Tagblatt Online, 02. Juni 2012 18:07:00
Pius Schwizer gewinnt St. Galler Jagdspringen
Starke Reaktion auf missratenen Auftritt vom Freitag
Pius Schwizer gewinnt das Jagdspringen am CSIO St. Gallen. (Bild: Imago)
Pius Schwizer gewinnt beim CSIO St. Gallen das Jagdspringen, die Hauptprüfung des Samstags. Der fehlerfreie Luzerner zeigte mit der erst achtjährigen Hannoveraner-Stute Graciella eine starke Reaktion auf seinen missratenen Auftritt im Nationenpreis am Vortag.
(si)
Das Grosse Mercedes-Jagdspringen am CSIO St. Gallen bleibt eine Schweizer Spezialität. Pius Schwizer erreichte mit der erst achtjährigen Hannoveraner-Stute Graciella den vierten Schweizer Jagd-Erfolg in den letzten sechs Jahren.
Der Weltranglisten-Vierte Pius Schwizer gewann erstmals das Jagdspringen am CSIO St. Gallen und verwies die Französin Pénélope Leprevost mit Oscar des Fontaines und den britischen Altmeister Michael Whitaker mit Twister auf die weiteren Ehrenplätze. Auffallend: Die drei ersten Positionen belegten ausschliesslich Stuten, und die Schweizer «Jäger» brachten fünf Reiter unter die ersten acht.
Steve Guerdat wurde vor 13 000 Zuschauern Vierter mit Sidney, Werner Muff Fünfter mit Osiris du Goyen, Hansueli Sprunger Siebter mit Kepi de Valse und seine Tochter Janika Achte mit dem Vorjahresdritten JL's Komparse.
Dritter Schweizer Sieg
Nach Steve Guerdat am Freitag mit Jalisca Solier in der 1. GP-Qualifikation und Martin Fuchs mit der Inländer-Stute Karin am Samstagmorgen glückte dem Gastgeber Schweiz mit Schwizers makellosem Jagdritt der dritte einheimische Erfolg am 17. CSIO gegen namhafte Konkurrenz. «Mit Graciella habe ich eine ideale Nachfolgerin für Ulysse gefunden, der langsam in die Jahre kommt», sagte Schwizer. «Ich reite die Stute erst seit vier Monaten. Sie ist in belgischem Besitz. Graciella ist ein exzellentes Speedpferd für Parcours bis 150 cm. Ein GP-Pferd wird sie allerdings kaum.»
Schwizer führte die Entscheidung durch seine engen Wendungen und den flotten Galopp von Graciella herbei. «Ich habe viel riskiert und hatte auch einiges Glück. Jetzt bin ich für meinen missglückten Nationenpreis-Ritt mit Carlina etwas entschädigt worden. Ich reite sie nun am Sonntag im GP und hoffe, dass wir besser sein werden als im Nationenpreis.»
Die schnellste Zeit im 560 m langen Jagdspringen über 12 Hindernisse mit drei Alternativen und dem Pulvermanns Grab mit zwei Doppelsprüngen liess sich der Ire Dermott Lennon in 71,19 Sekunden stoppen. Sein Pech: Zwei Stangen purzelten in den Rasen, was einen Zeitzuschlag von 8 Sekunden ergab, womit er aus der prämienberechtigenden Klassierung fiel.
Die Resultate
St. Gallen. CSIO. Grosses Mercedes Jagdspringen (S/C, 4 Sek. pro Abwurf, Dotation: Auto für den Sieger plus 60'000 Fr.): 1. Pius Schwizer (Sz), Graciella, 73,16 (0 Strafsekunden). 2. Pénélope Leprevost (Fr), Oscar des Fontaines, 73,68 (0). 3. Michael Whitaker (Gb), Twister, 74,01 (0). 4. Steve Guerdat (Sz), Sidney, 74,75 (0). 5. Werner Muff (Sz), Osiris du Goyen, 74,75 (4). 6. Shane Sweetnam (Irl), Cyklon, 76,21 (0). 7. Hansueli Sprunger (Sz), Kepi de Valse, 77,09 (4). 8. Janika Sprunger (Sz), JL's Komparse, 77,22 (4).
S/A mit Stechen (2. GP-Qualifikation, Weltrangisten-Springen, Dotation: 30'000 Fr.): 1. Meredith Michaels-Beerbaum (De), Cantano, 0/36,07. 2. René Tebbel (De), Cooper, 0/40,13. 3. Niels Bruynseels (Be), Castelino van de Helle, 0/42,65. 4. Marc Houtzager (Ho), Opium, 4/37,09. 5. Andreas Ott (Sz), Loxy de la Reselle CH, 4/38,72. 6. Billy Twomey (Irl), Sublieme, 4/41,33. 8. Claudia Gisler (Sz), Touchable, 8/39,34, alle im Stechen. 12. Werner Muff (Sz), Champ, 4/63,79, im Normalparcours.
Zweiphasenspringen: 1. Martin Fuchs (Sz), Karin CH, 0/28,54. 2. Cian O'Connor (Irl), D'Avincis Pride, 0/29,28. 3. Ramzy al Duhami (Saudi-Arabien), Vivaldi, 0/30,07. 8. Pius Schwizer (Sz), Powerplay, 0/34,02. 9. Claudia Gisler (Sz), Cordel, 0/34,30. 10. Niklaus Schurtenberger (Sz), Costa del Sol, 4/31,81, alle in 2. Phase.
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