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Tagblatt Online, 26. April 2012 10:42:00

Streit um Sexualkunde

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Jakob Büchler (r.) ist nicht mehr Co-Präsident des Komitees «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» , Benjamin Spühler (l.) legte sein Amt als Co-Präsident letzte Woche nieder. (Bild: Keystone)

CVP-Nationalrat Jakob Büchler zu den Problemen mit der Volksinitiative gegen Sexualkunde-Unterricht.

Herr Büchler, wann sollen Kinder frühestens aufgeklärt werden?

Jakob Büchler: Das ist unterschiedlich. Es gibt Kinder, die früher reif sind und sich für das Thema interessieren. Wichtig ist, dass es in der Familie passiert.

Die Eltern sollen den Zeitpunkt bestimmen?

Büchler: Ein Kind soll aufgeklärt werden, sobald es Fragen zu diesem Thema stellt. Die Sexualität ist schon unter Kindergärtlern ein Thema. Und Kinder kommen auch über Internet und andere Medien mit dem Thema in Kontakt. Den Zeitpunkt der Aufklärung sollen aber die Eltern mitbestimmen können.

Haben Sie Ihre eigenen Kinder selber aufgeklärt?

Büchler: Das ist schon eine Weile her. Meine Frau und ich waren beide daran beteiligt, sie vielleicht etwas mehr als ich und unser Bauernhof trug auf natürlichem Weg einiges dazu bei.

Sie sind im Komitee für die Volksinitiative gegen zu frühe Sexualkunde. Vergangene Woche musste der Co-Präsident zurücktreten, weil er in den Neunzigerjahren eine Minderjährige missbraucht hat. Arbeiten Sie weiterhin im Komitee mit?

Büchler: Es ist eine sehr schwierige Situation. Als Vizepräsident stehe ich sicher nicht mehr zur Verfügung. Ich bin aber im Gespräch mit dem Komitee.

Kannten Sie den Angeschuldigten?

Büchler: Nein, überhaupt nicht. Ich bin masslos enttäuscht von ihm. Er behauptete zwar, er sei unschuldig. Das kann ich nicht beurteilen. Aber er hätte sich nie für die Aufgabe in diesem Komitee melden dürfen.

Das Komitee wurde auf dem falschen Fuss erwischt?

Büchler: Natürlich. Wenn er einen Kassenschrank ausgeraubt hätte, wäre das etwas anderes gewesen. Aber er hat genau in diesem sensiblen Thema ein Problem. Einen schlimmeren Schlag für das Komitee kann man sich kaum vorstellen.

Muss die Initiative neu lanciert werden?

Büchler: Laut Gesetz müsste die Initiative tatsächlich neu lanciert werden, weil jetzt das Komitee neu besetzt wird.

Die CVP will, dass die Partei nicht mehr mit der Initiative in Verbindung gebracht wird.

Büchler: Es wäre ein falsches Zeichen, wenn ich mich jetzt auf Druck der Partei zurückzöge. Denn das Problem ist nach wie vor nicht gelöst.

Braucht es für ein solches Anliegen wirklich eine Volksinitiative?

Büchler: Die Aufklärung soll in erster Linie Sache der Eltern bleiben, vor allem wenn die Kinder so jung sind. Ich finde es unnötig, dass Aufklärung schon im Kindergarten angeboten werden soll. Es gibt also Handlungsbedarf.

Laut «Tages-Anzeiger» soll CVP-Präsident Christophe Darbellay die Initiative als «Anliegen von Extremisten» bezeichnet haben.

Büchler: Als Extremist sehe ich mich nicht. Ich glaube auch nicht, dass Darbellay das so gesagt hat. Immerhin hat er sich dafür eingesetzt, dass wir das Thema in der CVP aufnehmen. Wir planen nun ein Positionspapier.

Was soll denn dort drinstehen?

Büchler: Das müssen wir zuerst diskutieren. Aber die Tatsache, dass es zu einer Volksinitiative gekommen ist, zeigt, dass das Thema aktuell ist. Deshalb müssen wir dranbleiben.

Interview: Andri Rostetter




Leser-Kommentare:
5 Beiträge

Kommentare lesen

unangan (27. April 2012, 20:52)
@ ZAPEMO

sorry... wenn Du nicht schlau wirst von... was ich schreibe, so schau Dir die Fotos an... mit ein wenig Menschenkenntnis wirst Du mich verstehen... ansonsten.. lass es. Denn diesen beiden Herren ist die verlogene "Sexualität" ins "Gesicht" geschrieben. Wetten einer dieser Beiden war schon mal, mit dem Auto im Hinterhof eines Sexclubs, anzutreffen.

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Saekular (27. April 2012, 17:13)
Wer ist hier (über-) sexualisiert?

Wer in einem Koffer mit Aufklärungsmaterial einen "Sex-Koffer" sieht und von Sexualisierung im Kindergarten spricht, hat vergessen, zwischen "Unterricht IN Sexualität" und "Unterricht ÜBER Sexualität" zu unterscheiden.
Der geplante Aufklärungsunterricht ist lediglich "Unterricht über Sexualität", damit bleibt das verfassungsmässige Recht der Eltern auf Sexualerziehung vollumfänglich gewährleistet.
Das Problem liegt hier eher in (über-)sexualisierten Erwachsenen, die im Kindesalter nicht lernen durften, wie man sich vor sexuellen Vereinnahmungsversuchen schützt.

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unangan (26. April 2012, 19:57)
na.. dann....

schau Dir die Fotos der "Herren" an.. und jedwelcher Mensch kann sich eine Meinung bilden. Für mich sind dies "versumpfte" Menschen, die im katholischen Sexmuffelbereich anzusiedeln sind.... smile....

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Zapemo (26. April 2012, 13:32)
@unangan

Sorry, aus diesem Beitrag werde ich nicht schlau!!!

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alphacentauri (26. April 2012, 12:35)
Sexualkunde im Schulunterricht

Der Mann muss doch alles Interesse daran haben, dass die Kinderlein nicht zu früh merken........

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