Tagblatt Online, 17. Mai 2012 10:54:00
«Psychospiele gehören dazu»
Basels Torhüter Yann Sommer avanciert in Bern zum Cup-Helden
Gegen Yann Sommer haben die Luzerner im Penaltyschiessen keine Chance. (Bild: Reuters)
In der ersten Saison als Nummer 1 im Tor gewinnt Yann Sommer mit dem FC Basel das Double. Obwohl er auf einen Spickzettel verzichtet, pariert er im Penaltyschiessen des Cup-Finals zwei Luzerner Versuche. Nach dem Spiel gibt sich der neue Cup-Held gelassen.
Aufgezeichnet: Adrian Lustenberger
Yann Sommer, hat der FC Basel den Cup-Sieg wirklich verdient?
Eigentlich ist mir das völlig «wurscht». Aber wenn man die gesamte Saison betrachtet, haben wir verdient gewonnen. Wir haben die Spielzeit mit der klar besten Mannschaft dominiert.
Der Cup-Final war dennoch ein hartes Stück Arbeit.
Es war in der Tat kein einfaches Spiel. Luzern hat die Räume eng gemacht und hat uns im Zentrum keinen Platz gelassen. Die Innerschweizer hatten mehr Torchancen als wir, aber wie gesagt: Ob wir verdient gewonnen haben, ist mir eigentlich egal.
Bilderstrecke: Cup-Final mit Basler Triumph
Erstmals seit sechs Jahren ist der Schweizer Cupfinal wieder im Penaltyschiessen entschieden worden. In diesem ist Goalie Yann Sommer gegen Luzern der Matchwinner für den FC Basel (4:2). Der FCB hat zum vierten Mal in den letzten zehn Jahren das Double gewonnen.
Wissen Sie, warum der FC Basel gewonnen hat?
Wir haben mehr Erfahrung im Team und eine ausgeprägte Gewinnermentalität. Zudem wussten wir vor dem Spiel, dass es schwierig werden würde, dass wir Geduld bewahren müssen. Wir haben während 120 Minuten gekämpft. Die Souveränität im Penaltyschiessen ist das Resultat von seriöser Arbeit während der gesamten Saison. Wir waren konditionell bereit.
In diesem Elfmeterschiessen haben Sie die Schüsse der Luzerner Ohayon und Stahel abgewehrt. Waren Sie besonders gut vorbereitet oder war das Intuition?
Das war Intuition.
Sie hatten also keinen Spickzettel?
Vor dem Penaltyschiessen habe ich mir tatsächlich überlegt, ob ich auf dem Zettel nachschauen soll, wo die Spieler in der Vergangenheit hingeschossen haben. Ich habe mich aber dagegen entschieden, damit ich mir nicht zu viel überlege. So hatte ich zwar keine Ahnung, wo der Spieler hinschiessen wird, konnte mich aber voll auf ihn konzentrieren und einfach versuchen, die richtige Ecke zu ahnen.
Zudem haben Sie sich der Psychospielchen bedient.
Das gehört dazu. Man will den Match unbedingt gewinnen und den Pokal holen, da bleibt nichts anderes übrig.
Vor Stahels Versuch haben Sie ununterbrochen gesprochen. Was haben Sie ihm da gesagt?
Wir beide hatten grossen Druck. Bei seinem Versuch war es die folgende Situation: Trifft er, dann geht es weiter – trifft er nicht, dann haben wir den Pokal. Das habe ich ihm einfach noch einmal klar gemacht.
Somit beenden Sie die erste Saison als Nummer 1 im Basler Tor gleich mit dem Double.
Genau, das ist mit dieser Mannschaft einfach wunderschön. Was gibt's Geileres?
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