Tagblatt Online, 29. Mai 2012 08:48:00
Der FC Sion bleibt erstklassig
Der FC Aarau kann mit dem 1:0-Sieg die 0:3-Auswärtsniederlage nicht wettmachen
Der FC-Sion-Präsident Christian Constantin hat gut lachen. (Bild: Keystone)
Der FC Sion unter Coach Petkovic hat sich in der Barrage gegen den Vertreter der Challenge League, den FC Aarau, mit dem Gesamtskore von 3:1 durchzusetzen vermocht. Die Walliser und FCS-Präsident Constantin bleiben damit der Super League erhalten.
Samuel Burgener, Aarau
Solche Bilder sieht der Fussball selten. Minuten nach dem Rückspiel der Barrage zwischen dem FC Aarau und dem FC Sion feiern und tanzen die Spieler und Fans beider Teams: Auf der einen Seite die des Siegers, des FC Sion aus der Super League, der eine Saison voller Irrungen und Wirrungen hinter sich gebracht und den Abstieg in den letzten beiden Spielen gerade noch abgewendet hat. Auf der anderen Seite und noch mehr die des FC Aarau, des Emporkömmlings aus der Challenge League, der seinen Kontrahenten im zweiten Duell mit Leidenschaft und Courage nervös werden liess.
Manchmal genügen diese Attribute aber nicht. Manchmal bedarf es des Raffinements, um erfolgreich zu sein. Dieses ging dem FC Aarau im zweiten Barrage-Match ab. Er spielte dominant und gewann dank einem Goal von Gashi zwar 1:0, doch weil er im Hinspiel in Sitten 0:3 verloren hatte, verpasst er den Aufstieg, einen Aufstieg, der wohl zu früh gekommen wäre. Mit einem Budget von rund 3,5 Millionen Franken und einem maroden Stadion scheint der Klub nicht bereit für höhere Sphären.
So geht er mit dem smarten Trainer Weiler und vielen jungen Schweizer Spielern euphorisiert in die kommende Saison der Challenge League. Laut dem Dreijahresplan, den die Klubführung nach dem Abstieg aus der Super League 2010 verabschiedet hat, sollte im Sommer 2013 der Aufstieg erfolgen. Das Vorhaben mutet sehr optimistisch an. Solange das neue, für 2015 geplante Stadion am Torfeld Süd nicht steht, ist der Klub im Beschaffen neuer Mittel isoliert; die Aktiengesellschaft vermeldete zuletzt wieder einen Verlust. Momentan lassen die Aarauer fleissig Aktien zeichnen, um das Eigenkapital zu erhöhen.
Beim FC Sion dürfte nach der laut seinem Präsidenten Constantin «verrücktesten Saison der Geschichte» etwas Ruhe einkehren. Freilich wird der Chef nicht erlahmen und diverse Verbände auf Schadenersatz verklagen. Der Sportbetrieb sollte aber nicht mehr tangiert werden. Bald wird sich Constantin mit dem Temporär-Trainer Petkovic treffen, um über die Zukunft zu diskutieren. Der Präsident sagt, Petkovic sei ein Kandidat des Serie-A-Klubs Lazio Rom.
Möglich, dass in Sitten der Neuenburger Michel Decastel zum Thema wird, der zuletzt Espérance de Tunis betreut hatte. Auf dem Platz für Furore sorgen soll in der nächsten Saison der Offensivspieler Oussama Darragi, Afrikas Fussballer des Jahres 2011.
Aarau - FC Sion 1:0 (0:0)
Brügglifeld. - 8800 Zuschauer (Saisonrekord). - Schiedsrichter: Graf. - Tor: 54. Gashi (Schultz) 1:0.
Aarau: Mall; Widmer, Jäckle, Garat, André Gonçalves; Marazzi (70. Stojkov), Burki, Ionita, Staubli (84. Nganga); Schultz (80. Fanger), Gashi.
FC Sion: Vanins; Vanczak, Adailton, Dingsdag, Bühler; Serey Die, Crettenand; Yerly, Margairaz, Wüthrich (81. Back); Ianu (46. Mrdja/59. Mutsch).
Bemerkungen: Aarau spielt erneut unter Protest wegen des Einsatzes des gesperrten Serey Die. Aarau ohne Jakovljevic (verletzt) und Dabo (nicht im Aufgebot). Sitten ohne Fickentscher (gesperrt), Basha und José Gonçalves (beide verletzt) sowie ohne Danilo, Yoda und Tréand (alle nicht im Aufgebot). 50. Lattenschuss von Dingsdag. Verwarnungen: 48. Marazzi (Foul). 57. Gashi (Foul). 61. Bühler (Unsportlichkeit). 81. Margairaz (Unsportlichkeit).
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