Tagblatt Online, 12. Mai 2012 13:20:00
Berlin sieht endlich wieder Spitzenfussball
Borussia Dortmund und der FC Bayern am Samstagabend im Cup-Final
Wer darf diesen Pokal nach Spielschluss stemmen: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp (l.) oder Bayerns Chefcoach Jupp Heynckes? (Bild: Reuters)
Es ist ein seltenes Happening, das dem Berliner Publikum am Samstag im Olympiastadion (20 Uhr) bevorsteht. Die Zuschauer haben am Cup-Final zwischen dem BVB und den Bayern endlich einmal die Gelegenheit, Spitzenfussball im eigenen Stadion und nicht nur im Fernsehen zu sehen.
Stefan Osterhaus, Berlin
Denn die ortsansässige Hertha befindet sich nach dem 1:2 gegen Düsseldorf im Hinspiel der Barrage auf dem Weg in die zweite Liga. Nun aber wird der Fussball-Gourmet durch den DFB-Pokal entschädigt. Mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern treffen der Meister und ein Champions-League-Finalist aufeinander – einen solchen Final hat es in der langen Geschichte des deutschen Cups noch nicht gegeben.
Die beiden Mannschaften könnten unterschiedlicher kaum sein: hier das rasante Konterspiel von Dortmund, dort der ausgeklügelte Ballbesitz der Bayern. In den letzten beiden Spielzeiten war das Dortmunder Konzept demjenigen der Bayern überlegen, und auch die letzten vier Direktbegegnungen absolvierte der BVB siegreich. So bietet der Cup-Final den Bayern die Gelegenheit zur Rehabilitation.
Jupp Heynckes lobte die Arbeit des Meistertrainers, der mit «Hingabe, Leidenschaft und Können» ein exzellentes Team geformt habe. Der Kontrahent Jürgen Klopp liess dies nicht lange auf sich sitzen und erklärte Heynckes zu einem der «national und international grossen Trainer». Nicht nur rhetorisch ergibt sich eine Pattsituation: Auch die Buchmacher verzeichnen keinen klaren Favoriten.
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