Tagblatt Online, 03. Juni 2012 19:46:24
Guerdat Vierter in St. Gallen
Der Grand Prix der Schweiz am CSIO Schweiz geht an den Deutschen Marcus Ehning
Marcus Ehning hat mit Plot Blue in St. Gallen im Grand Prix der Schweiz triumphiert. Bester Schweizer wurde Steve Guerdat mit Carpalo in Rang vier. In der Hauptprüfung des CSIO Schweiz verwies der Deutsche den Briten Tim Stockdale und seinen Landsmann Christian Ahlmann auf die Plätze.
Thomas Frei, St. Gallen
Marcus Ehnings Ritte sind praktisch ausnahmslos Beiträge fürs Lehrbuch. Einen weiteren Eintrag lieferte der Deutsche am Sonntag im abschliessenden Grand Prix des CSIO Schweiz in St. Gallen. «Elegance is an attitude» lautet der Slogan der Uhrenmarke Longines, des Sponsors dieser Prüfung – und Ehning hielt sich daran. Fehlerfrei und in der schnellsten Zeit absolvierte er auf Plot Blue schon die erste Runde; der 15-jährige holländische Hengst gehört der Schweizerin Kathrin Somogyi.
Im selben souveränen Stil entschied Ehning als Schlussreiter auch den auf zehn Efforts verkürzten zweiten Umgang für sich, gut eineinhalb Sekunden schneller als der Brite Tim Stockdale mit Fresh Direct Kalico Boy. Mit einem Blanko-Resultat aus beiden Umgängen stand am Ende auch der Deutsche Christian Ahlmann da, er kam aber mit seiner temperamentvollen Stute Codex One wie schon im ersten Umgang nicht an die schnellsten Zeiten heran.
Knapp war von Parcoursbauer Rolf Lüdi die erlaubte Zeit für den ersten Durchgang bemessen worden. Trotz nachträglicher Erhöhung um zwei Sekunden resultierten ungewöhnlich viele Strafpunkte für Zeitüberschreitung. Das provozierte letztlich auch eine hohe Zahl Abwürfe. Diese waren über den ganzen Parcours verteilt, häuften sich aber gegen das Ende des 520 Meter langen Parcours. Begrüsst wurde der schlechten Wetterprognosen wegen die Programmumstellung, die zu einem pausenlosen Ablauf führte und dem abtretenden OK-Präsidenten Peter Stössel ein Ende im Sonnenschein bescherte.
Im Hinblick auf die in gut zwei Monaten stattfindenden Olympischen Spiele brachten die Resultate in St. Gallen für die Schweizer Selektionäre keine definitive Klärung. Auf die eine oder andere Frage hat der Equipenchef Urs Grünig während des viertägigen Turniers wohl Antworten erhalten, verschiedene im Gründenmoos erlangte Eindrücke sorgen dafür für neue Überlegungen. «Bis zum definitiven Selektionsentscheid in Rotterdam Ende Monat haben wir noch zwei bis vier Reiter und deren Resultate genau zu beobachten», sagt Grünig.
Positiv fiel der Auftritt von Steve Guerdat aus. Musste der in Herrliberg wohnende Jurassier wegen einer kleinen Verletzung von Nasa auf den Nationenpreis verzichten, präsentierte er im GP mit Carpalo einen neuen Olympiakandidaten. Eine Zeitstrafe von einem Punkt resultierte für das Paar im GP lediglich im Normalumgang, in der verkürzten Finalrunde brillierte Guerdat mit dem im Besitz von Urs E. Schwarzenbach stehenden Wallach mit einer Nullerrunde und klassierte sich damit im vierten Schlussrang.
Während Werner Muff als bester Reiter des Turniers ausgezeichnet werden konnte und sich auch im GP als Elfter positiv empfahl, kam es bei Pius Schwizer und Carlina im Laufe der Veranstaltung zu keiner Leistungssteigerung: Wie im ersten Umgang des Nationenpreises resultierten für das Paar drei Abwürfe und setzten Fragezeichen hinter die Form der elfjährigen Stute.
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