Tagblatt Online, 13. Juni 2012 00:00:00
Die Schweizer Delegation nimmt Kontur an
Fabian Cancellara (Bild: Reuters)
34 Schweizer Athletinnen und Athleten sind für die Sommerspiele in London bereits selektioniert. Da sind aber noch Oympia-Probables in insgesamt 18 Sportarten. Stand: 13. Juni 2012.
In 44 Tagen beginnen in London die Sommerspiele der XXX. Olympiade (27. Juli bis 12. August). Rund ein Drittel der Schweizer Delegation ist bis jetzt bestimmt. 34 Athletinnen und Athleten hat die Selektionskommission des Dachverbandes Swiss Olympic bisher selektioniert. Letztlich dürfte die Delegation rund 90 Namen umfassen, schätzt der Swiss-Olympic-Sportdirektor Gian Gilli. In Peking 2008 waren es 85 – ohne eine Mannschaft. Am 9. Juli werden die letzten Sportler nominiert und strittige Fälle entschieden.
Bereits jetzt zeichnet sich eine gute Mischung von erprobten Erfolgsgaranten und hoffnungsvollen Nachwuchssportlern ab. Ersterer Kategorie sind Fabian Cancellara, Roger Federer, Nicola Spirig, Viktor Röthlin zuzurechnen, zu den «jungen Wilden» gehören Giulia Steingruber, Michael Schär, Max Heinzer, Fabian Kauter. Diese Mischung ist der Nährboden, auf dem die ambitiöse Zielsetzung zum Erfolgsmodell gedeihen soll. Rang 25 im Medaillenspiegel ist die Vorgabe, dafür müssten wohl 8 bis 10 Medaillen gewonnen werden.
Unten stehend die aktuelle Kontur der Schweizer Olympiadelegation, in der in 18 Sportarten Athleten ein Ticket für London bereits auf sicher haben oder noch darauf hoffen können.
Badminton
Selektion: Selektioniert ist Sabrina Jaquet.
Chance: Die 25-Jährige qualifizierte sich an den EM mit dem Vorstoss in die Viertelfinals überraschend für Olympia. In einer Sportart, die von Asiaten dominiert wird, tritt Jaquet in London als Aussenseiterin an.
Besonderes: Wer als Schweizer im internationalen Badminton auch nur eine Nebenrolle spielen wollte, musste ins Ausland. Diesen Weg ging Jeannine Cicognini, die bisher die Sportart in der Schweiz verkörperte. Neu führt der nationale Verband aber in Bern ein Leistungszentrum, an dem Cicognini und auch Jaquet trainieren. In der Qualifikation setzte sich Jaquet überraschend gegen die besser klassierte Cicognini durch. reg.
Beachvolleyball
Selektion: 8. Juli.
Chance: Ausser Simon Kuhn und Nadine Zumkehr hat sich bisher niemand fix für Olympia empfohlen. Heuscher/Bellaguarda haben wohl einen Quotenplatz erreicht, doch fehlt die von Swiss Olympic verlangte Bestätigung, ein 9. Platz auf der World Tour.
Besonderes: Weitere Quotenplätze können noch am Continental Cup (22.–24. Juni) oder am World-Cup-Qualifikationsturnier Anfang Juli erreicht werden. cid.
Bogenschiessen
Selektion: 3. Juli.
Chance: In der Weltrangliste sind Valentine de Giuli (69) und Alexandre Curchod (215) die bestklassierten Schweizer. Mit Céline Schobiner und Nathalie Dielen sowie Axel Müller und Dominik Faber erhalten sie kommende Woche in den USA die letzte Gelegenheit, einen Quotenplatz zu sichern. Ein Top-4-Resultat ist dafür gefordert.
Besonderes: Das Bogenschiessen geht auf dem «heiligen» Cricket-Rasen von Lord's über die Bühne. jeg.
Fechten
Selektion: Selektioniert sind die Degenfechter Max Heinzer, Fabian Kauter und Tiffany Géroudet. Nach der einjährigen Qualifikationsphase rangierten sie Ende März unter den zwölf Besten der Weltrangliste.
Chance: Die Degenfechter haben Medaillenchancen. Fabian Kauter war heuer schon Weltranglistenerster, er ist zurzeit die Nummer 3. Max Heinzer gewann Anfang Monat den Grand Prix de Berne zum zweiten Mal, er figuriert im Ranking an siebenter Stelle. Tiffany Géroudet als Europameisterin 2011 ist die Weltnummer 9.
Besonderes: In London gibt es keinen Mannschaftswettkampf im Degenfechten, weshalb die Qualifikation schwierig war. Bloss 30 Fechter sind zugelassen. jeg.
Fussball
Selektion: Am 9. Juli muss der Trainer Pierluigi Tami das definitive Kader mit 18 Spielern melden.
Chance: Gegen Gabon (26. Juli in Newcastle), Südkorea (29. Juli in Coventry) und Mexiko (1. August in Cardiff) ist das Erreichen der Viertelfinals möglich.
Besonderes: Mit dem Erreichen des EM-Finals an der U-21-EM haben sich die Schweizer Fussballer erstmals seit 84 Jahren wieder für das olympische Fussballturnier qualifiziert. Derzeit versucht Tami, eine kompetitive Mannschaft zusammenzustellen. Das ist schwierig, weil die Spieler nur mit Erlaubnis der Klubs am Olympiaturnier teilnehmen dürfen. Teilnahmeberechtigt sind Spieler mit den Jahrgängen bis 1989 sowie drei ältere Spieler. Unter den Älteren könnten Diego Benaglio und Philipp Senderos figurieren; die Jungstars Xherdan Shaqiri oder Granit Xhaka dürften wohl auch mit dabei sein. ram.
Judo
Selektion: Selektioniert sind Ludovic Chammartin und Juliane Robra.
Chance: Robra hat im April mit Bronze an den Europameisterschaften einmal mehr bewiesen, dass sie auf internationalem Niveau ganz vorne mithalten kann. Bei Olympia ist das Niveau noch einmal höher, und vieles hängt von der Auslosung ab. Chammartin ist eher Aussenseiter. Das Verbandsziel ist ein Top-8-Rang.
Besonderes: In Peking gewann Sergei Aschwanden Bronze, danach wurde das Leistungszentrum in Magglingen aufgelöst, und der nationale Verband schien vor einem Scherbenhaufen zu stehen. Inzwischen hat er sich aber in Brugg neu organisiert und im Italiener Giorgio Vismara einen ehemaligen WM- und EM-Medaillen-Gewinner als Nationalcoach verpflichtet. In London sind noch die Athleten der älteren Generation im Einsatz, doch der Nachwuchs drängt bereits nach vorne. reg.
Kanu
Selektion: 15. Juni.
Chance: Im Slalom kommen für die beiden Quotenplätze im Kajak-Einer Mike Kurt und Elise Chabbey infrage. Kurt ist der Routinier, der 2004 erstmals an Olympia teilnahm, Chabbey die 19-jährige Nachwuchshoffnung.
Besonderes: In der Slalom-Qualifikation zählt neu der bessere der beiden Läufe für das Weiterkommen in die Halbfinals. Dort erreichen die besten zehn den Final, wo alles wieder bei null beginnt. jeg.
Kunstturnen
Selektion: 6. Juli.
Chance: Nach dem vorolympischen Wettkampf Anfang Jahr haben vier Schweizer Chancen auf eine Teilnahme: Claudio Capelli und Pascal Bucher bei den Männern, Giulia Steingruber und Nadia Mülhauser bei den Frauen. Zur Verfügung steht ein Quotenplatz pro Geschlecht. Wenn sie verletzungsfrei bleibt, ist Steingruber gesetzt. Mit Bronze am Sprung bewies sie an den EM ihr Potenzial, in London ist eine Klassierung in den Top 8 am Sprung realistisch. Capelli und Bucher müssen an zwei internen Selektionswettkämpfen um den Startplatz kämpfen.
Besonderes: In keiner Sportart hat die Schweiz so viele Medaillen gewonnen wie im Kunstturnen – 48. Doch die Hausse liegt lange zurück: Mit Ausnahme des Sieges 1996 durch Donghua Li am Pferdpauschen stammen alle Erfolge aus der Zeit bis zu den Spielen 1952. ajk.
Leichtathletik
Selektion: Selektioniert sind Viktor Röthlin und Maja Neuenschwander (beide im Marathon). Die Selektionskriterien erfüllt haben Nicole Büchler (Stab), Amaru Schenkel, Alex Wilson (beide 200 m) und Lisa Urech (100 m Hürden). Nur noch den B-Wert brauchen Irene Pusterla (Weit) und Marc Schneeberger (200 m). Chancen, sich mit dem A-Wert zu qualifizieren, haben Anna-Katharina Schmid (Stab) und Andreas Kundert (110 m Hürden). Ebenfalls im Rennen sind die Sprintstaffeln der Männer und der Frauen. Selektioniert wird am 9. Juli.
Chance: Für die Schweizer Leichtathleten ist auf olympischem Niveau die Luft dünn. Medaillen sind derzeit unrealistisch, Top-Ten-Klassierungen wären angesichts des internationalen Niveaus sehr hoch einzuschätzen. Dazu fähig sind Röthlin und Urech. Letztere kämpft aber nach einer Hüftoperation mit Schmerzen.
Besonderes: Erstmals werden im Olympiajahr auch Europameisterschaften ausgetragen. Diese finden vom 27. Juni bis 1. Juli in Helsinki statt und zählen noch zur Olympiaqualifikation. Der Anlass dient auch dazu, Schweizer Athleten an das internationale Niveau heranzuführen. Bisher haben 23 Sportler die Limite erfüllt. reg.
Pferdesport
Selektion: 29. Juni.
Chance: Im Team der Schweizer Springreiter sind Pius Schwizer mit Carlina, Werner Muff mit Kiamon und Steve Guerdat so gut wie gesetzt. Bei Guerdat stellt sich nach der Unpässlichkeit von Nasa am CSIO Schweiz einzig die Frage, welches Pferd er in London satteln will. In Nino des Buissonnets hat der Romand aber eine starke Alternative im Stall. Für den vierten Platz kommen die beiden Amazonen Clarissa Crotta und Janika Sprunger infrage oder dann auch Paul Estermann.
Besonderes: Bis in die 1980er Jahre war die Dressurreiterei ein Garant für Medaillen (13). In London ist die Schweiz aber weder in der Dressur noch in der Vielseitigkeit vertreten. Abbild des steten Krebsgangs. jeg.
Rad
BMX
Selektion: Selektioniert ist Roger Rinderknecht.
Chance: Der Sieg im BMX wird in K.-o.-Läufen ausgetragen, weshalb die Entscheidung auch eine Frage des Glücks ist. Die Aussichten Rinderknechts sind gut, er ist ein Fahrer mit viel Erfahrung, zudem holt er sich regelmässig Rennhärte in anderen Disziplinen.
Besonderes: BMX ist zum zweiten Mal olympisch – und zum zweiten Mal ist Rinderknecht dabei.
Mountainbike
Selektion: Selektioniert sind Ralph Näf, Nino Schurter, Florian Vogel, Katrin Leumann, Esther Süss.
Chance: Bei den Frauen wäre ein Top-8-Platz ein Erfolg, bei den Männern alles andere als eine Medaille eine Enttäuschung. Nino Schurter ist in Topform, und weil er schon letzten September selektioniert wurde, konnte er sich diese Saison in aller Ruhe auf London vorbereiten. Allein: Es kann schnell gehen im Mountainbike. Ein geplatzter Reifen, ein Sturz – schon sind die Chancen dahin. Näf und Vogel sind an einem guten Tag ebenso fähig, aufs Podest zu fahren.
Besonderes: Den Schweizer Männern steht in London das maximale Kontingent von drei Startplätzen zur Verfügung – neben den Selektionierten hatten mit Fabian Giger, Lukas Flückiger und Christoph Sauser drei weitere Fahrer die Kriterien erfüllt.
Strasse
Selektion: Selektioniert sind Michael Albasini, Fabian Cancellara, Gregory Rast, Michael Schär. Der fünfte und letzte Platz fürs Strassenrennen wird nach der Tour de Suisse vergeben, die nächsten Sonntag zu Ende geht – ebenso der zweite Platz im Zeitfahren hinter Cancellara.
Chance: Das Strassenrennen ist eine Lotterie, das Zeitfahren aber Massarbeit. Fabian Cancellara, der Sieger 2008, zählt auch dieses Jahr zu den Favoriten. Der Schlüsselbeinbruch Anfang April allerdings hat ihn in der Vorbereitung zurückgeworfen.
Besonderes: Die Profis dürfen erst seit 1996 an Olympischen Spielen starten. Damals, in Atlanta, siegte der Schweizer Pascal Richard. 2008 in Peking wurde Cancellara im Zeitfahren Erster und im Strassenrennen Dritter – wegen eines positiven Dopingtests des Zweitplacierten wurde ihm nachträglich Silber zuerkannt. cag.
Ringen
Selektion: Selektioniert ist Pascal Strebel.
Chance: Der Greco-Ringer Pascal Strebel hat sich in der Klasse bis 66 kg überraschend und als einziger Schweizer für Olympia qualifiziert. Eine weitere Überraschung in London ist nicht zu erwarten.
Besonderes: Marco Riesen, die grösste Hoffnung, erlitt in der Qualifikationsphase einen Kreuzbandriss. cid.
Rudern
Doppelvierer
Selektion: Selektioniert sind Augustin Maillefer, Nico Stahlberg, Florian Stofer und André Vonarburg.
Chance: Der Doppelvierer hat Chancen auf einen Finalplatz. Die Spitze ist aber so eng, dass dies auf alle 13 Boote zutrifft. Für die Schweizer spricht die Kombination aus erfahrenen Athleten und ganz jungen Ruderern.
Besonderes: Für André Vonarburg sind es die vierten Olympischen Spiele. Schon bei seiner ersten Teilnahme im Jahr 2000 war er Schlagmann des Doppelvierers.
Vierer ohne, Leichtgewicht
Selektion: Selektioniert sind Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch und Lucas Tramèr.
Chance: Nach den WM-Rängen 9, 8 und 6 in den letzten drei Jahren war das Ziel des leichten Vierers eine Olympiamedaille. Weil Kraftpaket Lucas Tramèr seit April verletzt ausfällt, sind diese Chancen aber stark gesunken. Für Tramèr wird die Zeit nun knapp.
Besonderes: Im leichten Vierer ist der erfolgreichste Ruderer unterwegs, der Däne Eskild Ebbesen. Er visiert an den fünften Spielen viertes Olympiagold an. mbi.
Schiessen
Selektion: 29. Juni.
Chance: Es stehen sieben Quotenplätze zur Verfügung (4 Gewehr und 3 Pistole). In der Sparte Gewehr haben Annik Marguet, Marcel Bürge, Simon Beyeler und Pascal Lorétan die von Swiss Olympic geforderten Bestätigungen geliefert. Ein Olympia-Finalplatz wird vor allem Bürge und Beyeler zugetraut. In der Abteilung Pistole ist Heidi Diethelm unbestritten, sie hat mehr als nur Aussenseiterchancen. Lukas Grunder aber ist unerwartet zurückgetreten, Patrick Scheuber hat die nationalen Anforderungen mehrfach verfehlt.
Besonderes: Es ist denkbar, dass 44 Jahre nach Paul Vittet (Mexiko 1968) wieder ein Schweizer Skeetschütze an Olympischen Spielen teilnimmt. Der 31-jährige Fabio Ramella nutzte mit einem überlegenen Sieg an den Skandinavien-Open die letzte Möglichkeit zur Erfüllung der nationalen Limite. wh.
Schwimmen
Pool
Selektion: Selektioniert ist Dominik Meichtry. Weitere Selektionen können erst erfolgen, wenn der Schwimm-Weltverband Fina die Liste der eingeladenen Schwimmerinnen und Schwimmer verschickt.
Chance: Die Limite des Landesverbands Swiss Swimming erfüllt haben neben Meichtry (100, 200 und 400 m Crawl) auch David Karasek (200 m Lagen), Yannick Käser (200 m Brust), Danielle Villars (100 m Delphin) und Alexandre Liess (200 m Delphin). Sie dürfen sich berechtigte Hoffnungen machen, von der Fina eingeladen zu werden. Vor Ende Juni besteht aber wohl kaum Gewissheit. Im Prinzip ist die Qualifikationsphase aus Schweizer Sicht abgeschlossen, doch weil Martina van Berkel an den Landesmeisterschaften im März verletzt war, erhält sie am Wochenende an einem Meeting in Rom eine zusätzliche Chance.
Besonderes: Erstmals dürfen nicht mehr als 900 Pool-Schwimmerinnen und Pool-Schwimmer an den Spielen teilnehmen. Das Prozedere ist kompliziert. Gesetzt sind Athleten, die entweder die strengere «Olympic qualifying time» (OQT) unterboten haben oder einer Staffel angehören oder aus einem Land stammen, das nur einen Platz beansprucht. Die verbleibenden Plätze werden an Sportler vergeben, die die etwas leichtere «Olympic invitation time» (OIT) geschafft haben. Die Landesverbände müssen der Fina bis am 18. Juni melden, welche Schwimmer die nationalen Kriterien und die OIT erfüllt haben.
Open Water
Selektion: 24. Juni.
Chance: Swann Oberson ist als WM-Neunte 2011 qualifiziert. Die Wassertemperatur an den WM in Schanghai betrug über 30 Grad Celsius, jene im Londoner Hyde Park wird sich zwischen 17 und 21 Grad bewegen. Je wärmer, desto besser für Oberson – in der Hitze von Schanghai wurde sie über die nichtolympische Distanz von 5 Kilometern sogar Weltmeisterin.
Besonderes: Das 10-Kilometer-Rennen ist nach 2008 erst zum zweiten Mal olympisch. Damals qualifizierte sich Oberson nur, weil eine Israeli ihr Startrecht wenige Wochen vor Beginn der Spiele zurückgab.
Synchronschwimmen
Selektion: 9. Juli.
Chance: Das Duett Pamela Fischer / Anja Nyffeler hat am Qualifikationswettkampf die von Swiss Olympic für die Selektion geforderte Placierung verpasst – im bereinigten Ranking klassierten sich die Waadtländerin und die Bernerin statt in den Top 18 nur auf Platz 20. Weil sich das Duett damit aber einen Quotenplatz gesichert hat, ist es vom Schwimmverband trotzdem zur Selektion vorgeschlagen worden. Über solche und andere Härtefälle wird Swiss Olympic im Juli entscheiden.
Besonderes: Weil es sich beim Synchronschwimmen um eine gerichtete Sportart handelt, in der es von einer gewissen Relevanz ist, regelmässig an internationalen Meisterschaften präsent zu sein, könnte Swiss Olympic zum Schluss kommen, das Duett Fischer/Nyffeler zu selektionieren. Auch im Hinblick auf einen erfolgreichen Olympia-Auftritt in vier Jahren in Rio de Janeiro. cag.
Segeln
Starboot
Selektion: Selektioniert sind Flavio Marazzi und Enrico De Maria.
Chance: Nach 4. und 5. Plätzen an den letzten beiden Spielen strebt das Duo eine Medaille an. Bisher ist es den beiden Seglern aber nur selten gelungen, den Abstand zur absoluten Weltspitze zu überbrücken.
Besonderes: Der Star gilt als komplexes und anspruchsvolles Segelboot. 2016 wird die älteste Olympiaklasse allerdings nicht im Olympiaprogramm figurieren.
470er-Klasse
Selektion: Selektioniert sind Yannick Brauchli und Romuald Hausser.
Chance: Brauchli/Hausser erfüllten das von Swiss Olympic für Nachwuchsathleten festgelegte Selektionskriterium. Ein Top-20-Platz wäre für das Duo, dessen Ziel die Spiele 2016 sind, ein grosser Erfolg.
Besonders: Der Zürcher Brauchli und der Genfer Hausser kommunizieren auf Französisch. Für Brauchli kein Problem – seine Mutter ist Französin.
Laser Radial
Selektion: Selektioniert ist Nathalie Brugger.
Chance: Nach dem 6. Platz in Peking will Brugger nun eine Medaille. Die Freiburgerin ist in der Lage, für die Schweiz die erste olympische Segel-Medaille seit 1968 zu gewinnen – wenn die ersten Wettfahrten klappen.
Besonderes: Brugger hat nach einem durchzogenen letzten Jahr den Trainer gewechselt.
RS:X-Windsurfing
Selektion: Selektioniert ist Richard Stauffacher.
Chance: Erst im letzten Anlauf konnte sich Richard Stauffacher zum dritten Mal für Olympia qualifizieren. Seit er sich nach Abschluss seiner Studien wieder voll auf den Sport konzentriert, geht es aufwärts. Das Revier von Weymouth mit eher starkem Wind liegt ihm.
Besonders: Überraschend hat der Weltseglerverband für 2016 das Windsurfen zugunsten des Kitesurfens aus dem Olympiaprogramm gekippt. wr.
Tennis
Selektion: 5. Juli.
Chance: Jede Diskussion bezüglich Roger Federer (ATP 3) und Stanislas Wawrinka (ATP 21) erübrigt sich. Federers Ziel ist eine Medaille. Die beiden bilden auch das Doppel, in dem sie Olympia-Titelhalter sind. Hier ist ein neuerlicher Medaillengewinn möglich, auch wenn Federer/Wawrinka zuletzt im Davis-Cup gegen die USA auf Sand eine magere Leistung zeigten. Es gab in Freiburg sogar Dissonanzen zwischen den zwei Rechtshändern. Von den Ladys hat Timea Bacsinszky (WTA 440) eine marginale Chance auf London. Sie verfügt nach einer Verletzung über ein geschütztes Ranking (WTA 47), mit dem sie das Kriterium (Rang unter den Top 56) erfüllt.
Besonderes: Federer startet nach Sydney, Athen und Peking an den vierten Sommerspielen. Er gilt zusammen mit Sampras (USA) als bester Rasenspieler der Open-Ära. Offen bleibt, in welcher Form der Techniker nach Wimbledon und nach Ferien an die Londoner Church Road zurückkehren wird. gel.
Triathlon
Selektion: 15. Juni.
Chance: Die Schweiz verfügt sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern über je zwei Quotenplätze. Allerdings haben nur Nicola Spirig und Sven Riederer die Selektionsrichtlinien von Swiss Olympic erfüllt, sie zählen zu den Medaillenfavoriten. Swiss Triathlon wird dem Dachverband trotzdem eine weitere Frau (Daniela Ryf oder Melanie Annaheim) und einen weiteren Mann (Reto Hug oder Ruedi Wild) zur Selektion vorschlagen.
Besonderes: Die Qualifikationsphase der Triathleten ging Mitte Mai am zur WM-Serie zählenden Rennen in Madrid zu Ende – nach exakt zwei Jahren. cag.
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