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Tagblatt Online, 15. Juli 2012 10:00:00

Bereits die Angst im Nacken

Thuns Ferreira (m.) im Duell mit Kamber (l.) und Tall Zoom

Thuns Ferreira (m.) im Duell mit Kamber (l.) und Tall (Bild: Keystone)

Der FC Thun hat sich gegen Lausanne mit einem 0:0 begnügen müssen. Die Oberländer suchten den Sieg, fanden ihn aber nicht, weil sie es in offensiver Hinsicht an Qualität vermissen liessen.

Bernhard Brunner, Thun

In der Nachspielzeit kam Hektik auf. Sogar Thuns besonnener Sportchef Andres Gerber gestikulierte im Rechteck, das primär das Reich des Trainers ist. Das war ein Zeichen, dass während der 90 Minuten zuvor viel verpasst worden ist, vor allem seitens des Heimteams. Es hätte sich so gerne einen Sieg gutgeschrieben. Der Verteidiger Matic hauchte ein «Schade» in ein Mikrofon, meinte aber, dass es schon gut komme. Man müsse im gegnerischen Strafraum aber effizienter agieren.

Dies trifft auch auf Lausanne-Sport zu. Der meistgenannte Abstiegskandidat hatte zwar einige Konterchancen, liess aber durchblicken, dass ein Punkt reicht, um Glücksgefühle auszulösen. Also 0:0, und die Datenbank wies noch aus, dass die Offsidepositionen im gleichen Verhältnis standen. Es war kein grosses Theater, beide Teams schien bereits die Angst vor dem Verlieren zu blockieren.

Thuns Trainer Bernard Challandes stieg früh – und eigentlich wie gewohnt – in den Infight mit dem vierten Offiziellen. Wie von ihm im Matchprogramm angekündigt, hat ein Kurzurlaub in Griechenland nicht gereicht, «um abzuschalten». Sein Schalter war auf «on». Sein Zustand verkörperte für sein Team auch von der Intensität her einen Art unerreichten Richtwert.

Die Neuen in der Thuner Startformation hatten Anlaufschwierigkeiten. Der aus Wil gekommene rechte Mittelfeldspieler Ngamukol deutete seine Schnelligkeit an, seine letzten Aktionen vollführte er jedoch nicht mit Präzision und Ruhe. Ferreira, ein persönlicher Freund des Sportchefs Andres Gerber, konnte als Regisseur hinter der Sturmspitze noch keine Akzente setzen. Nach 36 Minuten geriet ihm ein Schuss gar über die elektronische Anzeigetafel hinter dem Tor – das sind geschätzte 30 Meter näher zum Himmel.

Die Laufwege der Oberländer griffen nicht ineinander, es war noch nicht die Einheit, die sich sonst der Konkurrenz präsentierte. Der Brasilianer Cassio Horta musste sich bis zur 60. Minute auf der Ersatzbank gedulden, der Goalie Faivre war ein ruhiger Pol, der Schlimmeres zu verhindern wusste. Bestätigt ist, dass die Oberländer an eine Verpflichtung von Obradovic denken. Vielleicht hat die Darbietung das Weiterdenken angeregt.

Thun - Lausanne 0:0

Lachen. - 4496 Zuschauer. - Schiedsrichter: Hänni.

Thun: Faivre; Lüthi, Matic, Ghezal, Wittwer; Ngamukol, Hediger, Demiri (86. Zuffi), Schirinzi (60. Cassio); Ferreira; Schneuwly.

Lausanne: Favre; Chakhsi, Katz, Tall, Kamber; Malonga (69. Moussilou), Rodrigo, Sanogo, Avanzini; Marazzi; Roux (75. Khelifi).

Bemerkungen: Thun ohne Bigler, Krstic, Steffen, Schindelholz (alle verletzt), Lausanne ohne Sonnerat (gesperrt), Meoli (verletzt). 90. Thuner Coach Challandes wegen Reklamierens auf die Tribüne verwiesen. Verwarnungen: 17. Sanogo (Foul), 31. Schirinzi (Reklamieren), 38. Malonga, 42. Katz, 48. Kamber, 50. Matic, 74. Tall, 77. Lüthi (alle Foul).





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