatten es in sich: Der Gastgeber und Titelhalter Finnland verlor gegen Russland 2:6 und Tschechien unterlag der Slowakei 1:3. Gerade das Duell der beiden ehemaligen CSSR-Nationen brachte eine happige Überraschung.
(si)
Der Matchwinner für die defensiv starken Slowaken im Halbfinal gegen Tschechien war der 37-jährige Routinier Miroslav Satan. Der 37-jährige Satan, der nach 16-jähriger Karriere in der NHL seit dieser Saison wieder in der Slowakei bei Slowan Bratislava spielt, schoss das 1:0 und – mit einem Shorthander kurz nach Beginn des letzten Drittels – das vorentscheidende 2:1.
Gelungene Revanche der Russen
In der Nachmittagspartie zwischen Russland und Finnland hatte Jewgeni Malkin sein Team mit drei Toren zum 6:2-Sieg geführt. Nach Malkins Treffer zum 4:1 warfen die (russischen) Zuschauer ihre Kopfbedeckungen zur Ehrbezeugung auf das Eis. Zuvor hatte der Topskorer der aktuellen NHL-Saison (109 Punkte in 75 Spielen mit den Pittsburgh Penguins) Russland nach einem frühen Rückstand mit zwei Treffern im ersten Drittel bereits 2:1 in Führung geschossen.
Die Russen überzeugten auf allen Ebenen. Aus den ersten drei Powerplay-Möglichkeiten erzielten sie zwei Treffer. Und als die Finnen zu Beginn und im mittleren Abschnitt die Offensive forcierten, hielt die tadellose russische Defensive dem Druck stand. Mit dem Sieg revanchierten sich die Russen erfolgreich für die vor einem Jahr erlittene Halbfinal-Niederlage (0:3) an der WM in Bratislava.
Für den Final vom Sonntag in Helsinki (Spielbeginn 19 Uhr 40) stellt sich also die Frage, ob Russland zum 26. Mal Weltmeister wird (die Zeit der Sowjetunion eingerechnet). Oder ob die oft unterschätzten Slowaken ihren zweiten Titel der Geschichte (nach 2002 in Schweden) gewinnen. Der Finalgegner der Slowakei war auch damals Russland.
Russland - Finnland 6:2 (2:1, 2:0, 2:1)
Hartwall Arena, Helsinki. – 13'239 Zuschauer. – Schiedsrichter: Jerabek/Reiber (Tschechien/Schweiz), Dussureault/Morrison (Kanada/USA). – Tore: 8. Niskala (Kontiola, Joensuu) 0:1. 16. Malkin (Nikitin, Popow) 1:1. 20. (19:06) Malkin (Scherdew, Schirokow/Ausschluss Väänänen) 2:1. 30. Owetschkin (Denis Denissow, Popow) 3:1. 38. Malkin (Nikulin/Ausschluss Mikko Koivu) 4:1. 42. Kokarew (Kuljomin) 5:1. 49. Schirokow (Birjukow, Nikitin/Ausschluss Joensuu) 6:1. 57. Granlund (Järvinen, Mikko Koivu) 6:2. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Russland, 4-mal 2 Minuten gegen Finnland.
Russland: Warlamow; Nikulin, Birjukow; Jemelin, Rjasenski; Medwedew, Denis Denissow; Nikitin; Pereschogin, Malkin, Popow; Semin, Dazjuk, Owetschkin; Kokarew, Switow, Kuljomin; Scherdew, Tereschenko, Schirokow; Kusnezow.
Finnland: Vehanen; Hietanen, Mäenpää; Väänänen, Järvinen; Kukkonen, Jaakola; Niskala; Jokinen, Mikko Koivu, Filppula; Granlund, Immonen, Pesonen; Joensuu, Kontiola, Pihlström; Kiiskinen, Kapanen, Komarov; Pyörälä.
Bemerkungen: Finnland ohne Salmela (gesperrt).
Tschechien - Slowakei 1:3 (0:1, 1:0, 0:2)
Hartwall Arena, Helsinki. - 12'355 Zuschauer. - Schiedsrichter: Brüggemann/Levonen (Deutschland/Finnland), Schulz/Wilmot (Deutschland/Kanada). - Tore: 16. Satan (Sekera, Baranka) 0:1. 31. Frolik (Plekanec) 1:1. 41. (40:56) Satan (Handzus/Ausschluss Bliznak!) 1:2. 45. Hudacek (Surovy) 1:3. - Strafen: keine gegen Tschechien, 3-mal 2 Minuten gegen die Slowakei.
Tschechien: Kovar (47. Stepanek); Nakladal, Blatak; Nemec, Caslava; Krajicek, Mojzis; Krejcik; Erat, Plekanec, Michalek; Frolik, Krejci, Tenkrat; Hemsky, Nedved, Koukal; Petruzalek, Novotny, Prucha; Vondrka.
Slowakei: Laco; Sekera, Baranka; Chara, Sersen; Vydareny, Starosta; Radivojevic, Handzus, Kopecky; Satan, Surovy, Hudacek; Miklik, Mikus, Tatar; Hovorka, Bliznak, Bartovic; Hascak.
Bemerkungen: Tschechien ohne Kutlak (Ambri-Piotta/verletzt), Slowakei ohne Granak, Kudroc und Marcel Hossa (alle verletzt). Pfostenschüsse Frolik (8.) und Blatak (12.). Erat (10.) und Starosta (25.) verletzt ausgeschieden (10.). Time-out Tschechien (59:07). Tschechien ab 58:17 ohne Torhüter.
- Artikel empfehlen:





