Tagblatt Online, 04. Juli 2012 10:01:00
Das Buhlen um Lucien Favre ist beendet
Lucien Favre hat den Spekulationen ein Ende gesetzt und bleibt in Mönchengladbach. (Bild: Imago)
Lucien Favre bleibt Borussia Mönchengladbach treu. Der 54-jährige Romand verlängert seinen Vertrag mit dem Bundesligaklub vorzeitig bis 2015. Bis 2013 wäre der umworbene und in Deutschland hochgelobte Schweizer Trainer ohnehin an die Westfalen gebunden gewesen.
((si))
Lucien Favre hat seinen Vertrag in Mönchengladbach vorzeitig um zwei Jahre verlängert. Die Offerte der Borussia lag seit Wochen vor. Nun gab der 54-jährige Romand das vom Klub so sehr gewünschte Commitment ab.
Bis 2013 wäre der umworbene und in Deutschland hochgelobte Schweizer Trainer ohnehin an die Westfalen gebunden gewesen. Manager Max Eberl hatte schon kurz nach dem Jahreswechsel öffentlich erklärt, er wolle die Zusammenarbeit mit Favre so rasch wie möglich ausdehnen. Eberl musste sich allerdings lange gedulden, bis der Schweizer die von ihm forcierte langfristige Partnerschaft bejahte.
OM hinter Lucien Favre her
Erst im Verlaufe des Dienstags kam es zur endgültigen Einigung mit dem Cheftrainer. Die Klubspitze nahm den positiven Entscheid ihres leitenden Angestellten höchst erfreut auf. Nachdem durchsickerte, dass sich das französische Schwergewicht Olympique Marseille während Tagen ernsthaft und konkret um Favre bemüht hatte, kam auch in der Geschäftsstelle im Borussia-Park eine gewisse Nervosität auf.
Favre geniesst in Frankreich einen erstklassigen Ruf. Und sein Renommee ist selbstredend auch in Deutschland mittlerweile brillant. Die Konkurrenz bewunderte in der vergangenen den mitreissenden Offensiv-Stil der Mönchengladbacher. Favre wurde in einer Umfrage des «Kicker«-Fachmagazins zum Trainer-Aufsteiger des Jahres gewählt. Über seine Methodik wurde im Land der früheren Welt- und Europameister jedes Wochenende debattiert.
Extrem grosser Einfluss des Schweizers
Für die Borussia ist seine Unterschrift kursweisend. Lucien Favre hat den zuletzt zunehmend exzessiveren Spekulationen am Anfang der Vorbereitung im richtigen Moment ein Ende gesetzt. Das Theater um seine Zukunft störte ihn spürbar. Er fürchtete, die wilden Mutmassungen um seine Person könnten das ambitionierte Europacup- und Saisonprojekt des gesamten Klubs beeinträchtigen.
Der Einfluss von Favre ist bei der Borussia extrem gross. Seit seiner Ankunft im Februar 2011 verbesserte sich das Team ausnahmslos. Er führte den während Dekaden schlingernden Traditionsverein innert Kürze vom Tabellenende in die Qualifikation zur Champions League. Borussia-Instanzen wie Günter Netzer halten ihn für den wichtigsten Erfolgsgaranten.
Für die Fans ist der populäre Schweizer der neue «Hennes» – in Anlehnung an den legendären dreifachen Meister-Trainer Weisweiler. «Sie träumen hier alle», pflegt Favre die überschwänglichen Lobeshymnen mit einem charmanten Lächeln zu relativieren. Ähnlich wird in naher Zukunft das bei jeder Gelegenheit vom deutschen Boulevard inszenierte Bayern-Interesse zu taxieren sein.
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