Tagblatt Online, 20. Juli 2012 19:00:32
Mark Cavendish in alter Stärke
Weltmeister Mark Cavendish triumphiert am Freitag zum zweiten Mal in der 90. Tour. (Bild: Reuters)
Weltmeister Mark Cavendish gewinnt die 18. Etappe der 99. Tour de France im Sprint. Der Brite vom dominierenden Sky-Team liess der Konkurrenz keine Chance und sichert sich den zweiten Etappensieg. Bradley Wiggins verteidigte das Leadertrikot problemlos.
((si))
Fast drei Wochen stand Mark Cavendish im Schatten seiner Kollegen vom Sky-Team. In der 18. Etappe kehrte er jedoch ins Rampenlicht zurück und demonstrierte seine Sprintqualitäten in souveräner Manier. Er sicherte sich nach 222,5 km vor den chancenlosen Matthew Goss und Peter Sagan seinen zweiten Erfolg an der diesjährigen Tour de France, nachdem er bereits das zweite Teilstück für sich entschieden hatte. André Greipel, der wie Sagan dreimal im Sprint triumphiert hatte, klassierte sich gar nur im 11. Rang. Sagan sicherte sich mit seinem dritten Platz immerhin vorzeitig das grüne Trikot des punktbesten Fahrers.
Cavendishs 22. Tagessieg in der Tour
Eine gute Woche vor dem olympischen Strassenrennen in London präsentierte sich Cavendish in alter Stärke. Der Favorit auf die Goldmedaille ging früh in den Wind und überspurtete Luis-Leon Sanchez und Nicolas Roche, die wenige Kilometer vor dem Ziel ausgerissen waren, auf den letzten Metern. «Ich hatte geplant, früh aus dem Windschatten zu kommen. Ich habe mich sehr gut gefühlt und wusste, dass ich es heute schaffe», sagte Cavendish, der bei der Tempoarbeit im Finish gar Unterstützung von Wiggins erhalten hatte. Insgesamt war es der 22. Tagessieg von Cavendish im wichtigsten Radrennen der Welt.
Das Team Sky und die Briten dominieren die diesjährige Tour de France praktisch nach Belieben. Das Maillot jaune von Wiggins war zu keiner Zeit in Gefahr. Der Bahn-Olympiasieger, der seit der siebten Etappe die Gesamtwertung anführt, liegt einen Tag vor dem letzten Einzelzeitfahren weiterhin 2:05 Minuten vor seinem Landsmann und Teamkollegen Christopher Froome und 2:41 Minuten vor dem Italiener Vincenzo Nibali. Und konzentriert sich die britische Equipe für einmal auf Cavendish, zementiert dieser seine Stellung als stärkster Sprinter ebenso souverän.
«Wir wollten Mark etwas zurückgeben»
Teamchef Dave Brailsford zeigte sich denn nach dem neuerlichen Triumph seiner Schützlinge auch entsprechend zufrieden: «Wir haben am Morgen schon damit gerechnet, dass es ein Sprint wird. Wir wollten Mark etwas zurückgeben, was er uns in den vergangenen Wochen gegeben hat. Bradley und die anderen Jungs wollten Danke sagen. Eigentlich ist er nur dreimal richtig gesprintet und zweimal hat er gewonnen. Er hat gezeigt, dass er der beste Sprinter der Welt ist.»
Bevor die Rundfahrt am Sonntag traditionellerweise in Paris endet, hat Wiggins am Samstag seine letzte Bewährungsprobe zu bestehen. Im Kampf gegen die Uhr auf den 53,5 flachen Kilometern von Bonneval nach Chartres gilt Wiggins, der als erster Brite die Tour de France gewinnen kann, als Favorit auf den Tagessieg. Die finale Etappe dürfte dann noch einmal ein Fall für die Sprinter und im speziellen für Cavendish werden.
Die 90. Tour de France in Zahlen
18. Etappe, Blagnac–Brive-la-Gaillarde (222,5 km): 1. Mark Cavendish (Gb) 4:54:12. 2. Matthew Goss (Au). 3. Peter Sagan (Slk). 4. Luis-Leon Sanchez (Sp). 5. Nicolas Roche (Irl). 6. Tyler Farrar (USA). 7. Borut Bozic (Sln). 8. Sébastien Hinault (Fr). 9. Daryl Impey (SA). 10. Samuel Dumoulin (Fr). 11. André Greipel (De). 12. Juan Jose Haedo (Arg). 13. Edvals Boasson Hagen (No). 14. Andreas Klöden (De), alle gleiche Zeit. 15. Koen de Kort (Ho) 0:04 zurück. 16. Luca Paolini (It). 17. Julien Simon (Fr). 18. Lars Bak (Dä). 19. Bradley Wiggins (Gb). 20. Marco Marcato (It). - 22. Christopher Froome (Gb). 26. Jürgen van den Broeck (Be). 27. Vincenzo Nibali (It). 35. Cadel Evans (Au). 37. Michael Schär (Sz). 40. Tejay van Garderen (USA), alle gleiche Zeit. 134. Michael Albasini (Sz) 7:50. - 153 fahrer gestartet und klassiert.
Gesamtklassement: 1. Wiggins 83:22:18. 2. Froome 2:05. 3. Nibali 2:41. 4. Van den Broeck 5:53. 5. Van Garderen 8:30. 6. Evans 9:57. 7. Haimar Zubeldia (Sp) 10:11. 8. Pierre Rolland (Fr) 10:17. 9. Janez Brajkovic (Sln) 11:00. 10. Thibaut Pinot (Fr) 11:46. 11. Roche 12:54. 12. Klöden 14:05. 13. Christopher Horner (USA) 14:22. 14. Chris Anker Sörensen (Dä) 18:46. 15. Denis Mentschow (Russ) 22:54. 16. Maxime Monfort (Be) 24:24. 17. Egoi Martinez (Sp) 25:32. 18. Rui Costa (Por) 29:51. 19. Eduard Worganow (Russ) 33:07. 20. Alejandro Valverde (Sp) 33:50. - 48. Schär 1:37:48. 110. Albasini 2:50:48.
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