Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 22. Juli 2012 18:31:00

Makellose Bilanz des FC Sion

Der Sittener Gennaro Gattuso (r.) schlägt den Ball trotz Behinderung durch den Genfer Xavier Kouassi weg. Zoom

Der Sittener Gennaro Gattuso (r.) schlägt den Ball trotz Behinderung durch den Genfer Xavier Kouassi weg. (Bild: Keystone / Bott)

Der FC Sion ist auch nach zwei Spielen der Super League noch ohne Punktverlust. Die Walliser gewannen das erste Derby der Saison gegen Servette 1:0. Für die Young Boys resultierte zu Hause gegen den GC eine weitere Enttäuschung (0:1). Der FCZ unterlag zu Hause Thun 0:2.

((si))

Der FC Sion ist nach der 2. Runde das einzige Team der Super League mit einer makellosen Bilanz. Im zweiten Spiel siegten die Walliser dank einem späten Penaltytor gegen Servette 1:0. Eigentlich war es ein typisches 0:0-Spiel. Servette war vor der Pause etwas besser, Sitten steigerte sich später etwas, ohne jedoch zwingende Chancen zu erspielen. Die tor- und trostlose Nummer schien für beide verdient und besiegelt.

Bis Servette-Goalie David Gonzalez vier Minuten vor dem Ende ungestüm aus dem Tor stürmte und Sittens Angreifer Mathieu Manset umrannte. Der Penaltypfiff war indiskutabel, ebenso die souveräne Ausführung des Elfmeters durch Manset selbst. So wurde eine Woche nach der Doublette von Léo beim 2:0 gegen die Grasshoppers ein zweiter neuer Stürmer der Sittener zum Matchwinner.

Schwaches Niveau im Sittener Tourbillon

Manset, der zuletzt in China für Schanghai Schenhua gespielt hatte, war erst vor etwas mehr als einer Woche im Wallis angekommen. Bei seinem Kurzeinsatz gegen Servette hätte Manset indes schon früher erfolgreich sein müssen. In der 74. Minute stürmte er alleine auf Gonzalez zu, scheiterte aber beim Versuch, den Torhüter auszuspielen. Es war im gesamten Spiel die beste der wenigen Chancen auf beiden Seiten.

Das schwache Niveau kümmerte letztlich die Walliser nicht. Sie tanzten ausgelassen vor ihren Fans und feierten die Leaderposition. Erstmals seit 2007 startete der FC Sion mit zwei Siegen in die Meisterschaft. Beim Jubel war auch Gennaro Gattuso wieder an vorderster Front. Das Debüt des Weltmeisters aus Italien im Tourbillon verlief zwiespältig. Er rannte viel und eroberte auch Bälle, aber nach vorne blieb er wirkungslos. Nach 75 Minute wurde Gattuso ausgewechselt.

Servette musste sich zum zweiten Mal geschlagen geben. Wie gegen Basel war auch die Niederlage im Wallis nicht zwingend – aber fast logisch. Das Kader der Genfer ist nicht breit genug, um die Absenz von schon acht verletzten Spielern zu kaschieren.

GC-Goalie Bürki in Bern mit starker Vorstellung

Zum Matchwinner für die Grasshoppers bei den Berner Young Boys avancierte neben Torschütze Salatic deren Torhüter Roman Bürki. Der Nachwuchs-Internationale, der vor einer Woche beim 0:2 gegen Sitten mit einem kapitalen Fehler noch ein Tor verschuldet hatte, zeigte eine fehlerfreie Leistung. Vor allem aber wehrte in der 53. Minute mit einer Glanzparade den Handspenalty von Moreno Costanzo ab. Bereits in der ersten Halbzeit hatte Bürki die beiden Abschlussversuche von Emmanuel Mayuka glänzend entschärft (9./28.).

Der Sieg der Zürcher war nicht unverdient. Zwar verzeichneten die Berner etwas mehr Spielanteile, die Gäste erarbeiteten sich aber ebenfalls einige sehr gute Torchancen. Bereits in der zweiten Minute scheiterte Frank Feltscher alleine vor dem Tor an Wölfli.

Die beste Gelegenheit, in Fühung zu gehen, bot sich Nassim Ben Khalifa nach einer halben Stunde. Nach einem Foul von Jan Lecjaks an Michael Lang scheiterte der ehemalige YB-Stürmer mit seinem Penalty. Der YB-Captain war des Beste seines Teams, das auch im dritten Pflichtspiel der Saison nicht vollends überzeugen konnte.

Enttäuschender FCZ bei der Heimpremiere

Der FC Zürich kassierte gegen Thun eine überraschende 0:2-Heimniederlage. Muhamed Demiri brachte die Gäste kurz vor der Pause in Führung, Anatol Ngamukol gelang in der Nachspielzeit die Siegsicherung.

Die Zürcher lieferten eine enttäuschende Heimpremiere ab. Das Team von Rolf Fringer fand gegen die defensiv sehr gut organisierten Gäste kaum ein Mittel, um vor das Tor zu kommen. Thuns Torhüter Guillaume Faivre musste nur zweimal ernsthaft eingreifen. Die Schüsse von Amine Chermiti (3.) und Blerim Kukeli (68.) parierte die Thuner Neuverpflichtung glänzend.

Eine wenig überzeugende Leistung bot auch Davide Chiumiento bei seinem ersten Auftritt im Dress der Zürcher. Der Appenzeller, der erst vor wenigen Tagen aus Vancouver angekommen war, setzte kaum Akzente. Er machte zudem beim Gegentreffer eine schlechte Figur, als Demiri den Mittelfeldspieler zu einfach aussteigen liess, bevor er den Ball ins Lattenkreuz hämmerte (39.). Für die endgültige Entscheidung garantierte Ngamukol, als er einen schönen Konter über Enrico Schirinzi mit einem schönen Schlenzer zum 2:0 abschloss (93.).

Die Thuner überzeugten mit einem soliden Auftritt. Sie blieben wie auch im Auftaktspiel gegen Lausanne ohne Gegentreffer und feierten nach 21 Spielen und dem 27. April 2005 wieder einmal einen Sieg gegen den FCZ.

Die 2. Super-League-Runde auf einen Blick

Sonntag: Young Boys - Grasshoppers 0:1 (0:0). FC Sion - Servette 1:0 (0:0). FC Zürich - Thun 0:2 (0:1). - Samstag: Basel - Luzern 2:2 (0:1). Lausanne-Sport - St. Gallen 0:1 (0:1). - Rangliste (je 2 Spiele): 1. FC Sion 6 (3:0). 2. Thun 4 (2:0). 3. Basel 4 (3:2). 4. St. Gallen 4 (2:1). 5. Grasshoppers 3 (1:2). 6. Luzern 2 (3:3). 7. Young Boys 1 (1:2). 8. Lausanne-Sport 1 (0:1). 9. Zürich 1 (1:3). 10. Servette 0 (0:2).




Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

facebook.com / tagblatt

 ...